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Portugal und Spanien 2010
2019 © Peter E. Burkhardt

 

Urlaub in Portugal und Spanien 2010

 

Inhaltsverzeichnis

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

Reliefdaten: https://maps-for-free.com ("MFF-maps are released under Creative Commons CC0") sowie © https://www.openstreetmap.org/copyright

 

Zeltplatz in Sant Pere Pescador, Spanien (Katalonien)

Praia de Mareta und Fortaleza de Sagres, Portugal

 

 © 2018 Peter E. Burkhardt. Alle Rechte vorbehalten, außer gekennzeichnete Werke. Ausgabe Web. Hinweise bitte an www.pegons-web.de/Aktuelles

 

Portugal und Spanien 2010: Rückreise (Übersicht)
2019 © Peter E. Burkhardt

Urlaub in Portugal und Spanien 2010, Rückreise

 

Inhaltsverzeichnis

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Bergdorf Trevélez, Sierra Nevada, Spanien (Andalusien)

Miami Playa an der Costa Daurada, Spanien (Katalonien)

 

Portugal und Spanien 2010: Inhaltsverzeichnis
2019 © Peter E. Burkhardt

Inhalt

Seite

Vorwort

4

Di 31.8. – Start in Chemnitz nach Erding

4

Mi 1.9. – Auf dem Erdinger Rummel

5

Do 2.9. – Erding, Gundelfingen, Pforzheim

6

Fr 3.9. und Sa 4.9. – Pforzheim

6

So 5.9. – Pforzheim bis Todtmoos im Schwarzwald

7

Mo 6.9. – Todtmoos, Bern, Yverdon-les-Bains (Schweiz)

8

Di 7.9. – Yverdon-les-Bains, Chemnitz (Krankenhaus)

9

Do 9.9. – Chemnitz (Neustart), Nürnberg, Todtmoos

9

Fr 10.9. – Todtmoos, Bern, Genf, Montélimar F1-Hotel

10

Sa 11.9. – Montélimar, Perpignan, St. Pere Pescador

12

So 12.9. – St. Pere Pescador, Zeltplatz

14

Mo 13.9. – St. Pere Pescador, Zaragoza, Ágreda

17

Di 14.9. – Ágreda, Ávila, Cáceres, Puebla de Obando

20

Mi 15.9. – Puebla de Obando, Sagres, Aparthotel Navigator

22

Do 16.9. bis Mi 29.9. – Urlaub in Sagres

24

Do 16.9. – "Letzte Bratwurst vor Amerika"

25

Sa 18.9. – Fortaleza de Sagres, Vila do Bispo

29

Mo 20.9. – Vila do Bispo, Strände Cordoama, Amado, Bordeira

37

Di 21.9. – Badetag am Mareta-Strand

47

Mi 22.9. – Hafen von Sagres, Martinhal, Zavial, Ingrina, Raposeira

48

Do 23.9. – Hotel-Tag wegen Autopanne

53

Fr 24.9. – Autoreparatur in Vila do Bispo

55

Sa 25.9. – Raposeira, Ermida do Guadalupe, Salema, Burgau

58

So 26.9. – Marmelete, Monchique, Berg Fóia

72

Mo 27.9. – Am Hotel-Strand Praia de Mareta

76

Di 28.9. – Strandtag

77

Mi 29.9. – Sagres, Huévar

78

Do 30.9. – Huévar, Castell de Ferro

83

Fr 1.10. – Castell de Ferro und Umgebung

88

Sa 2.10. – Am Strand von Castell de Ferro

91

So 3.10. – Castell de Ferro, Trevélez

92

Mo 4.10. – Trevélez, Cuevas del Campo, Torreperogil

x

Di 5.10. – Torreperogil, Requena, Miami Playa

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Mi 6.10. bis Mi 13.10. – Urlaub in Miami Playa

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Do 7.10. – Montroig del Camp

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Sa 10.10. – Bergdorf Siurana

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Mi 13.10. – Miami Playa, Montpellier F1-Hotel

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Do 14.10. – Montpellier, Todtmoos

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Fr 15.10. – Todtmoos, Pforzheim

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So 17.10. – Pforzheim, München, Erding

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Mo 18.10. bis 21.10. – Erding

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Di 19.10. – Am Weiher in Erding

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Do 21.10. – Erding, Weiden, Chemnitz

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Hinweis

Aus Datenschutzgründen sind in dieser Web-Ausgabe bestimmte private Informationen und Fotos nicht enthalten.

Portugal und Spanien 31.8.2010: Start in Chemnitz
2019 © Peter E. Burkhardt

Vorwort

An dieser über 9.000 km langen Reise ist M. schuld, das könnte ich behaupten. Natürlich stimmt das so nicht. Er hatte uns von der letzten Bratwurst vor Amerika erzählt, die es in einer stinknormalen Bratwurstbude geben sollte – allerdings mit einigen Eigenheiten. Eines der besonderen Merkmale war das der Bratwurst beigefügte persönliche Zertifikat, in dem bestätigt wird, dass man dort gewesen ist.

Wo? Am südlichsten und westlichsten Zipfel von Portugal, kurz vor Amerika eben. Dazwischen liegt ja nur der große Teich mit rund 5.700 Kilometern bis New York. Dieses Zertifikat mussten wir haben. So entstand unser Reiseplan, natürlich wie immer mit Auto und minimalem Budget.

Reiseplan ist gut, aber wie es Pläne so an sich haben, wurde auch unser Plan nicht erfüllt, so wie mancher 5-Jahr-Plan in der DDR. Wer nicht weiß, von was ich spreche, darf den letzten Zusatz gerne vergessen. In unserem Falle ging jedenfalls so ziemlich alles schief, was man sich denken kann. Nun, ganz so schlimm war es nicht, aber die Fahrt war doch ungewöhnlich, einschließlich Kranken­hausaufenthalt in Chemnitz (mit Rückfahrt von der Schweiz aus und anschließendem Neustart in Chemnitz), Autopanne in Portugal und Höhenprobleme in der andalusischen Sierra Nevada.

Rückblickend, ich schreibe jetzt diese Zeilen im August 2019, muss ich aber gestehen, es war eine schöne, lange, erlebnisreiche und unvergessliche Reise. Da so manches Detail in meiner Erinnerung verloren gegangen ist, möge man mir verzeihen, wenn nicht alles genau beschrieben ist. Doch wer will schon wissen, wann wir was an welchem Tag zum Frühstück gegessen haben: Keiner – auch ich nicht! Dafür sind aber einige Episoden in meinem Gedächtnis so präsent, als wenn es gestern gewesen wäre, und genau das zählt!

 

Di 31.8. – Start in Chemnitz nach Erding

Route 31.8.2010 (382 km)

Chemnitz > A72-A93 Weiden > Regensburg A92 > Erding

Erding, Schrannenplatz

Jeder, der Großstädte nicht mag und Dörfer zu einsam oder langweilig findet, ist in Erding genau richtig. Ich kann diese Kleinstadt mit der wirtschaftlich günstigen Nähe zum Münchner Flughafen nur wärmstens empfehlen. Ohne jetzt auf die vielen positiven Fakten eingehen zu wollen sei versichert, in der Kreisstadt Erding hat man alles, was man zum Leben braucht, und doch ist Erding ein ruhiger, schöner und vor allem auch sauberer Ort mit der nötigen Infra­struktur.

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

Die erste Etappe war ein Katzensprung.

Erding wurde schon im 8. Jh. urkundlich erwähnt, die Gründung einer Siedlung an der Sempt (kleiner Nebenfluss der Isar) dürfte aber viel früher erfolgt sein. Im frühen Mittelalter wurde auch in Erding eine Stadtmauer gebaut. Von den vier Toren ist aber nur das Landshuter Tor ("Schöner Turm") erhalten geblieben. Die Altstadt ist zum Teil ebenfalls noch präsent. Erding ist also keine auf dem Reißbrett geplante Stadt. Schon deshalb ist Erding so liebens- und lebenswert.

Portugal und Spanien 1.9.2010: Erdinger Rummel
2019 © Peter E. Burkhardt

Mi 1.9. – Auf dem Erdinger Rummel

Eigentlich heißt das jährlich in Erding Ende August bis Anfang September stattfindende Fest "Erdinger Herbstfest". Ich nenne es hier einfach Erdinger Rummel, denn viel anders erschien mir dieses Volksfest nicht. Es findet auf dem Volks­festplatz statt (Nähe Stadtbad) und ist nach dem Münchner Oktoberfest das viertgrößte oberbayerische Volksfest, gemessen an den Besucher­zahlen. Im Jahr unseres Besuchs (2010) war es das 70. Herbstfest dieser Art.

Nun bin ich zwar kein Freund vom Rummel, im wahrsten Sinne des Wortes, denn die auf verschiedenste Weise angefachten Belustigungen und gewissermaßen verordneten Erlebnisfreu­den widersprechen meinem Verständnis vom selbstbestimmten Zusammensein mit anderen Menschen. Aber man muss ja nicht hingehen. Für die vielen ortsansässigen Teilnehmer ist es fast schon ein Zwang, dort gewesen zu sein.

In 2010 sollen über 200.000 Besucher in Erding das Volksfest besucht haben (Quelle: Wikipedia "Erdinger_Herbstfest"). Die beiden großen Fest­zelte (Fischer's Stiftsbrauerei Erding und Erdinger Weißbräuzelt) bieten jede Menge Platz, Musik und Bier. Aber auch die sonstigen Ver­kaufsstände, Geisterbahnen, Schießbuden, Rie­senräder und Berg- und Talbahnen bieten für jeden Interessierten reichlich Abwechslung.

Erdinger Weißbräuzelt

Die ganze Veranstaltung ist, wie das Münchner Oktoberfest auch, hauptsächlich auf Umsatz getrimmt. Von auch nur ansatzweise anspruchsvoller Volkskultur konnte ich nichts entdecken, aber das ist wohl auch nicht beabsichtigt.

Ob nun WEISSBRÄU mit Doppel-S geschrieben wird oder mit "ß" ist mir noch unklar. Am Festzelt steht "Weißbräu". Wahrscheinlich ist das "SS" den Versalien geschuldet.

Das speziell für das Herbstfest gebraute Bier "Festweiße" schmeckt auf jeden Fall, mit "ß" oder auch mit "ss".

Der obigen Aufforderung kamen wir bisher nicht nach. Bis heute (2019) war dies von uns der einzige Besuch des Herbstfestes, und das wird wohl auch so bleiben.

Leider war auch das Wetter nicht so prickelnd. Die Sonne versteckte sich fast immer hinter Wolken. Sie wollte wohl dem fröhlichen Treiben nicht unbedingt zuschauen. Zweimal hat es auch kurz geregnet. Aber wir waren ja auf dem Weg in den sonnigen Süden, also kein Grund zum Missmut. Schon am nächsten Tag fuhren wir weiter.

 

Portugal und Spanien 2. bis 4.9.2010: Erding, Gundelfingen, Pforzheim
2019 © Peter E. Burkhardt

Do 2.9. – Erding, Gundelfingen, Pforzheim

Route 2.9.2010 (317 km)

Erding A92 > München A99-A8 > Augsburg A8 > B16 Gundelfingen B16-A8 > Leonberg A8 > Pforzheim

Heutiges Ziel war Pforzheim am oberen Ende des Schwarzwaldes. Der Zwischenstopp in Gundel­fingen diente der Pflege verwandtschaftlicher Bindungen. Die zwei Stunden beim Kaffeeklatsch waren schnell vorbei. Der Blick von der Terrasse in den Garten erinnerte uns an die Grill-Party, die uns in Pforzheim erwarten sollte. Schnell packten wir die uns geschenkten selbstgestrickten Socken ein und machten uns auf unsere Socken, immer die "Letzte Bratwurst vor Amerika" im Kopf.

Übrigens, Gundelfingen gehört zum Landkreis Dillingen und liegt im Donautal. Von der Auto­bahn A8 München-Stuttgart ab der Abfahrt zwischen Augsburg und Ulm sind nur knapp 17 Kilometer zu fahren. Auch Gundelfingen erhielt im Mittelalter seine Stadtmauer. Eines der drei Tore ist erhalten geblieben. Der alte historische Stadtkern ist einen Bummel wert. Wegen der drei Brenz-Arme, die durch die Stadt fließen, wird Gundelfingen auch als Klein-Venedig bezeichnet. Vor allem die über 40 Brücken legen diesen Vergleich nahe. Für einen Rund­gang hatten wir keine Zeit und auch nicht die Muse dazu.

Erwähnenswert ist, dass "Gundelfingen" der Name einer alten Adelsfamilie ist. Ob der Stadt­name damit etwas zu tun hat, weiß ich nicht.

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

Von Erding nach Pforzheim 317 km, Stopp in Gundelfingen

Fr 3.9. und Sa 4.9. – Pforzheim

Am Freitag und Samstag ließen wir es uns in Pforzheim richtig gut gehen. Im Schuppen des Gartens begrüßte uns ein alter Bekannter, der Siebenschläfer Max. Er hatte sich mit seiner ganzen Familie einquartiert. Wie schon im vergangenen Jahr ließ er sich von Hand mit Apfelstückchen füttern.

Neben dem üblichen Einkaufsbummel in Pforzheim ist mir vor allem die Gartenparty am Samstag in Erinnerung. Auf dem großen Steingrill gelingen die Leckereien besonders gut. Es gibt nichts Schöneres, als bei gutem Essen und mit einem Bier in der Hand von unseren künftigen Reisen zu schwafeln.

Portugal und Spanien 5.9.2010: Pforzheim, Todtmoos
2019 © Peter E. Burkhardt

So 5.9. – Pforzheim bis Todtmoos im Schwarzwald

Route 5.9.2010 (257 km)

Pforzheim B10-A8-A5 > B500 Baden-Baden B500 > Freudenstadt > Feldberg > Hintertodtmoos, Gästehaus Mattenhof

Blick von der Schwarzwald-Hochstraße Richtung Westen

Erst der Zoom zeigt die Schönheit mancher Orte.

Hintertodtmoos, Gästehaus Mattenhof (47.75205, 8.00409)

Ich weiß bis heute nicht, wie wir auf den Mattenhof gekommen sind. Ich glaube, es war Zufall, nachdem wir auf einer früheren Reise im Schwarzwald eine bezahlbare Unterkunft gesucht hatten. Für eine Nacht zu zweit mussten wir hier noch nie mehr als einen halben Hunderter ausgeben, mit Frühstück.

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

Von Pforzheim durch den Schwarzwald nach Todtmoos

Tal zwischen Hintertodtmoos und Todtmoos

Wirklich ein schönes Haus, besonders wenn alles blüht.

Obwohl im Mattenhof hauptsächlich vorbestellte Veran­staltungen stattfinden, ist das Haus ideal für kurze Aufent­halte geeignet. Wir waren bisher gerne dort. Schon allein die Fahrt durch den Schwarzwald auf der Hochstraße B500 ist ein Erlebnis, schönes Wetter und gute Sicht vorausgesetzt. Überhaupt ist der Schwarzwald eine Reise wert.

Portugal und Spanien 6.9.2010: Todtmoos, Yverdon-les-Bains (Schweiz)
2019 © Peter E. Burkhardt

Mo 6.9. – Todtmoos, Bern, Yverdon-les-Bains (Schweiz)

Route 6.9.2010 (203 km)

Hintertodtmoos > Wehr > B34-A861-A3-A2 > Bern A1 > Yverdon-les-Bains, Hotel Migros (46.78847, 6.62190)

Für Schweizer Verhältnisse ist das Hotel Migros relativ gün­stig. Es ist integraler Bestandteil des Shopping-Centers.

Yverdon-les-Bains, Hotel Migros (46.78847, 6.62190)

Dieses Pizza-Restaurant im EXPO war uns zu teuer.

Eigentlich wollten wir in Yverdon im Engel übernachten, eine sehr günstige kleine Gaststätte mit ein paar Zimmern mitten in der Stadt. Doch dort war alles voll wegen eines Angler-Festes. Der nahe See ist jährlich Anziehungspunkt für viele Fisch-Begeisterte. Ein junger Italiener schickte uns dann zum Micros.

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Nur 203 km sind es vom Mattenhof bis nach Yverdon-les-Bains am Lac de Neuchâtel (Schweiz)

Self-Made-Waschanlage gleich neben dem EXPO-Centre

Alles da, auch eine Tankstelle (Blick aus dem Zimmer).

Die Zimmer im Hotel Migros sind hotelüblich, klein und zweckmäßig. Schwierigkeiten hatte ich immer wegen der mangelnden Belastungsfähigkeit der Steckdosen. Manch­mal halten die Sicherungen nicht, wenn der Wasserkocher angesteckt wird. Dieses Mal hatten wir aber einen Kocher mit weniger Strombedarf.

Portugal und Spanien 7. bis 9.9.2010: Yverdon-les-Bains (Schweiz), Chemnitz
2019 © Peter E. Burkhardt

Di 7.9. – Yverdon-les-Bains, Chemnitz (Krankenhaus)

Route 7.9.2010 (844 km)

Yverdon-les-Bains (Schweiz) A1 > Bern > Basel > A5 Freiburg > Karlsruhe > A6 Nürnberg > A9-A72 Chemnitz

Ja, richtig gelesen. Kurz vor einem Darmverschluss fuhren wir wieder nach Hause und ich noch am gleichen Tag (fast 12 Uhr nachts) ins Krankenhaus.

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Mir konnte geholfen werden. Der nächste Tag (Mittwoch) war Wasch- und Ausruhtag. Ich wollte nicht im Ausland zum Arzt. Nun konnte unsere Reise beginnen.

Do 9.9. – Chemnitz (Neustart), Nürnberg, Todtmoos

Route 9.9.2010 (629 km)

Chemnitz > A72-A9 Nürnberg A6 > Heilbronn A81 > Stuttgart A81 > Sindelfingen > Villingen > Hintertodtmoos

Straße zur Kleinstadt Todtmoos

Frühstücksraum im Mattenhof

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Neustart von Chemnitz direkt bis zum Mattenhof

Hintertodtmoos, Gästehaus Mattenhof (47.75205, 8.00409)

Portugal und Spanien 10.9.2010: Todtmoos, Montélimar
2019 © Peter E. Burkhardt

Fr 10.9. – Todtmoos, Bern, Genf, Montélimar

Route 10.9.2010 (535 km)

Hintertodtmoos > Wehr > B34-A861-A3-A2 > Bern A1 > A9 Lausanne > A1/E62 Genf > Frankreich A41 > Chambéry > A49 Valence > A7 Montélimar > N7 F1-Hotel Montélimar Nord (44.67534, 4.79626), jetzt (2019) Lemon-Hotel

Die Sonne stand schon ziemlich hoch, als wir den Mattenhof in Richtung Schweiz verließen. Diesmal fuhren wir nicht über Lyon Richtung Süden, sondern hinter Genf und dann auf der Autobahn A41 in Richtung Osten. Diese Route erschien uns besser, da man am Rande der westlichen Ausläufer der französischen Alpen fährt. So war es dann auch, immer wieder präsentierten sich die Berge wie ein Postkartenmotiv nach dem anderen. Die kleinen Dörfer in den Tälern wirkten wie Miniaturen auf dem Eisenbahnbrett. Auch war die Autobahn nicht so voll wie auf der Lyon-Route, die von den meisten Urlaubern auf der Fahrt nach Spanien benutzt wird.

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Von Hintertodtmoos bis Montélimar 535 km

Blick auf die Ausläufer der französischen Alpen

Eine sehr schöne verträumte Gegend

Parkplatz an der A41 (46.016190, 6.116130)

An der A41, 22 km nach Genf, südlich von Cruseilles

Den Parkplatz an der A41 Richtung Grenoble kann ich nur empfehlen: Eßplätze, Kinderspielplatz, sauberes Toilettenhäusl, gepflegt und großzügig. Wir hatten ausgiebig Rast gemacht, an so einem schönen Ort bleibt man gerne sitzen.

 

Portugal und Spanien 10.9.2010: Todtmoos, Montélimar
2019 © Peter E. Burkhardt
Montélimar, F1-Hotel

Eigentlich wollten wir im F1-Hotel in Chambéry übernachten (45.595103, 5.889702). Doch die zu Hause ermittelten Navi-Daten führten uns in ein Dorf in den Bergen, d.h. sie waren falsch. Alter­nativ hatte ich das F1-Hotel in Montélimar Nord vorgesehen. Das klappte dann auch. Gegenüber ist ein ibis-Hotel mit mehr Komfort. Man hat sein eigenes Badezimmer und muss nicht über den Gang in eine der Duschkabinen gehen, wie es im F1-Hotel üblich ist. Allerdings war dort alles belegt. Heute (2019) ist das F1-Hotel ein Lemon-Hotel geworden, mit 30 Euro pro Nacht und Zimmer (max. 3 Personen) ähnlich günstig wie früher das F1-Hotel.

In diesem Dorf gibt es kein F1-Hotel, verständlicherweise.

Das ibis-Hotel gegenüber war voll belegt.

Die F1-Zimmer sind eng und ohne Dusche.

Die französische Hotelkette "Hotel Formule 1" ist die günstigste Übernachtungsmöglichkeit, die mir bekannt ist. Natürlich kann man auch im Hostel in einem Mehrbett­zimmer übernachten (ähnlich einer Jugendherberge) oder auf einer per Internet gebuchten privaten Couch. Will man aber unabhängig und vor allem privat seine Nacht verbringen, bleibt nur ein Hotel, ein Hostal mit Einzelzimmern oder ein günstiges Restaurant auf dem Lande.

F1-Hotel Montélimar Nord (44.67534, 4.79626)

Unser treuer Opel Omega

Es ist alles eine Frage des Geldes. Insbesondere bei Rundreisen mit täglich wechselndem Standort und ohne Vorbestellung sind die Preise meist nicht so günstig im Vergleich zur Buchung einer Pauschalreise in die meist überlaufenen Urlaubsgebiete. Ein Zeltplatz oder das Campen wären auch möglich, um das Budget niedrig zu halten. Dazu fehlt uns aber die Ausrüstung, unser Omega reicht geradeso, um im Notfall als Schlafhöhle zu dienen.

 

Portugal und Spanien 11.9.2010: Montélimar, St. Pere Pescador
2019 © Peter E. Burkhardt

Sa 11.9. – Montélimar, Perpignan, St. Pere Pescador

Route 11.9.2010 (373 km)

Montélimar A7 > Orange > A9 Nimes > Montpellier > Narbonne > Perpignan > Argelés-sur-Mer > Banyuls-sur-Mer > Cerbére > Portbou > Colera > Llançà > Sant Pere Pescador, Zeltplatz La Ámfora

Sonne pur und viel Platz, so lieben wir es.

Trotz Saison leere Parkplätze

An Montélimar führt die Autobahn A7 vorbei, die von Lyon kommt und meist ziemlich voll ist. Es ist eine der Haupturlaubsrouten vom Norden nach Süden bis nach Spanien und dem Mittelmeer. Maut muss man auch bezahlen. Der Vorteil ist aber, auf der 3-spurigen Autobahn lässt es sich trotz des regen Verkehrs entspannt fahren. Die vorbildlichen Parkplätze waren fast leer.

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Vom F1-Hotel in Montélimar bis St. Pere Pescador 373 km

Diebische Elstern gibt es überall. Wir hatten bisher Glück.

Dazu hatten wir noch ausgezeichnetes Wetter, kein Wölkchen trübte den Himmel. Die Route führt teilweise unmittelbar am Mittelmeer vorbei. Die hier und da freie Sicht aufs Wasser lässt Freude aufkommen. In Spanien nahmen wir nicht die Route über La Jonquera (nahe A7), sondern wir fuhren ab Perpignan unmittelbar an der Küste entlang. So konnten wir uns in Spanien die Maut sparen.

Portugal und Spanien 11.9.2010: Montélimar, St. Pere Pescador
2019 © Peter E. Burkhardt
Portbou, erster Ort in Spanien

Portbou, der erste spanische Ort nach der Grenze

Portbou, die Bahn verbindet Spanien mit Frankreich.

Colera (Foto 1999)

Portbou ist der erste Ort nach der französisch-spanischen Grenze, wenn man von Perpignan kommend die Küstenstraße in Richtung Süden nimmt. In Frankreich ist das die D914, in Spanien wird es die N-260. Die N-260 wurde ausgebaut, ich glaube wir sind in 2010 noch auf der alten N-260a gefahren, die sich durch die Ausläufer der Pyrenäen schlängelt.

Hier stürzen die Pyrenäen ins Meer.

Schieferfels, Teil der Pyrenäen

Colera (Foto 1999)

Der nächste Ort ist Colera. Der Name hat natürlich nichts mit der Krankheit zu tun. Colera liegt im Tal eines kleinen Flusses, dem Ribera de Molinàs. Durch diese Lage geht es besonders im alten Teil recht eng zu. Am meerseitigen Ende ist ein kleiner zweigeteilter Strand, der aber auch im Sommer nicht sehr überlaufen ist, wahrscheinlich wegen des Kieselstrands.

Portugal und Spanien 12.9.2010: St. Pere Pescador
2019 © Peter E. Burkhardt

So 12.9. – St. Pere Pescador, Zeltplatz

Den Zeltplatz La Ámfora in Sant Pere Pescador kannten wir auch schon. Er liegt direkt am Meer am etwa 6 Kilometer langen Sandstrand der Bucht von Roses. Es gibt dort noch weitere Campingplätze. Trotzdem wirkt der Strand nicht überlaufen. Bei gutem Wind beherrschen die vielen Surfer das Bild.

Sant Pere Pescador, Zeltplatz La Ámfora (42.18189, 3.10400)

Eingangsbereich

Disko mit Dachterrasse

Für uns war der Zeltplatz aber nur eine kurze Zwischenstation, einerseits wegen des für uns hohen Preises (in 2010 ca. 70 Euro pro Hütte, trotz Nebensaison), andererseits war es noch weit bis zu unserem Ziel im Süden Portugals. Wir blieben trotzdem zwei Nächte und konnten so wenigsten einen vollen Tag am Meer verbringen.

Die kleinen Hütten bieten max. 4 Personen Platz.

Es gibt viel Grün und meistens Hecken.

Spielhalle rechts neben dem Eingang

Portugal und Spanien 12.9.2010: St. Pere Pescador
2019 © Peter E. Burkhardt

Der Zeltplatz bietet eigentlich alles, was man braucht, bzw. alles was ein normaler Camper glaubt zu brauchen. Für uns waren Disko, Spielhalle, Pool und die sanitären Anlagen völlig nebensächlich, da in der kleinen Hütte neben Küche und Bad alles andere für 4 Personen vorhanden ist. Sehr schön ist, dass das Auto direkt vor der Hütte stehen darf. Insbesondere für Familien ist die Hütte ideal, es gibt zwei Schlafräume.

Der Pool wurde um eine Riesenrutsche erweitert.

Waschplatz (kostenlos)

Plätze für die Wohnmobile, durch Hecken getrennt

Andere Einrichtungen, wie z.B. der Supermarkt, der Waschsalon, das Restaurant und der Autowaschplatz, waren für uns angenehme Beigaben. So muss man nicht den Campingplatz verlassen, um etwas für den Kaffeetisch zu kaufen. Die Preise im Supermarkt sind zwar etwas höher als in Sant Pere Pescador, aber trotzdem noch moderat. Früh gibt es sogar frische Brötchen, Baguettes und Körnerbrot.

Oben sind Luxus-Appartements.

Straße vom Supermarkt zum Eingang

Jeder hat sein eigenes kleines Grundstück.

Portugal und Spanien 12.9.2010: St. Pere Pescador
2019 © Peter E. Burkhardt
Das Meer, direkt am Zeltplatz

Zugang zum Meer direkt vom Zeltplatz

Mit dem Auto am Strand ist kein Problem.

Die Bucht von Roses säumt auf der Südseite ein einziger breiter Sandstrand, an dem man weite Wanderungen unternehmen kann. Der Wellengang ist oft ideal zum Surfen. Wir haben dort aber auch schon eine völlig glatte See erlebt, in der man vorzüglich auch weiter draußen lange Strecken schwimmen kann. Einmal war allerdings eine Qualleninvasion erfolgt. Am nächsten Tag waren sie wieder verschwunden.

Die Zeltplatzgrenze ist gleichzeitig Strandgrenze.

Der Strand ist nicht nur lang, auch sehr breit.

Es ist erstaunlich, dass man mit dem normalen PKW fast bis zum Wasser fahren kann, selbst von der öffentlichen Straße aus, die von Pere Pescador kommt. Ob das heute (2019) noch so ist, weiß ich nicht. Wir standen damals sogar eine Nacht am Strand, ohne vertrieben worden zu sein. Die Gendarmerie fährt zwar Streife, toleriert aber parkende Autos, die in Nähe des Fahrweges längs des Strandes stehen.

Portugal und Spanien 13.9.2010: St. Pere Pescador, Ágreda
2019 © Peter E. Burkhardt

Mo 13.9. – St. Pere Pescador, Zaragoza, Ágreda

Route 13.9.2010 (618 km)

St. Pere Pescador > Figueres > Besalu > Olot > Ripoll > Borredà > Berga > Sant Llorenc de Morunys > Camprils > Coll de Nargó > Coll de Bóixols (1380 m) > Tremp > Coll de Montllobar (1080 m) > Benabarre > Barbastro > Huesca > Saragossa > Tudela > Ágreda, Hostal Dona Juana

In Vorbereitung der Route für diese Reise hatte ich gemeint, man könne doch einmal die Pyrenäen quer von Ost nach West durchfahren, zumindest bis in die Nähe von Ágreda. Ich hatte aber unterschätzt, wie zeitraubend das ist. Man darf so etwas nur machen, wenn der Weg das Ziel sein soll. Doch wir hatten nur drei Tage Zeit, nämlich vom 13.9. bis zum 15.9. Am Mittwoch sollte im Aparthotel in Sagres der Urlaub beginnen. Wir wollten eigentlich nur eine Nacht bleiben und schon Sonntag früh Richtung Süden fahren. Es war aber zu schön Sonntag früh auf unserer Bungalow-Terrasse. Das Frühstück dauerte, und am Strand waren wir auch noch nicht. So kamen wir erst am Montag weg.

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

Trotz der Berg- und Talfahrt schafften wir 618 km.

Eine sehr schöne Strecke (alle Fotos vom PP aus)

Sant Llorenç de Morunys, Tankstelle (42.134013, 1.593307)

Der See bei Sant Llorenç de Morunys

Parkplatz (42.138573, 1.538983), jetzt (2019) Kreisverkehr

Unter Zeitdruck, schließlich wollten wir ein großes Stück schaffen, wurde die kurvenreiche Berg- und Talfahrt etwas stressig. Trotz der schönen Landschaft hielten wir uns nirgendwo lange auf. Bei jedem Stopp mussten ein paar Fotos reichen, dann ging es weiter. Das Wetter war traumhaft.

Portugal und Spanien 13.9.2010: St. Pere Pescador, Ágreda
2019 © Peter E. Burkhardt
Coll de Bóixols und Coll de Montllobar

Immer wieder schöne Aussichten

Es soll hier noch Wildkatzen und vereinzelt Bären geben.

Coll de Montllobar an der C-1311 (42.156230, 0.797975)

Coll de Bóixols an der L-511 (42.169514, 1.185220)

Keine Ahnung, wie das Nest heißt.

Eigentlich sollte man hier wandern.

Die Pyrenäen sind besonders hier auf der Südseite einen extra Wanderurlaub wert. Es lohnt sich, vom Tal auf den nächsten Felsberg zu kraxeln, oft in fast unberührter Natur und oft nur auf schmalen Pfaden, die seit Jahrhunderten von den Einheimischen genutzt werden. Befahrbare Wege gibt es meist nur bis zu wirtschaftlich interessanten Punkten, sei es ein Holzeinschlag oder hochgelegene Weiden. Doch offenes Weideland ist relativ selten. Das weiß auch der Braunbär, von denen es einige in den oberen Waldregionen geben soll. Allerdings muss das Wetter mitspielen. Im Herbst und Winter sind die Berge oft vernebelt. Der Regen und auf den Gipfeln auch der Schnee bleiben nicht aus. Man muss das Frühjahr und den Sommer nutzen.

Portugal und Spanien 13.9.2010: St. Pere Pescador, Ágreda
2019 © Peter E. Burkhardt
Übernachtung in Ágreda

Das Hostal in Ágreda war nicht geplant. Ein Schild auf der gerade beginnenden Autobahn A15 wies uns den Weg. Normalerweise sind Hinweise zur Übernachtung auch auf spanischen Autobahnen nicht zu finden, aber hier hatte man wohl die Hinweistafel an der früheren N122 vergessen, zu demontieren.

Die alte N122 führt direkt in den Ort und wird dort zur N112. Manchmal ist es schon ein wenig verwirrend. Doch Spanien hat in den letzten Jahrzehnten viele neue Straßen gebaut bzw. zu Autobahnen ausgebaut. Durch die EU-Mitglied­schaft wurde es möglich. Allerdings geht alles im rasanten Tempo, im Gegensatz zum bürokratischen Schneckentempo in Deutschland.

Hostal Doña Juana in Ágreda (41.853930, -1.926743)

Blick aus unserem Fenster auf der Giebelseite

Unser Zimmer mit Bad 35 Euro, heute (2019) 65 Euro

Die Abendsonne bringt Kerzenlicht.

Das Auto steht gut, Tanken werden wir morgen.

Typisch spanisch-ländliche Hostal-Einrichtung

Portugal und Spanien 14.9.2010: Ágreda, Puebla de Obando
2019 © Peter E. Burkhardt

Di 14.9. – Ágreda, Cáceres, Puebla de Obando

Route 14.9.2010 (632 km)

Àgreda > N-Umfahrg. Soria > O-Umfahrg. Segovia > N-Umfahrg. Ávila > Béja > Plasencia > W-Umfahrg. Cáceres > Puebla de Obando, Hostal Mirasierra

Das schöne Lichtspiel des gestrigen Abends wiederholte sich heute morgen. Die rötlich schimmernde Umgebung bietet immer wieder beste Fotobedingungen, insbesondere wenn die Sonne gerade hinter dem nächsten Hügel verschwindet bzw. am Morgen auftaucht. Ich liebe diese Augenblicke.

Am Morgen des 14.9. wartete wieder die Sonne auf uns.

Irgendwo im Nirgendwo, keine Ahnung wo es war.

Unser täglich Brot gib uns heute und ...

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

Ein Riesensprung in meist flacher Landschaft: 632 km

Alte Straße als Parkplatz parallel zur neuen Hauptstraße

Man braucht nicht viel, um satt zu werden.

Portugal und Spanien 14.9.2010: Ágreda, Puebla de Obando
2019 © Peter E. Burkhardt
Übernachtung in Puebla de Obando

Die EX100 führt direkt durch den Ort Puebla de Obando. Das Hostal gegenüber der Repsol-Tank­stelle war genau das Richtige für uns: 25 Euro, aber ohne Frühstück. Im Gastraum empfing uns der typisch spanische abendliche Tumult mit dazwischen spielenden Kindern. Bis nach Mitternacht mussten wir die spanischen Gesänge genießen, ob wir wollten oder nicht.

Puebla de Obando, etwa 60 km vor Badajoz

Mit der Nacht kamen in Puebla die traurigen Lieder.

Gefrühstückt haben wir, jetzt wird gepackt.

Unser Zimmer lag direkt über dem Luftschacht der Kneipe, der natürlich offen war. Wir wussten nicht genau, ob wir weinen oder lachen sollten. Schön klingt es schon, wenn die traurigen Lieder über die nächtlichen Dächer fliegen. Die Spanier sangen mit Inbrunst und Ausdauer, begleitet von Gitarren und einem Klavier. Unsere Nacht war mehr als kurz.

Hostal Mirasierra (39.175588, -6.620900)

Am nächsten Tag der Blick auf die Umgebung

Die Tankstelle sollte mich später noch überraschen.

Portugal und Spanien 15.9.2010: Puebla de Obando, Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt

Mi 15.9. – Puebla de Obando, Sagres, Aparthotel Navigator

Route 15.9.2010 (410 km)

Puebla de Obando > Badajoz > Estremoz > Évora > Portel > Beja > Ervidel > Aljustrel > Odemira > Aljezur > Bordeira > Vila do Bispo > Sagres, Hotel Navigator

Es war schon 9 Uhr, als wir weiterfuhren. Bis zur portugiesischen Grenze nur etwa 70 und dann nur noch etwa 350 Kilometer, mehr war nicht mehr zu fahren. Für uns ein Klacks, der größte Teil lag hinter uns.

Hier kostete uns die Nacht nur 20 Euro, unschlagbar.

Die Grenze bemerkten wir fast nicht, ein Dankeschön an Brüssel für den grenzenlosen Verkehr. In Spanien gab es schon einsame Landstriche, in Portugal dachten wir manchmal, wir sind allein auf dieser Welt.

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

Nur noch ein Katzensprung bis Sagres, 410 km

Ein Parkplatz weit im Süden mit wirklicher Kunst an einer Wand, meiner Meinung nach! Das Kind aus Farbe lebt.

Portugal und Spanien 15.9.2010: Puebla de Obando, Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Ankunft in Sagres

Am späten Nachmittag stieg uns die Überraschung ins Gesicht. Wir hatten zwar im Katalog das Hotel gesehen, doch so groß hatten wir uns die Anlage nicht vorgestellt. Eigentlich hassen wir große Häuser mit Fahrstuhl. Doch hier war manches anders. Schnell spürten wir den familiären Charakter, wahrscheinlich auch wegen der sehr freundlichen Dame am Empfang.

Aparthotel Navigator (37.00681, -8.93470) in Sagres

Sagres mit wohltuend flachen Gästeanlagen

Unser Pool, gepflegt, sauber und einladend.

Sie sprach deutsch, hatte durchschimmernd graue Haare und somit ihren Spitznamen weg: Die "Graue Eminenz". Im weiteren Verlauf unseres Aufenthalts sollte sie noch eine besondere Rolle spielen. Wir hatten ja bisher kaum Kontakt zu portugiesischen Leuten und so bestätigte sich wieder einmal das Sprichwort: Der erste Eindruck ist der Beste.

Blick vom Appartement über Sagres hinweg aufs Meer

Schon am 1. Abend ein spektakulärer Sonnenuntergang.

So etwas macht süchtig und schürt Sehnsucht pur.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt

Do 16.9. bis Mi 29.9. – Urlaub in Sagres

Dieser Bericht ist, wie bereits erwähnt, erst in 2019 entstanden. Es sind also schon 9 Jahre vergangen. Anhand der Fotos sind mir aber noch viele wichtige Erlebnisse in Erinnerung geblieben. Vor allem habe ich beim Schreiben einen visuellen Leitfaden, der mich durch die Erzählung führt. Insbesondere die vielen Orte und Wege unserer über 6 Wochen dauernden Reise sind nur wegen der Bilder so präsent.

Tägliche Reinigung, sogar am Sonntag.

Die Sagres-Festung (unten mit Teleobjektiv fotografiert)

Zum Zeitpunkt unseres im Voraus gebuchten Aufenthalts in Sagres wussten wir noch nicht, dass aus der Reise eine richtige Rundreise werden würde, mit einem Aufenthalt an der Costa del Sol in Spanien und einem zweiten Kurzurlaub an der Costa Daurada. Doch ich will der Reihe nach erzählen. Vorrangig sagen die Bilder, was wir sahen. Was wir darüber hinaus erlebten, will ich versuchen in Worte zu kleiden.

Sagres liegt "Am Ende der Welt", im Südwesten Portugals.

Praia da Mareta, unser Hausstrand

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt

Do 16.9. – "Letzte Bratwurst vor Amerika"

Gestern angekommen mussten wir heute schon zu unserem eigentlichen Ziel, zur "Letzten Bratwurst vor Amerika". Ich habe anfangs geschrieben, was und wer diese Reise initiiert hat. Nun galt es, den Endpunkt anzusteuern, um unser Zertifikat abzuholen. Doch vorher sahen wir uns den Strand an und besuchten die Stadt Sagres, die völlig unspektakulär ausschaut.

Zwischen Sagres und dem Hotel ist Buschland.

Parkplätze auf dem Hotel-Hof

2. Appartement von links und von oben, unsere Bleibe

Zum Hotel selbst werde ich später Näheres berichten. Jedenfalls hatten wir einen herrlichen Ausblick Richtung Westen und damit auf Sagres, auf die Sagres-Festung und auf das Kap mit dem großen Leuchtturm. Da das Hotel fast auf einem Berg steht, ist die Aussicht besonders schön und vor allem unverbaut. Einen sicheren Parkplatz gibt es auf dem Hotel-Hof.

Man kann bis weit ins Landesinnere schauen.

Die zur Straße zugewandte Seite des Hotels

Kleiner Platz vor der Steilküste

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Der Praia da Mareta

Der längste Sagres-Strand Praia da Mareta liegt gewissermaßen dem Hotel zu Füßen. Allerdings kommt man nicht direkt zum Strand, da das Hotel vom Meer durch eine etwa 40 Meter hohe Steilküste getrennt ist. Es ist möglich, vom Hotel auf der Straße bis hinunter zum Strand zu laufen. Wer gut zu Fuß ist, nimmt aber den kürzeren Weg über den etwas westlich gelegenen Abhang.

Praia da Mareta, etwa 750 m lang

Restaurante Telheiro Do Infante

Die Badesaison ist im September noch voll im Gange.

Am Strand gibt es zwei gute Strandbars. Auf Grund von Ebbe und Flut verändert sich die Strandbreite ständig. Nach einer gewissen Distanz fällt das Ufer steil ab. Man sollte sich nicht zu weit hinauswagen. Später erfuhren wir, dass es an der Steilküste weiter draußen auch Haie gibt. Dort finden sie wegen der kalten Strömung eine Menge Futter.

Restaurante Raposo

Flach bei Ebbe, gefährlich bei Sturm und Flut

Parkplätze oberhalb des Strands

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Am Ende der Welt

Warum "Ende der Welt"? Nun, nach dem Horizont vor dem Kap gab es für die frühe Seefahrt kein Land mehr. Viele Fischer und Seefahrer kamen von dort nicht mehr zurück. Dieser mystische und zugleich heilige Ort war gefürchtet und geliebt. Schon früh begann man, ein Kloster zu bauen. Abgeschieden von der Welt konnte man jetzt um so besser dem Schöpfer nahe sein.

Sagres mit Wasserturm, hinten der Leuchtturm vom Kap

Cabo de São Vicente mit Leuchtturm (Pontal Gordo)

Der Stand wird von Deutschen geführt.

Welteroberer und Pilger kamen zum Kap und suchten, was sie vielleicht sonst nicht fanden: Die Gnade Gottes, ihre Welt zu erhalten. Heute ist es nicht anders. Wenn auch der weltliche Tourismus die Szene bestimmt, ein Rest von der Heiligkeit des exponierten Ortes vor dem unendlich scheinenden Meer ist geblieben. Und Sagres heißt nicht umsonst so, "sagris" bedeutet "heilig".

Zufahrt von Sagres aus, ca. 6 Kilometer

Da ist sie, die Bude. Zum Beweis unser Auto daneben.

Mit der richtigen Idee lässt sich überall Geld verdienen.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Markt und schroffe Felsen

Die Bratwurstbude ist Teil des Marktes, auf dem vor allem Handgestricktes gegen die kalten Atlantikwinde angeboten wird. Natürlich gibt es auch eine Menge anderes Zeug, was kein Mensch braucht, höchstens als Souvenir für die Lieben daheim oder eben ein Bratwurst-Zertifikat für Verrückte wie wir, die mit dem Auto bald 3.000 Kilometer fahren, um hier gewesen zu sein.

Ganz so toll sah die Inhaberin nicht aus.

Warme Pullover gegen die kalten Atlantikwinde

Der Leuchtturm ist einer der stärksten in Europa.

Natürlich gibt es auch eine andere, vernünftigere Interessenlage. Der Leuchtturm zum Beispiel ist durchaus vor allem von innen sehenswert. Die Technik ist faszinierend. Damals hatten wir zwar die Möglichkeit einer Besichtigung nicht genutzt, was ich aber in 2018 nachgeholt habe. Und nicht zu vergessen, das Kap und die Küste ringsum sind mystisch und erlebenswert.

Ich muss noch auf die Wurst warten und das Zertifikat.

Wir bestätigen hiermit der obengenannten Person, dass sie den suedwestlichsten Punkt des Festlandes von Europa und das heilige Cabo de São Vicente mit einem Besuch beehrt hat.

Letzte Bratwurst vor Amerika
Anno Domini
16. SEP. 2010

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt

Sa 18.9. – Fortaleza de Sagres, Vila do Bispo

Rundblick am Morgen

Das Frühstück genossen wir bei herrlichem Sonnenschein auf dem Balkon. Zwangsläufig streift dann der Blick über Sagres und das Meer. Noch nie war es uns vergönnt, über allem zu thronen und doch der Natur ganz nah zu sein. Man konnte zuschauen, wie das Leben in der Stadt und am Strand langsam in Gang kam.

Die südliche Spitze des Fortaleza-Massivs

Sagres mit gehörigem Abstand zum Hotel

Nach drei Seiten hin blickt man aufs Meer.

Ich musste alles festhalten, geradeso, als könne schon morgen das ganze Panorama nicht mehr da sein. Es sind viele Fotos entstanden. Leider ist Sagres nicht so urig wie manch alte mittelalterliche Stadt. Einen historischen Stadtkern sucht man vergebens, obwohl die Ansiedlung schon sehr alt ist.

Festung von Sagres, die Mauer zum Festland

Festungsmauer oberhalb des Mareta-Strands

Wasserturm von Sagres, hinten das Cabo de São Vicente

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Unser Appartement

Es gab nichts zu meckern. So eine Unterkunft hatten wir noch nie. Wir waren schon mit viel weniger zufrieden. Maximal können im Appartement 4 Personen wohnen. Küche, Bad, Heizung, TV, Mikrowelle, Kühlschrank, Balkon: alles da. Sogar ein kleiner Tresor ist versteckt im Schlafzimmerschrank eingebaut.

Mareta-Bucht, dahinter die Festungshalbinsel

Den Balkon gibt es nur vom großen Wohnzimmer aus.

Die Mikrowelle war neu, sonst alles schon fast uralt.

Das Beste war aber die Aussicht zum Meer Richtung Süden und Westen und ins portugiesische Land Richtung Norden. Nur der Osten blieb uns verwehrt, dort liegt der Hafen. Und je weiter man oben wohnt, desto besser wird es. Wir hatten einfach Glück, denn die Örtlichkeit war uns bei Buchung unbekannt.

Die Morgenplanscher sind schon wieder weg.

Die Küchenbar mit allem, was man braucht.

Ein Fernseher mit auch deutschen Programmen

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Besuch der Festung

Von der Festung, auf der "Heinrich der Seefahrer", ein portugiesischer Königssohn, angeblich eine Seefahrerschule gegründet haben soll, kannten wir keinerlei historische Details. Völlig unvorbereitet machten wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg, mit Auto natürlich, denn vor dem Festungseingang gibt es einen großen Parkplatz.

Der Parkplatz ist kostenlos und relativ groß.

Diese Luftaufnahme vermittelt einen guten Überblick.

Blick auf unser Apart-Hotel (links)

Der Zutritt ist nur durch ein Tor in der Festungsmauer möglich, dort ist die Kasse. Die Mauer soll es schon gegeben haben, als die Mauren das Gebiet beherrschten. Prinz Heinrich hat sie dann im 15. Jh. ausgebaut. Später wurde sie teilweise wieder zerstört. Durch die Mauer ist praktisch die ganze Halbinsel abgeriegelt.

Zufahrt zum Festungstor

Die letzten Meter ist Laufen angesagt.

Die Mauer könnte einen neuen Anstrich vertragen.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Kirche auf dem Festungsgelände

Allerdings hatten wir uns mehr erhofft. Interessant sind eine kleine Kapelle und die alten Kanonen. Das lange querstehende Hauptgebäude ist die Verlängerung alter Pferdeställe und wurde erst in neuerer Zeit errichtet. In diesem sogenannten Besucherzentrum sind ein Museum und ein Souvenirladen untergebracht.

Das sogenannte Besucherzentrum und die kleine Kirche

Prinz Heinrich soll den Bau der Kirche veranlasst haben.

São Francisco (Heiliger Franziskus)

Der Rundgang auf dem Festungsplateau dauerte nicht ewig. Einerseits war es sehr heiß, andererseits waren wie immer bei solch wichtigen Unternehmungen die Foto-Batterien leer. Der Ersatz lag im Auto. Nach 3 Stunden gegen 14 Uhr stiegen wir wieder ins Auto, um noch in Vila do Bispo bei Lidl einzukaufen.

Igreja de Nossa Senhora da Graça

Vergoldeter Holzaltar

Fliesenkunst, die sogenannten Azelejos

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Kanonen auf der Festung

Messingleuchter in der Kirche

Historisches zur Kirche

Die heutige "Kirche der Jungfrau der Gnaden" (Church of Our Lady of Grace oder auch Chapel of Our Lady of Grace) geht auf einen Neubau im Jahre 1570 zurück, der auf dem Fundament des Originalbaus St. Mary (Santa Maria) errichtet wurde. Die St. Mary hat Prinz Heinrich im Jahre 1459 bauen lassen. Während des Erdbebens 1755 wurde die Kirche stark beschädigt, wieder aufgebaut und in der Folge mehrmals restauriert.

Verteidigung der Tonel-Bucht (Richtung West)

Der Zahn der Zeit nagt bis zur völligen Zerstörung.

Blick hinaus auf den Festungshof

In der Kirche

In der Kirche steht die Skulptur vom Heiligen Vinzenz. Es ist der Heilige der Seeleute und Winzer. Er fand im Jahre 304 den Märtyrertod. Im 12. Jh. soll ein Schiff mit seinem Leichnam am Kap gestrandet sein. Auch ist der Heilige Franziskus zu sehen (São Francisco). Außerdem gibt es drei Grabstätten in der Kirche: Juan Fernandes de Luna (Kompanie-Chef aus Lissabon) und 2 Festungskommandanten aus dem 17. Jh.

Rampe für die Kanonen über dem Eingangstor

Das wirkliche Alter war nirgends zu erfahren.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Auf den Festungsmauern

Das weit ins Meer ragende Klippenmassiv Ponta de Sagres ist beeindruckend: 1000 Meter Länge, 300 Meter Breite und 60 Meter Höhe. Auf der Festungsmauer über dem Eingangstor hat man einen sagenhaften Rundblick. Leider hat die englische Flotte im Jahre 1587 große Teile der ursprünglich maurischen Festung zerstört. Bis 1632 war aber vieles wieder aufgebaut.

Blick Richtung Süden von der Festungsmauer aus. Auch hier stand das wirkliche Alter der Baulichkeiten nicht auf den Infotafeln.

Der Leuchtturm auf dem Kap des Heiligen Vicente

Unser Apart-Hotel hoch über dem Mareta-Strand

Die nächste Zerstörung erledigte die große Erdbeben-Flutwelle in 1755. Das Fort wurde aufgegeben. Erst 1793 erfolgte eine Renovierung. Die heutige Bausubstanz geht auf das Jahr 1960 zurück, in dem der 500. Todestag vom Prinz Heinrich war. Auf den alten Fundamenten sollte die Festung nach historischem Vorbild neu erstehen. Leider wurden dabei uralte Reste unwiederbringlich zerstört.

Kirche der Jungfrau der Gnaden (Church of Our Lady of Grace oder auch Chapel of Our Lady of Grace). Der kleine Glockenturm wurde außen angebaut.

Praia do Tonel, noch in Sages

Noch eine Kanone in Richtung Westen

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Rundgang auf dem Festungsmassiv

Kirche und Besucherzentrum von der Seeseite aus

Die Klippen sind teilweise bis zu 60 Meter hoch.

Sehenswert bzw. erlebenswert sind die Spalten im Felsmassiv, durch die man das Meeresrauschen wahrnehmen kann. Immerhin reichen die Löcher 60 Meter in die Tiefe bis zum Meeresspiegel. Die Geräusche des Wellenschlags werden durch die unterirdischen Hohlräume und den felsigen Kamin noch verstärkt. Bei jeder ankommenden Welle bläst einem ein kräftiger Aufwind ins Gesicht. Zieht sich das Wasser wieder zurück, gurgelt und zischt es und die Luft pfeift von oben hinunter in den Schacht.

Die Miliz kontrolliert die Angler (Angelschein)

Klippenangler brauchen hier ein Genehmigung.,

Ein Loch bis hinab zum Meer. Man hört den Wellenschlag.

Man sagt, bei Sturm schnaubt und brüllt ein Ungeheuer aus der Tiefe. Es geht die Sage um, ein Drache habe sich dort unten eingenistet. Er soll schon zur Heinrichs Zeiten im 15. Jh. dagewesen sein. Heinrich der Seefahrer soll mit dem Drachen einen Vertrag geschlossen haben und durfte demzufolge unbehelligt vom Drachen die Festung bauen. Sie einigten sich, der Drache solle die Halbinsel auf der Meerseite schützen und Heinrich von der Landseite aus. Wie in solchen Sagen üblich, waren dann alle zufrieden.

Moderne Info-Punkte (unpassend zur Umgebung, oder?)

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Der kleine Festungsleuchtturm

Der kleine Leuchtturm ist jüngeren Datums.

Das regelmäßige Blinken reicht bis in unser Hotel-Appartement, ungewohnt und geheimnisvoll.

Trotz widrigster Bedingungen gedeiht hier selbst im Sommer allerlei Kraut, leider für uns unbekannt.

Der Turm steht weit vorn auf dem Festungs-Plateau.

Diese Kanone schützt die östliche Flanke der Festungshalbinsel (Mareta-Bucht).

Im September ein schöner Anblick. Von den Bestäubern (Insekten) haben wir aber nichts gespürt.

Die Vegetation ist das ganze Jahr über aktiv. Im Sommer leben die Pflanzen von dem in ihren fleischigen Blättern gespeicherten Wasser. Im Winter gibt es wegen des warmen Meeres keinen Frost, so dass auch in dieser Jahreszeit das Wachstum nicht ins Stocken kommt. Der Salznebel schadet der Flora nichts. Im Gegenteil, mein Geschmackstest eines der dicken Blätter fiel salzig aus.

Auch Vögel scheinen die Halbinsel reichlich zu bevölkern. Überall waren die Exkremente zu sehen. Ob die Vögel das ganze Jahr über hier sind, darf bezweifelt werden.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt

Mo 20.9. – Vila do Bispo, Strände Cordoama, Amado, Bordeira

Kurzer Halt in Sagres

Hauptstraße Richtung Vila do Bispo (N268)

Wir hatten Sagres noch nicht inspiziert. Ein paar interessant aussehende Läden an der Hauptstraße nach Vila do Bispo verführten uns, das Auto stehen zu lassen. Man muss wissen, dass wir absolut keine Stadtgänger, Shopping-Typen, Museumsbesucher oder Parkbankdrücker sind. Allenfalls Kirchen und Burgen erregen unsere Aufmerksamkeit. Deshalb war es schon gewissermaßen eine Ausnahme, in Sages bummeln zu gehen.

Ein echter Hingucker nahe am "Artesanato"

Bild eines örtlichen Künstlers (Motiv unbekannt)

Viele Privathäuser, aber nie hoch

Die wenigen Läden und ein paar Surfschulen beanspruchten uns wenig, von Touristentrubel keine Spur, gut so. Sagres liegt eben doch nahezu am Ende der Welt. Es gibt viele Privat-Vermietungen, auch ein paar größere Appartement-Häuser. Sagres ist ziemlich flächig gebaut, ohne Hochhäuser und mit genügend Abstand zwischen den meist flachen Gebäuden. Natürlich ist alles auf Tourismus ausgerichtet, aber eben ohne Gedränge.

Immer wieder eine Augenweide

Artesanato, der Piratenladen

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Vila do Bispo

Vila do Bispo, Stadt des Bischofs. So war es auch. Um 1650 wurde das Gebiet vom König Portugals (D. Manuel der I.) seinem Freund Fernando Coutinho, Bischof der Algarve, als Jagdrevier geschenkt. Prompt hat der Bischof den Namen der Ansiedlung geändert und sich damit ein Andenken gesetzt.

Der Glockenturm ist ausgesprochen schön.

Blick zum kleinen Marktplatz

Türmchen eines Privathauses

Für uns war die kleine Stadt ein Segen, vor allem wegen des großen Lidl-Supermarktes. Die 8 Kilometer nördlich von Sagres waren ein Katzensprung, unsere Versorgung war gesichert. Im Apart-Hotel hätten wir sowieso nur frühstücken können, Selbstversorgung war also angesagt. Lidl hat alles, was wir brauchen.

Igreja Matriz de Vila do Bispo, Pfarrkirche aus dem 16. Jh.

Wohin mit der Wäsche, wenn der Platz nicht reicht?

Schmale Gassen aus längst vergangner Zeit.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Rundgang in Vila do Bispo

Die Gründung der Siedlung geht auf die Neandertaler zurück, wie Funde in der näheren Umgebung belegen. Das Dorf hieß früher Santa Maria do Cabo, später Aldeia do Bispo (Dorf des Bischofs) und heute eben Vila do Bispo (Stadt des Bischofs). Die Stadtrechte erhielt der Ort im Jahre 1662 vom König Pedro II.

Ein Blick über die Dächer Richtung Meer

Auch das gibt es, zu schade fürs Vergammeln.

Blick vom Westen aus zur Kirche

Auf der schmalen Straße M1265, die von Vila do Bispo zum etwa 3 Kilometer entfernten Meer führt, hat man einen herrlichen Blick über den Ort. Vila do Bispo ist etwas abgelegen von seinen Stränden Castelejo und Cordoama. Beides sind Traumstrände mit herzhaftem Atlantikwind und fast immer idealen Surfbedingungen.

Wenig Verkehr mit Gras im Straßenbelag

Seitenstraße ohne Charme

Alles überragend der Wasserturm mit löchrigem Dach

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Praia da Cordoama

Den Hausstrand von Vila do Bispo, den Praia do Castelejo, der bequem über die Straße M1265 erreichbar ist, hatten wir glatt übersehen. Wir hätten von der M1265 links abbiegen müssen. Geradeaus fahrend landeten wir schließlich auf dem Praia da Cordoama. Das ist der nächste Strand Richtung Norden.

Es gibt zwei Parkplätze am Praia da Cordoama.

Restaurante do Praia da Cordoama

Zur Zeit ist Ebbe, der Strand sehr breit.

Ein Highlight ist der Miradouro de Cordoama, ein Startplatz für Gleitschirmflieger, dessen Zufahrt von der M1265 abzweigt. Starker Aufwind erlaubt dort den Start und die Landung mit dem Schirm auf gleicher Stelle. Vom Strand aus kann man das Ganze beobachten. Ein steiler Pfad führt vom Strand bis hinauf zum Miradouro.

Parkplatz (37.10894, -8.93600)

Im Sommer ist selbst die Straße zugeparkt.

Der kleinere von der beiden Parkplätzen

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Praia do Amado

Wir kannten zwar den ganzen Küstenabschnitt noch nicht, wollten aber unbedingt zum Amado-Strand, auf dem sogar Surf-Meisterschaften stattfinden. Das hatte uns M. der Bratwurst-Verführer berichtet. Zum Praia do Amado zu kommen war garnicht so leicht. Man fährt von Vila do Bispo aus die N268 bis zum Ortseingang von Carrapateira und dann links Richtung Meer.

Praia do Amado, über einen Kilometer lang.

Surfen bei jedem Wetter

Escola de Surf, klein aber effektiv.

Der Amado ist gut ausgestattet: Zwei Parkplätze (einer nur für WoMos), ein Restaurant, zwei Surfschulen und sogar Holzstege, auf denen man ohne den Sand berühren zu müssen, die Umgebung erkunden kann. Ich fragte mich bloß: Wer denkt sich denn so etwas aus? Die Natur schonen kann man auch anders. Aber vielleicht kommen zu den Meisterschaften doch zu viele Leute.

Restaurant nahe dem PKW-Parkplatz (37.16865, -8.90126)

Ein Trampelpfad anstelle der Treppe wäre mir lieber.

Nördlich des Amado ist wieder Steilküste.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Küste zwischen Amado- und Bordeira-Strand

Parallel zum Meer kann man vom Surfstrand Praia do Amado bis zum Praia da Bordeira mit dem Auto fahren. Die Schotterpiste mündet dann am nördlichen Ortsausgang von Carrapateira wieder auf der N268. Es ergibt sich also gewissermaßen eine Rundfahrt am Meer, was auch viele Flieger-Urlauber mit Mietwagen nutzen.

Restaurante Sítio Do Forno (37.17442, -8.90656)

Der kleine Fischereihafen Zimbreirinha

Neben dem Hafen ist eine kleine Bade-Steinbucht.

Die verkehrstechnisch günstige Lage ist die eine Seite. Die andere Seite ist die Küste selbst. Schroffe hohe Felsen säumen das Ufer, ohne dass man auf diesem Abschnitt direkt ans Meer gelangt. Der ewige Atlantikwind aus Südwest treibt die Wellen an die Felsen, hohe Fontänen und ins Land ziehende Salznebel sind die Folge.

Blick Richtung Süden zum Praia do Amado

Blick Richtung Süden zum Praia do Amado

Blick Richtung Süden zum Praia do Amado

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Die ewig wilde Küste ohne Strände

Schon in Urzeiten gab es hier unmittelbar am Meer aus Stein gebaute Unterkünfte für die Fischer. Ausgrabungen belegen das. Die rauhe Küste war also nie ein Hindernis, Fischfang zu betreiben. Vom Prinz Heinrich (1394 bis 1460) ist bekannt, dass er von den Fischern den Zehnten verlangte, eine 10%-ige Steuer auf die Einnahmen aus dem Fischfang.

Haltebucht unterhalb einer urzeitlichen Siedlung

Ponta do Castelo mit Urzeit-Resten einer Fischersiedlung

Ständig gibt es gefährliche Felsabbrüche.

Die Mauerreste der Fischersiedlung stammen allerdings aus dem 12. bis 13. Jh. und wurden nicht ganzjährig genutzt (Islamic Seasonal Fishermen Village). Weiter weg von der Küste hat man viele Überreste vergangener Ansiedlungen gefunden, die teilweise noch älter sind. Diese Küste, die Costa Vicentina, war also keineswegs ein menschenleeres Gebiet am "Ende der Welt".

Hier sind überall Stege und Abgrenzungen.

Natürlich sind die Mauerreste neu aufgesetzt.

Heute ist das Meer ruhig, ausnahmsweise.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Aussichtspunkt und felsige Aussicht

Die Überschrift ist etwas ironisch gemeint. Man hat aber tatsächlich von diesem trigonometrischen Vermessungspunkt aus eine Sicht auf Felsreliefs, die einem an anderen Stellen verborgen bleiben. Natürlich muss man sich bis zur Klippenkante vorwagen. Unweit der Betonsäule kann man das Auto auf einem kleinen Parkplatz ohne Not stehen lassen.

Trigonometrischer Punkt (TP), der Torre de Aspa

Ansicht Richtung Süden

Parkplatz am Aussichtspunkt Torre de Aspa

Es ist sowieso anzuraten, den ganzen Küstenabschnitt zu Fuß zu erkunden. Dabei lohnt es sich, die Videoausrüstung (einschließlich Stativ) dabei zu haben. Besonders an windigen, aber unbedingt sonnnigen, Tagen gelingen Aufnahmen, die man so nicht erwartet. Wie wild geworden benehmen sich die Wassermassen, als müssten sie zeigen, was sie können.

Jede Bucht zeigt andere Felsstrukturen.

Wahrscheinlich sind es Asche- oder Kalkschichten.

Es soll hier viele Fische geben.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Kurz vor Carrepateira

Wer den langen Bordeira-Strand das erste Mal sieht, ist überrascht. Vorn gibt es eine Dünenlandschaft, die bis zum Rand des Ortes Carrepateira reicht. Weiter hinten dann, in nördlicher Richtung, ist Steilküste mit einem schmalen Strandstreifen, der bei Flut teilweise völlig überspült wird. Ich meine, es ist der schönste Strand der Costa Vicentina.

Letzte Klippen vor dem Praia da Bordeira

Bei Sturm schlagen die Wellen bis über die Klippen.

Interessante Schichtungen erloschener Vulkane

Eigentlich hat der große Strand den falschen Namen, denn nicht Bordeira liegt nebenan, sondern Carrepateira. Bordeira ist weiter nordwärts abseits vom Meer an der N268. Es ist ein kleiner Ort am Hang mit wenig Tourismus. Carrepateira dagegen hat ein richtiges Zentrum, liegt am Meer und ist auch von der Fläche her wesentlich größer als Bordeira.

Carrapateira, gegenüber dem Bordeira-Strand gelegen

Diese kleine Blütenpracht gibt es an vielen Stellen.

Kein Fels zum Klettern, zu bröselig für feste Haken

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Praia da Bordeira

Bis zum 3 Kilometer langen Bordeira-Strand schafften wir es noch, ohne aber hinunter zu gehen. Kaffeeduft drängte sich in unser Gehirn. Morgen ist auch noch Zeit, war unser Motto. Einen ersten Eindruck von der Westküste hatten wir gewonnen. Wir waren überrascht, so wenig Touristen am Meer zu sehen, trotz angeblich steigender Besucherzahlen.

Der 3 km lange Praia da Bordeira (37.19364, -8.90170)

Lange Wellen für gutes Surfen

Surfbrett-Ausleihstation am Bordeira-Strand

Verglichen mit der italienischen Küste, egal ob an der Adria oder an der ligurischen Westküste, kann man Südportugal fast schon als einsam bezeichnen. Im Reiseführer steht, daran seien die Westwinde des Atlantik schuld. Für den Winter mag das zutreffen. Jetzt im September empfanden wir die Temperaturen weder kalt noch heiß, aber gerade deswegen angenehm.

Carrepateira, direkt am Bordeira-Strand

Flussmündung des Ribeira da Bordeira

Sonnenuntergang in Sagres, Montag 20.09.2010

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt

Di 21.9. – Badetag am Mareta-Strand

Ein Tag ohne Auto

Heute haben wir das Auto stehen lassen und sind hinunter zu unserem Hausstrand gegangen. Das Wasser war noch angenehm warm, hier allerdings wie immer nur etwa 19 Grad. Selten, aber heute war auch kein Wind.

Wieder ein Morgen mit phantastischem Ausblick auf die Mareta-Bucht und das Fortaleza-Massiv

Appartementhaus der Spitzenklasse

Sagres breitet sich aus, man hat noch Platz.

Trotzdem hielten wir es nur knappe 3 Stunden am Strand aus. Auch das schönste Wasserwandern wird langweilig, wenn man schon das dritte Mal die Mareta-Bucht abläuft. Relativ zeitig saßen wir wieder auf unserem Balkon.

Links die überbaute Drachenhöhle (Schneckengang zum Drachenspalt), rechts der kleine Fortaleza-Leuchtturm

Wasserturm, hinten das Vicente-Kap mit dem Leuchtturm

Sonnenuntergang in Sagres, Dienstag 21.09.2010

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt

Mi 22.9. – Hafen von Sagres, Martinhal, Zavial, Ingrina, Raposeira

Kurzbesuch im Hafen und Resort Martinhal

Heute wollten wir die von Sagres östlich gelegenen Gebiete erkunden. Den Sagres-Hafen soll schon Prinz Heinrich im 15. Jh. ausgebaut haben. Das ist aber nicht sicher. Die Expeditionen zur Eroberung unbekannter Überseegebiete wurden zu jener Zeit von Lagos aus gestartet.

Resort Martinhal mit den Wohnschachteln

Kleine Feriensiedlung westlich von Martinhal

Reparaturhafen nahe am Hafenstrand Praia da Baleeira

Sagres hatte damals sicherlich nur einen unbedeutenden Fischereihafen. Auch heute bietet er nichts Besonderes. Wir hielten nur kurz und fuhren dann weiter Richtung Ferienanlage Martinhal. Dieses Resort ist vor allem bei Familien mit Kindern beliebt, allerdings ziemlich teuer.

Der Hafen mit vorgelagerten Inseln, beliebt bei Tauchern.

Resort Martinhal mit Luxus-Ferienhäusern

Hier gibt's Explorer-Tickets (Delphine, Haie, Vögel)

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Resort Martinhal

Der vom Atlantikwind geschützte Strand am Fuße vom Martinhal ist ideal für Familien mit Kindern. Das Resort bietet solchen Feriengästen sogar eigene Kinderbetreuung, so dass man seine "nervenden" Kinder abgeben kann. So ähnlich äußerte sich ein Schweizer Ehepaar, mit dem wir ins Gespräch kamen.

Bildmitte: Hafenzufahrt von Sagres aus

Martinhal-Strand (Richtung Osten gesehen)

Teils Schachtelbau, teils schöne Ferien-Villen

Die wenigen Eindrücke, die wir beim Rundgang gewannen, waren nicht gerade positiv. Irgendwie passt das Resort nicht zur wilden Schönheit der Atlantikküste. Trotzdem sollen im Sommer alle Häuser belegt sein, so erfuhren wir. Scheinbar gibt es doch ein paar Leute, die mit den naturbelassenen Stränden zufrieden sind. Gut so!

Praia do Martinhal am Martinhal-Resort

Dort würden wir auch den Urlaub verbringen wollen.

In dieser Region recht selten (wahrscheinlich gepflanzt)

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Praia da Ingrina

Um zum nächsten Strand in Richtung Osten zu gelangen, muss man erst einmal nach Vila do Bispo fahren und dann weiter auf der N286 in Richtung Lagos. Unmittelbar an der Küste ist nur Buschwerk vorhanden, durch das einige wilde Wanderpfade führen. Ab dem Martinhal-Resort ist die Steilküste fast unzugänglich. Es gibt bis zum Praia do Barranco keine Badebuchten.

Vila do Bispo, wir sind auf der M1257.

Die kleine Bucht des Praia da Ingrina

Praia da Ingrina Richtung Osten

Der erste gut mit dem Auto zu erreichende Strand ist der Praia da Ingrina. In Raposeira biegt man von der Hauptstraße N286 rechts ab und kommt so auf der M1257 direkt bis zum Ingrina-Strand. Der schön in einer geschützten Bucht gelegene Strand ist bei Surfern beliebt. Vor allem der Wind vom Süden rollt das Wasser in hohen Bergen gegen die Küste.

Verstreut liegen manche Anwesen mitten im Buschwerk.

Ahnen des Restaurante do Sebastião

Anwesen des Restaurante do Sebastião

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Praia do Zavial

Die nächste Stippvisite statteten wir dem Praia do Zavial ab. Es ist die nächste Bucht Richtung Osten. Zum Strand gerhört die kleine Ortschaft Zavial, die aber nur aus wenigen Häusern besteht. Der Strand ist etwas größer und gleichzeitig eine Flussmündung, im Sommer ohne Wasser. Auch hier sind viele Surfer.

Praia do Zavial Richtung Osten

Das östliche Ende des Strands mit abgebrochenen Klippen

Schild an der Hauptstraße

Heute waren nur wenige Surfer draußen, wahrscheinlich wegen der eher ruhigen See. Die Flussmündung bietet große Sandflächen, die aber bei Flut teilweise mit Wasser gertränkt werden. Der kleine Parkplatz unmittelbar am Restaurant war voll, doch weiter vorn an der Hauptstraße M1257-1 ist meist genügend Platz.

Fußsteig zum Zavial-Strand

Solche Wellen waren heute selten.

Parkfläche an der Hauptstraße, im Hintergrund Zavial

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Raposeira an der N125

Zwar war es noch nicht sehr spät und deshalb der Besuch der kleinen Kirche in Raposeira geplant. Raposeira liegt an der N125 kurz hinter Vila do Bispo in Richtung Lagos. Die Kirche "Igreja Matriz da Raposeira" aus dem 16. Jh. wird auch "Igreja de Nossa Senhora da Encarnação" genannt. Das Dach war am 16.11.1873 eingestützt und im gleichen Jahr wieder aufgebaut.

Der größte Platz in Raposeira, vor der Kirche

Der Glockenturm endet mit einem achteckigen Prisma.

Das Sonnenlicht spiegelt sich auch auf dem Meer.

Wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Kirche war zu, das Wetter aber schön und schnell war der Tisch auf unserem Hotel-Balkon gedeckt. Bis zum späten Abend saßen wir wieder über Sagres und genossen den weiten Blick übers Meer. Das Spiel der untergehenden Sonne mit den schwarzen Wolkenbändern zeichnete ein sich ständig veränderndes Gemälde.

Heute geschlossen, wir fahren weiter ohne Besichtigung.

Diese Glocke hat einen hellen und harten Klang.

Wieder ist ein Tag zu Ende, der 22.09.2010

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Do 23.9. – Hotel-Tag wegen Autopanne

Unser Plan für heute

Wir hatten wieder getrödelt, das Frühstück zog sich hin und auch die Aussicht aufs Meer und auf Sagres verleitete uns, länger als nötig auf unserem Hotel-Balkon rumzulungern. Viel hatten wir uns sowieso nicht vorgenommen, da es wieder heiß werden sollte. Auf unserem Miniprogramm stand für heute die kleine Kirche in Raposeira, danach vielleicht noch die Bet-Kirche Heinrichs (Ermida do Guadalupe) und, sollte noch Zeit übrig bleiben, ein Streifzug durch die Küstenorte Salema und Burgau. Fixpunkt für die Rückkehr war wie üblich die Kaffeezeit.

Kein Start in Sicht

Ein wenig Verpflegung für den Notfall hatten wir trotzdem gepackt und die Tasche ins heiße Auto gestellt. Die Klimaanlage unseres Omega würde es richten. Der Anlasser leierte, diesmal aber ohne Erfolg. Nach dem dritten Versuch wurde ich nervös. Die Batterie zeigte keinerlei Müdigkeit, was sich leicht an der Anlasserdrehzahl beurteilen ließ. Meine Frau öffnete schon ihre Tür wegen der im Auto gestauten Hitze. Sie schien zu ahnen, dass es eine längere Geschichte werden würde. Ich probierte es noch ein paar Mal. Der Motor sprang einfach nicht an.

Nun war guter Rat teuer. Unser Omega hatte uns noch nie verlassen. Ausgerechnet hier fast am ENDE DER WELT machte er nicht, was ich wollte. Gestern hatte ich das Auto noch ganz normal abgestellt, d.h. es lief bis zum Schluss ohne zu muckern. Vielleicht war etwas mit der Zündung? Oder er (der Motor) bekam keinen Sprit. Der Tank war noch halb voll. Eine Pfütze unter dem Auto konnte ich auch nicht entdecken.

Verdacht auf Marder

Vielleicht gab es hier auch Marder? Der Omega diente rund zwei Jahre vorher schon einmal als Schlafplatz. Ich hatte den Besuch wegen der Haare im Motorraum und einigen Hinterlassenschaften unter dem Auto bemerkt. Im Motorraum selbst war sonst nichts weiter feststellbar. Drei Tage später, wir standen frühmorgens immer noch am gleichen Waldrand in Bayern, wollte mein Omega nicht mehr. Nach kurzem Suchen hatte ich den Kabelfraß entdeckt. Der Schaden ließ sich mit Hausmitteln beheben, so dass wir unsere Reise fortsetzen konnten. Allerdings hatte ich dann zu Hause den Motorraum einer peinlichen Säuberung unterziehen müssen.

 

Diverse Sprays nährten die Hoffnung, für immer vor Mardern und ähnlichen "Raubtieren" Ruhe zu haben. Die Verzögerung des Marderschadens nach drei Tagen am Standort Waldrand ist nur zu erklären, wenn man weiß, dass die Marder-Männchen sich gegenseitig nicht leiden können und ordentlich Wut bekommen, wenn ein vermeintlicher Liebes-Konkurrent schon vorher in der schönen Schlafhöhle anwesend war. Vor lauter Frust werden dann eben die Kabel zerbissen, denn die Höhle des Konkurrenten muss ja unbewohnbar gemacht werden.

Versuch, den Start-Fehler zu finden

Diese Erinnerung nützte mir jetzt aber nicht viel. Natürlich sah ich mir die Eingeweide unter der Haube genau an, konnte aber nichts Auffälliges entdecken. Wie schon gesagt, da war guter Rat teuer. Meine Frau hatte sich zwischenzeitlich schon wieder in ein klimatisiertes Umfeld, sprich in die Hotel-Suite, begeben. "Hol mich, wenn du fertig bist", meinte sie nur. Mit was eigentlich?

Dem Fehler auf die Spur zu kommen, dürfte eigentlich nicht schwer sein. So ganz unerfahren bei Fehlersuche und Reparatur an Autos (auch an allem anderen, was einen Motor hat) war ich nicht. Vorauszusehen, ob das Bordwerkzeug reichen würde, war bis jetzt nicht.

Ich fing also an, hier und da an den Benzinschläuchen zu ziehen, versuchte auch, unter dem Auto ein Leck zu finden und kroch sogar soweit unter Tage, dass ich den Benzinfilter einsehen konnte. Hell genug war es, und heiß und heißer wurde es auch. Ich kam ins Schwitzen. Mit schon ein wenig zittrigen Händen öffnete ich den Zündverteiler, alles in Ordnung. Um den Zündfunken an den Kerzen zu prüfen, brauchte ich eine zweite Hand am Zündschloss. Zum dritten Mal: Nun war wieder guter Rat teuer.

Ich sah mich um, niemand hätte mir jetzt helfen können, es war ja niemand da. Die meisten Hotelgäste lagen schon am Strand. Der Hotel-Hof wirkte wie ausgestorben. Nicht in der besten Verfassung erschrak ich fast, als mir die schwarze Miez um meine nackten Beine strich. Die Katze hatte ich in den vergangenen Tagen schon mehrmals getätschelt. Sie wollte wohl wieder ihre Streicheleinheiten abholen. Oder es war ein Omen, wenn eine schwarze Katze am kaputten Auto sitzt.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Helfende Hand beim Startversuch

Ein Unheil ist es sowieso, dachte ich, da brauch ich nicht noch eine schwarze Katze dazu. In der Hoffnung, eine helfende Hand im Foyer zu finden, ging ich rein. Eine Wohltat, den kühlenden Luftzug der Klimaanlage zu spüren. Im Innenhof am Pool versuchte der mir bekannte ältere Mann wie immer um diese Zeit mit einem langen Staken den Algen an den Kragen zu gehen. Vielleicht könnte der mir...? Mir bleib keine Wahl, ich hoffte nur, dass er wenigstens den Zündschlüssel bedienen könnte.

Er konnte, zwar kein Wort Deutsch oder Englisch und ich kein Wort Portugiesisch, die Verständigung klappte trotzdem. Um es kurz zu machen, alle Zündfunken waren da, und der Fehler blieb immer noch im Dunklen.

Suche nach einer Werkstatt

Sehnsucht oder Ungeduld? Keine Ahnung! Jedenfalls stand plötzlich meine Frau neben mir. Wie lange noch...? Keine Ahnung! Ich entschloss mich die laienhafte Suche aufzugeben und Werkstatthilfe in Anspruch zu nehmen. An der Rezeption konnte man mir nur die Tankstellen in Sagres empfehlen, ansonsten wäre in Lagos die nächste Opel-Werkstatt. Wir wollten sowieso im Supermarkt in Sagres noch Brot holen. Beide Tankstellen von Sagres sind nicht weit davon.

Übrigens ist es der einzige Laden, wo es dunkles kerniges deutsches schmackhaftes frisches (fast immer) Kastenbrot gibt, damals jedenfalls. Es scheint in der Region einen deutschen Bäcker zu geben. In der portugiesischen Tradition hat solches dunkles Brot wenig Platz. Dafür gibt es aber andere leckere Sachen, die man in Deutschland nicht findet.

Der junge Mann versuchte mir klar zu machen, dass weder in seiner noch in der anderen Tankstelle eine Reparaturmöglichkeit bestehe. Einen Reifen wechseln könne man, aber wenn es um Elektronik (?) gehe, käme nur die Bosch-Werkstatt in Vila do Bispo in Frage.

Übrigens, eine ADAC-Mitgliedschaft war damals kein Thema. Noch nie war ich wirklich in Not, so dass ich diese Hilfe hätte in Anspruch nehmen müssen. Aus Schaden wird man klug. Heute, neun Jahre später, bin ich treues ADAC-Mitglied, sogar mit Auslandskrankenschutz.

Im Rückblick muss ich schmunzeln. In diesem Urlaub sollte die Autopanne nicht die einzige Unregelmäßigkeit sein. Bloß gut, dass man nie weiß, was kommt.

 

Helfende Hand

Ein Aldi oder Lidl wäre mir hier lieber.

Zum vierten Mal: Nun war guter Rat teuer. Wie sollte ich mit einem Auto, das nicht fuhr, die acht Kilometer nach Vila do Bispo kommen? Mein ratloses Gesicht veranlasste den Burschen in der Tankstelle, zum Hörer zu greifen. Ja, es gab 2010 dort tatsächlich noch ein Telefon mit Hörer. Er hatte wohl die Werkstatt in Vila do Bispo an der Strippe. Heute könne man nichts mehr machen, aber morgen früh könne ein Monteur kommen, um zu sehen was los ist. Ich ließ mich darauf ein.

Für heute hatte ich sowieso genug, um nicht zu sagen die Schn... voll. Vor lauter Frust kauften wir nicht nur gesundes Brot, sondern sündigten auch noch mit kalorienstrotzenden Kuchenstücken verschiedenster Art. Die Kaffezeit war bald ran. Man gönnt sich ja sonst nichts. Kinder bekommen auch etwas Süßes, damit sie sich nach dem Hinfallen wieder beruhigen.

Was bleibt war der schöne Sonnenuntergang.

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Fr 24.9. – Autoreparatur in Vila do Bispo

Der Mann vom Bosch-Dienst kommt doch noch

Extra frühzeitig aufgestanden bereute ich, den Mann von der Werkstatt bestellt zu haben. Er kam und kam nicht. Endlich, gegen 11 Uhr klingelte unser Zimmertelefon. Der Bosch-Service sei da. Das klingt gut, dachte ich. Jetzt ist der Fachmann vor Ort und spätestens zu Mittag sind wir wieder auf Tour. Wie sagt man so schön? Träume sind Schäume. Mein hoffnungsvoller Traum vom schnellen Ende des Lebens ohne Auto sollte platzen.

Der Bosch-Service-Mann, ein dicker gemütlicher Mitt-Fünfziger meinte, er habe noch zu Hause erfahren, dass hier Not am Mann wäre. Zu Hause? Ich verstand anfangs nicht. Ja, er wäre noch nicht im Dienst gewesen, da hätte ihn sein Chef angerufen und nach Sagres beordert. Nun gut, entweder fangen die Leute hier recht spät mit der Arbeit an oder hatte der Mann vielleicht Mittelschicht? Ich weiß es nicht.

Kurzer Reparaturversuch

Vom langen Leiern des Anlassers wurde nun auch meine Batterie müde. Ob ich denn genug Sprit im Tank hätte? Ja. Und ob bei der letzten Fahrt der Fehler schon einmal aufgetreten wäre? Was für Fehler? Ich hatte nichts bemerkt, nicht umsonst stand das Auto dort, wo es hingehört.

Da könne er nichts machen. Ja wie auch, ohne Werkzeug und ohne etwas zu tun. Ich ahnte schon, das wird nichts. Offensichtlich war das Ganze nur ein Alibi-Besuch. Das Auto müsse nach Vila do Bispo in die Werkstatt. Schnell begriff ich, es ist noch lange keine Lösung in Sicht. Meine Hoffnung war, nun würde der Mann den Abschleppwagen rufen und im Prinzip das Auto gleich mitnehmen. Vergeblich gehofft. Die Werkstatt sei auf so etwas nicht eingerichtet. So? Gut das der Mann meine Gedanken nicht lesen konnte. Die reparieren also nur Autos, die selbst noch in die Werkstatt kommen.

Schneller Abgang

Wie geht es nun weiter? Mein Englisch wurde noch schlechter, als es normalerweise schon ist. Er überlegte. Der nächste Abschleppdienst sei in Lagos, es sind nur 30 Kilometer. Er habe aber keine Verbindung mit den Leuten dort und außerdem regelt so etwas sein Chef. Übrigens, er müsse jetzt seinen Job machen und in die Arbeit fahren. Ich solle mich selbst um das Abschleppen kümmern, dann werde man weitersehen.

 

Ich war sprachlos. Außer OK wusste ich nichts zu erwidern. Schnell war der Mann in seinem kleinen Fiat und noch schneller vom Hotel-Hof verschwunden. Mittlerweile mittags stand ich also wieder alleine neben dem Auto, die Sonne brütete und ich wusste keinen Rat, genau wie gestern um diese Zeit.

Kaffeetrinken und Abschleppdienst von Lagos

Ich musste erst einmal verschnaufen, meine Frau hatte zwar nichts Essbares vorbereitet, weil sie wohl dachte, das Problem sei vielleicht schon gelöst. Beim Kaffee und dem Rest Kuchen von gestern erzählte ich alles. Die schwarze Magie (der Kaffee) und das Ansteigen des Blutzuckerspiegels (der Kuchen) halfen, die Gedanken zu ordnen.

Eine Alternative gab es nicht. Das Auto musste wieder flott gemacht werden. Unsere graue Eminenz an der Rezeption gab sich große Mühe, ein günstiges Angebot für uns rauszuschlagen. 50 Euro Cache, weniger sei nicht möglich. Der Mann am anderen Ende der Leitung schien feste Vorstellungen zu haben. Fast hätte ich gesagt, so wenig? Aber nur fast. Ich tat so, als wenn ich überlege. Dabei hatte ich sowieso keine Wahl.

Spätestens in 2 Stunden würde der Abschleppwagen da sein. Hoffentlich. Es war mittlerweile schon 14 Uhr. Meine Hoffnung, heute noch ein fahrbares Auto zu haben, schwand zusehends.

Der Abschleppwagen kommt

Tatsächlich, kurz vor 4 hörte ich 3-maliges Hupen, das nur von einem LKW stammen konnte. Das laute Röhren drang sogar bis auf unseren Balkon auf der Pool-Seite des Hotels. Es konnte nur uns gelten. So kann man sich auch anmelden. Als ich auf den Parkplatz kam, war ein etwas älterer, aber sehr robust aussehender Mann schon dabei, seinen Abschleppwagen zur Verladung fertig zu machen. Es sollte also nicht abgeschleppt, sondern verladen werden.

Meinen Einwand, dass Lenkung und Bremsen in Ordnung seien, überhörte er. Oder er verstand nichts. Bis heute ist mir unklar, welche Sprache der recht dunkelhäutig aussehende Mann beherrschte. Er ließ außer "Euros" und "OK" kein einziges Wort verlauten. Noch ehe die Winde seines Lade-Lastenaufzugs in Betrieb ging, forderte er mit einer unmissverständlichen Finger-Geste die ausgemachten 50 Euro.

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Aufladen mit Seilriss

Um das seitlich eingeparkte Auto längs hinter die Ladefläche zu bringen, war Muskelkraft nötig. Er hatte zwei U-Schienen angelegt, auf denen unser Omega eine Etage höher gehievt werden sollte. Der Omega ist schwer, rund eine Tonne ist zu bewegen. Bloß gut, dass der Parkplatz eben ist. Trotzdem wäre ein dritter Mann hilfreich gewesen, aber wieder war niemand in der Nähe.

Zwei recht dünne Drahtseile spannten sich langsam. Ich hatte kein gutes Gefühl. Doch der Mann musste ja wissen, was er tat, hoffentlich nicht das erste Mal, waren meine Gedanken. Es knisterte, die Seile streckten sich, der Omega begann, sich zu bewegen. Langsam, aber stetig kletterte das Auto die Schienen hinauf. Für meine Begriffe war die Rampe zu steil. Die Motorwinde brummte und zog jetzt offensichtlich unter Voll-Last.

Am Übergang von Schiene zur Ladefläche stockte die Aktion. Der Überlastschalter der Winde hatte wohl ausgelöst und die Windenbremse aktiviert. Nun war erst einmal Ruhe. Die Auto-Vorderräder hingen im Spalt von Schiene zur Ladefläche. Der Lademeister machte kein freundliches Gesicht. Er hatte das Gewicht unseres Omega wohl unterschätzt.

Nach einer Umrundung der Szenerie nahm er wieder das kabelgebundene Bedienpult, wartete ein Weilchen und tippte dann den Hebel für die Winde an. Sie lief wieder. Offensichtlich ist der Überlastschalter temperaturgesteuert und war wieder abgekühlt.

Neuer Versuch mit nur noch einem Seil

Aufmerksam und mit respektablem Abstand sah ich zu, wie sich die Seile wieder spannten. Den lauten Knall habe ich heute noch in den Ohren. War doch eines der Seile gerissen und mit dem Ende im großen Bogen auf das Dach des Abschleppwagens geschlagen. Doch das andere Seil hielt. Nicht auszudenken, wenn auch dieses zerrissen wäre. Der Lademeister verzog keine Miene. Mit stoischer Gelassenheit klebte sein Daumen am Windenschalter und der Omega kroch langsam auf die Ladefläche.

Ich hatte zu tun, mich von diesem Schreck zu erholen. In unmittelbarer Nähe waren noch mehr Autos geparkt. Das durch die Gegend pfeifende Seil hätte viel mehr Schaden anrichten können. Mir ist nur unklar, wieso das Seil nicht hielt. Wahrscheinlich waren schon vorher einige der Stahlfasern defekt.

Ladungssicherung ohne Sicherung

Zum Arretieren des Autos mussten die Handbremse und zwei Bremsklötze reichen. Keine Spur von Ladungssicherung per Spannbänder oder dergleichen. Jetzt war es wichtiger, den Schaden des Abschleppautos zu inspizieren. Der Lademeister kletterte auf sein Fahrerhaus-Dach und fluchte vor sich hin. Wahrscheinlich hatte das Seilende einigen Schaden angerichtet.

Ohne zu fragen wies er mir den Beifahrerplatz zu, und ehe ich auch nur weiter über das Geschehene nachdenken konnte, verließen wir den Hof. Wenn schon das Aufladen unseres Omega einem Drama glich, der Transport in die Werkstatt nach Vila do Bispo war die reinste Höllenfahrt.

Fahrt in Wild-West-Manier nach Vila do Bispo

Ich glaube, er hatte seine Fracht vergessen. Er nahm den kürzesten Weg durch Sagres, schmale Straßen mit vielen Vorfahrtsregelungen und einigen Stopp-Schildern. Das gilt aber nur für normale Verkehrsteilnehmer, nicht für den Abschleppwagen aus Lagos. Mit Karacho ohne einen einzigen Stopp erreichten wir die N268, auf der für Einheimische sowieso die 90 nur als Mindestgeschwindigkeit gelten. Rückblickend durch die kleine Scheibe auf unser geliebtes Auto dachte ich nur: Hoffentlich geht's gut!

Es geschehen noch Wunder. Die 8 Kilometer hatten wir schneller hinter uns gebracht, als ich dachte. Im Gewerbegebiet ging es eng zu. Vor der Werkstatt war kaum Platz, zu viele Autos standen rum. Das Abseilen erfolgte deshalb auf der Straße. Ich bekam den Werkstatt-Manager überhaupt nicht zu Gesicht. Nach weniger als 10 Minuten waren Abschleppwagen samt Fahrer verschwunden, mich mit verblüfftem Gesicht neben meinem Omega zurücklassend.

Warten auf die Reparatur

In der Werkstatthalle herrschte emsiges Treiben, vor allem aber akute Platznot. Selbst wenn ich gewollt und gekonnt hätte, für mein Auto wäre nichts frei gewesen. Mit Mühe zwängte ich mich durch die dicht stehenden Fahrzeuge, um zum vermeintlichen Büro zu kommen. Einen der Monteure nach dem Chef fragend wies der nur in Richtung Tor. Dort stand tatsächlich ein junger Mann an einer Art elektrischen Prüfstand, der mit einem großen älteren Mercedes verkabelt war. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Motor-Check, denn dieser heulte immer mal wieder auf um dann wieder in ein stotterndes Diesel-Getucker überzugehen.

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Ein Weilchen sah ich dem stark beschäftigten Reparaturmann zu, noch nicht wissend, dass dies wirklich der Werkstatt-Chef war. Nebenbei bedeutete er mir, ich müsse noch warten. Erst müsse der Mercedes raus, dann käme ich dran. Das alles erfuhr ich, ohne dass eine Reparaturannahme oder ähnliches erfolgte. Papiere wurden auch keine verlangt, ich glaube meinen Namen hatte er sich auch nicht gemerkt.

Es verging fast eine Stunde. Auf der Straße hatte jedes ankommende Auto Mühe, am Omega vorbei zu kommen. Das Auto weiter zur Seite zu schieben wäre mir aus eigener Kraft nicht möglich gewesen. So konnte ich nur hoffen, nicht auch noch Lackschäden abzubekommen.

Endlich. Inzwischen war der Mercedes-Besitzer eingetroffen. Seine Absicht, das reparierte Auto abzuholen, war zwar erkennbar, doch es geschah nicht. Bestimmt 15 Minuten lang tauschten die Beiden erst einmal Neuigkeiten (oder alten Klatsch?) aus, bis schließlich ein Handschlag das Gespräch beendete.

Die Reparatur beginnt

Nun war der Prüf- und Reparaturplatz der Werkstatt frei. Ansonsten war die Halle vollgestellt. Wo plötzlich die 3 Leute herkamen weiß ich nicht. Jedenfalls schoben wir zu fünft den schweren Omega die Zufahrt hinauf, direkt mit der Schnauze vor den Prüfschrank.

Die Kommunikation war äußerst schwierig. Obwohl, das Grundproblem verstand der junge Mann, er war noch keine dreißig. Ohne nochmals einen Start zu versuchen wurde das Auto mit dem Automaten verkabelt. Auf dem Bosch-Bildschirm erschienen allerlei Anzeigen und Auswahlpunkte. Der Mann hangelte sich durch den portugiesischen Menübaum und landete schließlich auf einer Seite mit Handlungsanweisungen für den Motorstart. Soviel verstand ich, die wenigen englischen Begriffe auf dem Schirm reichten mir.

Kein Druck auf der Leitung

Er prüfte den Kraftstoffdruck bei Anlasserbetätigung und siehe da, kein Kraftstoff! Bereits jetzt schwante es mir. Vor 3 oder 4 Wochen hatte ich die Kraftstoffpumpe gewechselt, zusammen mit dem Kraftstoff-Filter. Vielleicht war die Pumpe wieder hin? Ich sagte es ihm. Ohne zu zögern begann er, den Kofferraum auszuräumen und den Deckel zum Tank zu öffnen.

Die Pumpe im Tank

Man muss wissen, beim Omega Kombi (Caravan) ist die Kraftstoffpumpe im Tank eingebaut, d.h. sie ist direkt im Benzin montiert. Der Zugang erfolgt durch einen großen Deckel vom Kofferraum aus. Denn der 65-Liter-Tank liegt unter dem Kofferraumboden.

Gespannt verfolgte ich die Arbeiten, die dem jungen Mann flott von der Hand gingen. Ich fragte mich nur, wenn tatsächlich die Pumpe kaputt war, wo er eine neue hernehmen wollte. In Gedanken sah ich mich schon die 8 Kilometer zurück nach Sagres trampen.

Doch es kam anders. Er fummelte mit seinen relativ kleinen Händen im Tank herum, befestigte den Deckel provisorisch und startete. Der Motor sprang an. Wie sagt man: Mir fiel ein Stein vom Herzen. Was zum Teufel hat er bloß gemacht?

Kleine Ursache, große Wirkung

Wieder war die Verständigung schwierig. Endlich verstand ich: Es hatte sich nur der abgehende Schlauch vom Pumpenstutzen gelöst. Da sowieso alles im Benzin schwimmt, drückte die Pumpe das Benzin wieder zurück in den Tank. Von außen ist sowas nicht sichtbar.

Normalerweise passiert so etwas nicht. Wahrscheinlich war ich selbst schuld und hatte den Schlauch beim Pumpenwechsel nicht wieder richtig montiert. Der Monteur machte nun Nägel mit Köpfen, sicherte die Schläuche mit Schlauchschellen und verschraubte den Deckel wieder. Ende der Reparatur!

Trotzdem waren über 30 Minuten vergangen. Meine Frage nach der Rechnung blieb bis heute nur mit einem Abwinken beantwortet. Ich drückte ihm 20 Euro in die Hand, das war's.

Mit Freude im Herzen kam auf dem Heimweg ein Fahrgefühl auf, das ich nur mit Freiheit beschreiben kann. Freiheit, mobil zu sein, Freiheit, wieder mit meinem geliebten Omega durch die Lande cruisen zu können. Noch nie war ich seit meinem 15. Lebensjahr ohne Fahrzeug. Anfangs mit Moped, später mit verschiedenen Motorrädern, dann mit den unzähligen Trabis in der DDR-Zeit und schließlich mit meiner Lieblingsmarke Opel hatte ich immer Feuer unter'm Hintern, wenn auch nur in Form der Explosionen im jeweiligen Brennraum.

Zu Hause (im Hotel) wartete meine Frau schon, ohne etwas zu wissen. Zwei Handys konnten (und wollten) wir uns damals nicht leisten.

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Sa 25.9. – Raposeira, Ermida do Guadalupe, Salema, Burgau

Kirche in Raposeira

Heute, nach den aufregenden letzten zwei Tagen, konnten wir endlich die Kirche in Raposeira besichtigen. Die Tür stand auf. Drinnen war niemand. So hatten wir Muse, uns alles in Ruhe anzuschauen.

Kirche in Raposeira (Igreja Matriz da Raposeira)

Die Kassettenform der Decke ist typisch portugiesisch.

Michelangelo's "Die Erschaffung Adams" (nur der Mittelteil des Gemäldes dargestellt)

Die Kirche wurde Anfang des 16. Jh. gebaut. Das Hauptportal, der Triumphbogen und das Weihbecken zeugen vom sogenannten manuelinischen Stil. Die seitlichen Altaraufsätze im Barockstil verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Triumphbogen im manuelinischen Stil

Das Altargemälde, eine spätere Schöpfung

Barocker Altaraufsatz, vergoldete Holzschnitzereien 18. Jh. Es gibt je einen rechten und einen linken Seitenaltar.

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Kirche in Raposeira (Fortsetzung)

Obwohl Heinrich der Seefahrer (Prinz Heinrich, 1394 bis 1460) in Raposeira gewohnt hat und dort auch einige Häuser hatte, kann er den jetzigen Kirchenbau nicht gekannt haben. Wahrscheinlich gab es einen Vorgängerbau, denn Prinz Heinrich soll in der Kirche von Raposeira gebetet haben.

Maria: Schutzpatronin aller Christen, Vorbild im Glauben, Fürsprecherin und Mittlerin

Kreuz Christi (Kruzifix), Heiland Jesus Christus am Kreuz

Hier blieben die Leute unverletzt.

Die Marienverehrung ist im katholischen Portugal besonders ausgeprägt.

Fenstergemälde

Blick auf den Kirchenvorplatz

Mit der Kirche verbindet sich eine Tragödie. Am 16. November 1873 fand eine örtliche Wahl statt. Dabei stürzte das Kirchendach ein. Es gab mehrere Tote und Verletzte. Nur die Leute am Wahltisch in der Hauptkapelle blieben unverletzt. War das ein Zeichen?

Noch im gleichen Jahr wurde die Kirche wieder vollständig aufgebaut.

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Ermida de Nossa Senhora de Guadalupe

Zwischen Raposeira und Figueira verläuft nicht nur die gut ausgebaute N125, sondern parallel dazu die alte Landstraße. Die neue N125 wurde erst später angelegt. An dieser Landstraße liegt die Einsiedlerkapelle Guadalupe. Sie wurde im romanisch-gotischen Stil im 13. Jh. als Kirche der Christusritter gebaut. Christusritter ist eine Nachfolgeorganisation des Templer-Ordens.

Alte Landstraße parallel zur neuen N125

Museum in einem ehemaligen Bauernhaus

Hier gibt es die Tickets, außerdem Fotos, Bildbände und Bücher (leider nicht in Deutsch).

Die Einsiedlerkapelle (Ermida do Guadalupe)

Die Schwarze Madonna, weltweit verehrt (The Myths Of The Black Madonna).

Die Kirche gehörte zu einem Landgut (Quinta da Guadalupe), das früher im Besitz von Prinz Heinrich gewesen sein soll. Die Häuser existieren nicht mehr, die Kirche wurde 2008 restauriert.

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Ermida do Guadalupe, das Museum

Gleich neben der Kirche wurde in einem ehemaligen Bauernhaus eine Ausstellung zur Geschichte der Kirche und zum Glaubenskult der Schwarzen Madonna eingerichtet.

Since the earliest times that the human species tried to explain and control the surrounding universe. This is one of the characteristics of every religion. Through the myth religion finds explainations to the universe, life and social organization. Through the ritual religion aims to control the unseen forces the rule the universe and life.

Die Verehrung der Schwarzen Madonna ist ein weltweites Phänomen und ist neben der späteren Marienverehrung auch schon lange vor Christus üblich gewesen. Der Brauch basiert auf Traditionen ganz unterschiedlicher Kulturen.

Seit den frühesten Zeiten versuchte der Mensch, das ihn umgebende Universum zu erklären und zu kontrollieren. Das ist ein Merkmal jeder Religion. Durch die Bildung von Mythen werden diese Erklärungen für das Leben und die soziale Organisation gefunden. Religiöse Rituale kontrollieren Unsichtbares, das scheinbar unser Leben lenkt.

Diese Fotosammlung zur Schwarzen Madonna ist bemerkenswert, wenn nicht sogar einzigartig. Leider werden die Bilder nach einer Umstrukturierung der Ausstellung (zwischen 2016 und 2018) nicht mehr gezeigt.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Ermida do Guadalupe, der Kirchenbau

Die Kirche soll die älteste Kirche der Algarve sein. Viele Kirchen der Algarve wurden von der riesigen Wasserwelle des See- und Erdbebens von 1755 überrollt und zerstört, die Ermida do Guadalupe aber nicht. Somit ist ein Bauwerk erhalten geblieben, dessen historischer Bezug und die Verbindung zum christlichen Glauben nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Prinz Heinrich, auch "Heinrich der Seefahrer" genannt, soll hier viele Stunden der Andacht zugebracht haben.

Die Kapelle ist nicht groß, dafür aber sehr alt. (13. Jh.)

Rosetten-Fenster über der Eingangspforte

Die Fensterstütze hat die Form des Apostelkreuzes (auch Weihekreuz genannt).

Lichtstrahl, den Gott zum Menschen schickt.

Buntglas-Fenster an der Rückwand des Altarraums

Einzige Glocke in einem Seitenfenster. Die Kapelle hat keinen extra Glockenturm.

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2019 © Peter E. Burkhardt
Ermida do Guadalupe, das Umfeld

Eine Besonderheit zur Bauweise der Kapelle sei noch erwähnt. Einige Teile sind nicht streng symmetrisch angeordnet. Man könnte vermuten, dies seien Fehler oder die Baumeister konnten es nicht besser. Dem ist aber nicht so. Beispiele sind das nicht mittig angeordnete Eingangsportal mit den Spitzbögen oder auch die unsymmetrische Anordnung der äußeren Seitenpfeiler.

Der Grund für die Asymmetrie mancher Konstruktionselemente hat etwas mit einer damaligen volkstümlichen Tradition zu tun. Man wollte die menschliche Unvollkommenheit präsentieren, in Demut vor Gott, denn "Nur Gott ist vollkommen".

Zugang aus Richtung Eingangstor

Oft zu sehen, Kühe auf der Straße

Eine Art Reiher, Name unbekannt

Südseite der Kirche

Ein restaurierter uralter Brunnen

Sie halten sich oft zwischen den Kühen auf.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
2019 © Peter E. Burkhardt
Badeort Salema

Salema kannten wir nur aus dem Reiseführer. Es ist ein typischer Touristenort mit vielen Apparte­ment-Häusern, einem kleinen Strand und einem alten Ortsteil, der früher einmal ein Fischerdorf war. Wir fuhren von der kleinen Guadalupe-Kirche aus in Richtung Lagos, bogen dann in Budens ab und landeten so auf der gut befahrbaren Landstraße M537 direkt in Salema.

Wir parken weit oberhalb vom Salema-Zentrum.

Blick vom Westen auf Salema-Zentrum

Großes Hotel direkt im Zentrum

Salema liegt im Tal einer Flussmündung, zumindest der ältere Teil von Salema. Ringsum hat man an den Hängen jede Menge Ferienhäuser gebaut, die ein Mehrfaches der Fläche des alten Fischerdorfes einnehmen. Noch bevor wir uns ins Zentrum wagten, nutzten wir weit oben einen freien Parkplatz und stiegen dann direkt am Meer eine gut befestigte Holztreppe hinab.

Straße Richtung Salema-Altstadt

Ein Holzsteg führt hinunter zum Weststrand.

Blick Richtung Westen vom zentralen Strand aus.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Praia do Salema

Von oben hat man eine schöne Sicht auf die Lage von Salema. Der Strand ist fast einen halben Kilometer lang, einen kleinen Fischereihafen gibt es auch. Direkt in der Senke hat man neben einem ständig besetzten Parkplatz ein großes Hotel hingesetzt, das durch seine Höhe und Dominanz ziemlich hässlich wirkt.

Zufahrt hinunter ins Salema-Tal

Ein schönes Ferienhaus in exponierter Lage

Die Promenade Richtung Osten zum Fischereihafen

Ringsum drücken die bebauten Hügel auf den Badeort. Wäre nicht das Meer, würde die gefühlte Enge eher abschrecken als einladen. Dabei liegt Salema im Naturschutzgebiet "Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vecentina". Im Gegensatz zu Sagres scheint man hier eine Bauzulassung leichter erhalten zu können.

Im Hintergrund der östliche (alte) Teil von Salema

Auf der Standbrücke an der Flussmündung

Typischer Badestrand für Badetouristen

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Altstadt von Salema

Salema ist konsequent auf Tourismus getrimmt. Insbesondere seit den 80-iger Jahren sind die Besucherzahlen durch den zugelassenen Bau-Boom rasant gestiegen. Lohnenswert ist allerdings ein Streifzug durch den östlichen alten Teil des Ortes, der vom Fischereihafen aus am Hang liegt. Kaum einen PKW breit und ohne Fußsteige geht es ziemlich eng zu.

Die Altstadt von Salema

Fußwege sind sowieso nicht möglich.

Haus der Orchideen

Die steil ansteigende Straße führt zu schönen Ausblicken auf die westliche Seite des Salema-Tales. Auch gibt es hier und da bemerkenswerte architektonische Besonderheiten. Insgesamt machen alle Häuser einen gepflegten Eindruck, wie immer mit Ausnahmen. Manche halb verfallenen Häuschen will einfach niemand kaufen, vielleicht wegen des Preises?

Ein interessanter Wäscheplatz

Unpassend, aber geduldet sicher wegen der Gesetzeslage.

Parken nicht möglich, auch nicht nötig.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Die Altstadt oberhalb des Meeres

Beim Streifzug durch die Altstadt sind wir abseits von der Hauptstraße durch ganz romantische Gassen gekommen. Besonders in Richtung Süden wird jeder Quadratmeter vor den kleinen Häusern genutzt, um einen "Balkon" zum Meer zu haben. Es gibt viele kleine, dafür aber günstige Privatunterkünfte, die durch ihre Lage nicht zu toppen sind.

Mir gefallen die Straßenlaternen.

Steil und schnal, ein Grauen für Autofahrer

Schöne Gärten auf kleinem Platz

Trotzdem, die romantische Wildheit rund um Sagres und vor allem an der Atlantikküste in Richtung Norden ist geeigneter, wenn man die ursprüngliche Natur sucht. Salema ist ein Badeort, familienfreundlich, mit vielen Übernachtungsmöglichkeiten, mit noch mehr Einkaufsmöglichkeiten und eben auf die normalen Touristen ausgerichtet.

Das westliche Hochland von Salema.

Zu teuer? Ich wäre glücklich, dort zu leben.

Schöne Terrasse im 1. Stock

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Vom Rundgang zurück zum Strand

Kommt man vom Rundgang in der Altstadt zurück zum Strand, ist vor allem der westliche Teil interessant. Wenn die Flut es noch zulässt, kann man den ganzen Tag im Schutze der hohen Klippen faul am Wasser liegen. An diesem Strand soll es auf einem Felsen 140 Millionen Jahre alte Dinosaurier-Spuren geben. In 2010 wussten wir allerdings noch nichts davon.

Interessant sind die Minigassen über dem Meer.

Am Horizont das Meer Richtung Westen

Wenig Platz, selbst wir kamen nicht vorbei.

Bei hoher Flut kann es passieren, dass die Wellen bis zu Felswand reichen. Da sollte man beizeiten zum mittleren zentralen Teil des Strands wechseln. Dort ist zwar meist viel Betrieb, aber man ist sicher. Wir hatten unweit des Zentrums abseits vom Meer einen großen WoMo-Parkplatz entdeckt. Er liegt etwas versteckt und bietet viel Platz, sogar kostenlos.

Unteres Ende der Altstadt

Der westliche Strand, nicht immer wasserfrei.

Machen wir's den Schwalben nach, bau'n wir uns ein Nest.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Burgau und Praia do Burgau

Noch etwas Zeit in der Tasche fuhren wir weiter so nahe wie möglich am Meer entlang in Richtung Osten. Nach dem kleinen Ort Barrancão, der zwar an der M537, aber nicht direkt am Meer liegt, kommt man nach Burgau. Burgau ist auch ein ehemaliges Fischerdorf, jetzt natürlich ein begehrter Badeort, da es einen schönen ruhigen Sandstrand gibt.

Am Ende der Straße zum Meer ist Parkplatz knapp.

Ein Parkplatz mit Zugangsbeschränkung

leer

In Burgau ist wenig Platz. Die Häuser hängen am Hang hinunter zum Meer und unten ist kaum Fläche, das Auto abzustellen. In 2010 hatten wir unseren Omega weit oben in einer Wohnsiedlung stehen. Deshalb war Fussmarsch angesagt, aber wir wollten uns sowieso den Ort anschauen. Burgau hat sich seinen ursprünglichen Fischerdorf-Charme bewahrt, trotz Tourismus.

Es gibt einige Bars, die auch noch offen waren.

Auch Burgau wächst und braucht Mietflächen für Gäste.

Der westliche Teil des schmalen Burgau-Strandes

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Erinnerung am Strand von Burgau

Direkt am Meer entdeckten wir einen relativ großen Parkplatz, der aber fast leer war. Weiter oben war dagegen alles zugestellt. Ich kann nur vermuten, dass der große Parkplatz nicht umsonst zu haben war. Oder er war nicht für Jedermann erlaubt. Nun gut, wir waren ja nicht zum Parken gekommen, sondern wir wollten die Ortslage erkunden.

Fast leerer Parkplatz, wahrscheinlich kostenpflichtig.

Das östliche Ende des Burgau-Strandes

Ich habe Kaffee-Durst.

Begeistert hat mich ein "Gummibaum", der direkt oberhalb des Strandes stand. Als Kind musste ich den Platz mit so einem Gummibaum teilen, unserer war nicht so groß. Ich wusste garnicht, dass diese Art von Pflanzen so groß werden. Übrigens, er war meiner Mutter Lieblingsgewächs. Niemand durfte ihn versorgen, damit er ewig gedeihen möge. Alles nur Erinnerung!

Die Bar direkt am Strand hat noch auf, aber keine Gäste.

"Gummibaum", die Erinnerung aus meiner Kindheit

Ende September immer noch frisch.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Burgau und Ende des Samstags

Auch in Burgau merkten wir: Es ist bereits Nachsaison. Die kleinen Läden waren fast leer, ein für mich passendes T-Shirt habe ich trotzdem nicht bekommen, nicht etwa wegen meiner Größe. Es hing nur noch Ramsch rum. Schon den Kaffee-Duft in der Nase (natürlich nur als Einbildung) machten wir uns auf den Heimweg. Vom Rumlaufen in Ortschaften hatten wir genug.

Meiner Meinung nach nur noch Ramsch

Raus aus Burgau, heim geht's Richtung Sagres.

Ist der Himmel nicht blank, sagt die Sonne "Gott sei Dank"

Da Lidl in Vila do Bispo am Weg liegt, hatten wir doch noch fast eine Stunde die Zeit bis zum Kaffee verlängert. Das ist hart, wenn man feste Zeiten gewöhnt ist. Dafür gönnten wir uns süßen Kuchen und ganz viel Müßiggang auf dem Hotel-Balkon. Bei dieser unserer Aussicht braucht es dazu keine Anstrengung, insbesondere wenn wieder ein herrlicher Sonnenuntergang dabei ist.

Sicher abgestellt in einem Wohngebiet weit weg vom Meer

Lidl-Einkäufe zum Auspacken, jetzt ist erst mal Kaffeezeit.

Fast unwirklich, aber doch real und schön.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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So 26.9. – Marmelete, Monchique, Berg Fóia

Im Norden Portugals gibt es viele Berge, im Süden eher nicht. Einzig das Monchique-Gebirge bietet mit seinem 902 Meter hohen Fóia etwas Abwechslung in der sonst nur hügeligen Landschaft. Aufmerksam geworden auf das Mittelgebirge waren wir durch einen entsprechenden Eintrag im Reiseführer. Ohne Näheres zu wissen machten wir uns also am heutigen Sonntag auf den Weg.

Marmelete

Unsere Fahrt ging über Vila do Bispo, Aljezur und Marmelete zuerst nach Monchique. Um zum Berg Fóia zu kommen, muss man die Kleinstadt Monchique durchfahren. Danach geht es nur noch bergan bis zum Gipfel. In Marmelete, ein Dorf mitten in den ähnlich dem Erzgebirge bewaldeten Bergen, wollten wir uns eigentlich die kleine Kirche anschauen, sind aber dann doch weitergefahren.

Marmelete, erste Station unseres Ausflugs in das Monchique-Gebirge mit dem Berg Fóia (am Horizont rechts)

Marmelete, eingebettet im westlichen Teil der Serra de Monchique. Hier kann man in Ruhe die Natur geniesen, weitab vom Strandtrubel der Algarve.

Die kleine Gemeindekirche von Marmelete. Wie sie innen aussieht weiß ich bis heute nicht, obwohl ich in 2015, 2018 und in diesem Jahr (2019) in Marmelete war.

Bis Monchique fährt man fast ausschließlich durch Wald, der durch die vielen Eukalyptusbäume auffällt. In der Stadt selbst hielten wir uns nicht auf, unser Ziel war vordergründig der Berg. Die Durchfahrt war nicht ganz leicht, auf verwinkelten Straßen geht es ständig bergauf. Nach der Stadt wird der Wald lichter bis schließlich auf dem Berg überhaupt keine Bäume mehr da sind.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Berg Fóia

Auf dem Fóia fallen vor allem die reichlich vorhandenen Antennen auf. Das ist auch kein Wunder, als höchster Berg im Süden Portugals wird die gute Sende- und Empfangslage ausgiebig genutzt. Es sind in der Hauptsache Relais-Stationen zum Empfang, Verstärken und Weitersenden der vielen Funksignale. Was wäre die heutige Welt wohl ohne Funk? Nicht vorstellbar!

Der Antennenwald auf dem Berg Fóia

Shop auf dem Fóia

Der höchste Berg Portugals ist übrigens rund 1000 Meter höher, es ist der Torre in der Serra da Estrela mit 1903 Metern in Mittelportugal.

Geologisch ist der Fóia ein Vulkan, der einige kleinere Brüder in der näheren Serra hat. Das ganze Gebiet war vor vielen Millionen Jahren vulkanisch sehr aktiv. Die Serra de Monchique ruht auf Schiefergestein, das für Wasser relativ undurchlässig ist. Die Niederschläge fließen deshalb oberirdisch in Richtung Meer und bescheren der Südküste Portugals eine gute Wasserversorgung. Zusammen mit dem Gebirgsstau der warmen Südwinde sind für eine reiche Vegetation die besten Bedingungen vorhanden.

Die höchste Erhebung bildet ein Felsenhaufen am südlichen, dem Meer zugewandten Teil vom Fóia. Man kann die wenigen Höhenmeter auf stark begangenen Pfaden überwinden und steht als Lohn der Mühe dann wirklich auf dem Gipfel, auf 902 Metern über dem Meeresspiegel. Das ist nicht hoch, lässt aber bei schönem Wetter den südlichen Küstenverlauf der Algarve erkennen.

Der begehbare Gipfel, Höhe 902 Meter

Wahrheit oder Legende?

Das Monchique-Gebirge ist außerordentlich. Die Pflanzenvielfalt ist erstaunlich. Es gibt jede Menge Korkeichen, die auch wirtschaftlich genutzt werden. Die Korkernte an einem Baum hat lange Pausen, die erste Korkschicht darf erst nach dem 20-igsten Lebensjahr geschält werden.

Vor allem die oft riesigen Eukalyptusbäume sind nicht nur schön anzuschauen, sondern verströmen darüber hinaus ihren starken für den Hals angenehmen Geruch. Aber auch Lavendel und Rosmarin, die heißen Quellen und das aus dem Berg sprudelnde Trinkwasser tragen ihren Teil bei, sich beim Wandern in der Apotheke Gottes zu fühlen.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Fóia-Shopping

Neben einem Restaurant und weiteren Gebäuden, deren Zweck mir im Verborgenen blieb, ist vor allem der Souvenir-Laden interessant. Neben dem Handgestrickten (Pullis, Strickjacken u.ä.) fällt vor allem ein großes Regal mit Spirituosen ins Auge. Neben Wein werden auch harte Sachen angeboten. Außerdem gibt es viele Keramiksachen und Schnitzereien aus der Region.

Warme Stricksachen für kalte Tage

Keramik, ähnlich dem Laden in Sagres

Großer Parkplatz, wenig Autos, auch im Sommer?

Vorteilhaft ist natürlich der große Parkplatz, wenngleich ich ihn bei späteren Bergbesuchen nie habe voll gesehen. Vielleicht ist das im Hochsommer anders. Aber nicht nur mit dem Auto ist der Fóia ein Ziel. Besonders den wandernden Naturfreunden dürfte es gefallen, dass von Monchique aus öfters geführte Touren bis zum Gipfel stattfinden.

Hinten das Weinregal, auch mit harten Sachen der Region

Hier und an der Westalgarve ist das manchmal nötig.

Ich hatte meinen Fotografen dabei.

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Miradouro da Fóia

Es war reiner Zufall, dass wir auf der Rückfahrt vom Fóia den Aussichtspunkt mit Quelle entdeckten. Eigentlich hatten wir vor, in Vila do Bispo unsere Wasservorräte aufzufüllen. Dort gibt es an einem zentralen Wäsche-Waschplatz auch eine frei zugängliche Trinkwasserleitung. Mit der Bergquelle war das nun nicht mehr nötig. Das Wasser soll trinkbar und sehr gut sein.

Kleiner Händler mit Produkten aus der Region (Honig u.a.)

Aus der Quelle besser als vom Supermarkt, angeblich.

Fahrtrichtung Monchique, rechts die Quelle

Dem Verlauten nach soll es sogar eine Heilquelle sein. Allerdings habe ich dazu nirgends verlässliche Aussagen finden können. Da das Wasser direkt unterhalb des Fóia-Gipfels entspringt, kann es durchaus mineralhaltig sein und sauber sowieso. Die Einheimischen holen sich hier regelmäßig Wasser, natürlich auch die vielen WoMo-Reisenden.

Super Aussicht bis zum Meer (Lagos 25 km)

Die Säule trägt die Heilige Maria (auf der anderen Seite).

Und wieder der Abend in Sagres (So 26.09.2010)

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Mo 27.9. – Am Hotel-Strand Praia de Mareta

Nur noch zwei Tage, dann würde unser Sagres-Aufenthalt zu Ende gehen. Am Mittwoch früh war Abreise. Für größere Ausflüge hatten wir keine Lust mehr. Da noch Spanien geplant war, beschlossen wir, in Sagres den Strand und das Meer zu genießen. Das Wetter spielte mit. Also ließen wir den Omega stehen und kraxelten die Böschung zum Mareta-Strand hinab.

Praia de Mareta, breit, ruhig, windgeschützt.

Oben unser Hotel, unten eines für Reiche.

Man sollte die Warung ernst nehmen!

Der Strand wird wegen seiner Breite und geschützten Lage als Familienstrand beworben. Bei schönem Wetter ist das auch so. In späteren Jahren musste ich bei Sturm und Unwetter mehrmals das Gegenteil erfahren. Bloß gut, dass man nicht immer alles vorher weiß. Wir genossen den Montag, ohne auch nur einen Schritt zu laufen oder wegzufahren.

Blick nach Westen auf das Fortaleza-Massiv

Hier kam es schon zu Verletzten durch Steinschlag.

Gegenlicht am Mareta-Strand

Portugal und Spanien 16.9.-29.9.2010: Urlaub in Sagres
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Di 28.9. – Strandtag

Weil es gestern so schön war, faul rumzuliegen und im Wasser bei angenehmer Brise spazieren zu gehen, haben wir das Gleiche heute auch gemacht. Kräfte sammeln war angesagt. Dazu war der Strand das Beste. Und trotzdem: Ruhe und Gelassenheit sieht anders aus. In Gedanken war ich schon unterwegs. Hoffentlich würde unser Omega nicht wieder dagegen sein.

Am Morgen des Dienstag, letzter Strandtag.

Kleiner Leuchtturm der Festung von Sagres

Manche kommen, manche gehen, wir auch.

Nur bis zum frühen Nachmittag hielten wir aus. Das ausgiebige Kaffee-Trinken bei den Resten eines Lidl-Fertig-Kuchens nebst Studium der spanischen Landkarte forderte seine Zeit. Bis zum Abend saßen wir, diskutierten die geplante Route und taten ansonsten nichts, so wie schon fast zwei Tage lang. Lange starrte ich bei untergehender Sonne aufs Meer, fast gedankenverloren.

Die Flut zieht sich zurück, der Strand wird breiter.

Hinten der große Leuchtturm vom ENDE DER WELT

Letzter Abendgruß in Sagres

Portugal und Spanien 29.9.2010: Sagres, Huévar
2019 © Peter E. Burkhardt

Mi 29.9. – Sagres, Huévar

Route 29.9.2010 (275 km)

Sagres > Lagos > Tavira > Ayamonte (Europabrücke) > San Juan del Puerto > Huévar, Hostal Pechi

Nun war eigentlich der Haupturlaub zu Ende. Alles Vorherige war Anfahrt, alles noch Folgende war Heimfahrt. Grob gesehen stimmt das sogar. Doch von Konfuzius, dem chinesischen Philosoph (551 v.Chr. bis 479 v.Chr.), wissen wir: "Der Weg ist das Ziel". Wirklich gesagt hat Konfuzius diese Worte zwar nicht, auch nicht auf chinesisch. Jedenfalls gibt es keine überlieferten Schriften von ihm, in dem so etwas steht. Aber der Spruch entspricht dem Geiste von Konfuzius. Die Mühe, ein Ideal (man kann auch sagen ein Ziel) erreichen zu wollen, zählt. Der Weg dorthin lehrt Erfahrungen, die nützlich sind und die die eigene Weisheit nähren. Angekommen zu sein ist erstrebenswert und möglich, aber nicht das Wesentliche. Deshalb ist es auch nicht schlimm, einmal nicht anzukommen.

Der letzte Morgen in Sagres

Nur noch packen, heute (29.09.) ist Abreise.

Ich schreibe, dass wir Das und Das wollten und impliziere damit, dass es wieder einmal ganz anders kam.

So, Konfuzius ist nicht das Thema. Jedenfalls hatten wir auf der Fahrt von Chemnitz nach Sagres schon manches Unvorhergesehene erlebt. Auf das nun Folgende waren wir genauso gespannt. Wir hatten zwar Dank unserer neuesten Errungenschaft, ein Navi, die Route durch Spanien grob festgelegt. Das nächste und wichtigste Ziel war Trevélez in der Sierra Nevada. Dieser höchst gelegene Ort Spaniens sollte irgendwann einmal Ausgangspunkt einer schon lange geplanten Wanderung zum höchsten Berg des spanischen Festlands werden, dem Mulhacén. Um zu testen, wie uns die Höhenluft bekommt, wollten wir von Trevélez aus eine Tageswanderung machen. Trevélez liegt auf 1480 Meter Höhe, bis zum Mulhacén-Gipfel sind es dann aber trotzdem noch rund 2000 Höhen-Meter.

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

Unser heutiges Ziel war ein kleines Hostal in Huévar.

Erstes Highlight war die Europabrücke an der Grenze.

Mir bleibt nichts anderes übrig. Ich muss der Reihe nach erzählen was war und nicht, was hätte sein sollen.

Portugal und Spanien 29.9.2010: Sagres, Huévar
2019 © Peter E. Burkhardt
Europabrücke und Huévar

Eigentlich hätten wir erst 12 Uhr das Appartement verlassen müssen, wir saßen aber schon halb 11 im Auto. Genau 13.21 passierten wir den Fluss Guadiana, d.h. die Grenze zu Spanien. Das Ausmaß der riesigen Brücke ist nur von der Seite richtig zu sehen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Puente_sobre_el_Guadiana.JPG, Urheber: Calapito 2007, Lizenz: Public domain

Puente sobre el Guadiana, Urheber: Calapito 2007, Lizenz: Public domain (Gemeinfrei)

Das Haus Pechi in Huévar hatte ich im Web recherchiert. Wir waren angenehm überrascht, auch der Preis (40 Euro) war in Ordnung. Bereits 15.21 Uhr konnte ich das erste Foto aus dem Hostal-Zimmer ins Hinterland machen. Da blieb noch genügend Zeit für den Stadtbummel.

Die Europabrücke

Die Puente Internacional del Guadiana (spanisch) oder Ponte Internacional do Guadiana (portugiesisch) verbindet Spanien mit Portugal über den Grenzfluss Guadiana. Nach fast 6 Jahren Bauzeit wurde sie 1991 fertiggestellt. Bis dahin war zwischen den Grenzorten Ayamonte (Spanien) und Castro Marim (Portugal) nur Fährbetrieb möglich.

Die Schrägseilbrücke aus Stahlbeton und Stahl ist 666 Meter lang. Der mittlere Teil zwischen den Pylonen hat eine Länge von 324 Metern. Einer der Pfeiler wurde in den 10 Meter tiefen Fluss gesetzt. Der Guadiana ist an dieser Stelle fast 500 Meter breit.

95 m hohe Pylone. Wir fahren 20 m über dem Fluss.

15.21 Uhr. Hinter dem Hostal ländliche Idylle

Die spanische Seite. Wir hätten zum Strand fahren sollen.

Hostal Casa Pechi in Huévar (rotes Haus)

Portugal und Spanien 29.9.2010: Sagres, Huévar
2019 © Peter E. Burkhardt
Rundgang in Huévar

Zuerst gab es ein kleines Parkplatzproblem. In der Nähe des Hostals war alles zugeparkt. Sogar auf den Fußwegen stand das Blech, unser Omega natürlich auch. Das Gepäck wollten wir nicht sonst wie weit schleppen. Gerade als wir nun die kleine Ortschaft erkunden wollten, fuhr ein Auto weg. Umparken war angesagt. Über Nacht hätte ich unser Auto nicht auf dem Fußweg stehen lassen können.

Im alten Ortskern steht die Iglesia de la Asunción.

Jedes Zimmer hat seinen kleinen Balkon, wieso?

Huévar hat rund 3000 Einwohner (in 2010). Das ist viel im Vergleich zur Geschichte. Einst von den Römern gegründet wuchs Huévar zur Zeit des Al-Andalus beträchtlich. Mit der christlichen Eroberung begann aber eine Zeit des Verfalls, bis schließlich im 14. Jh. überhaupt niemand mehr dort wohnte. Früher hatte Huéva den Namen Erbas. Der heutige Name stammt vom arabischen Scheich Ali-Al-Huevar.

Ziemlich verlassen sieht es aus, keine Leute.

Schmiedeeiserne und keramische Kust, hier oft zu sehen

Portugal und Spanien 29.9.2010: Sagres, Huévar
2019 © Peter E. Burkhardt
Iglesia de la Asunción, Huévar

Die spätmittelalterliche Pfarrkirche ist der Nuestra Señora de la Asunción gewidmet. Sie steht nicht wie die meisten Kirchen allein, sondern ist mit angrenzenden Wohnhäusern verbaut. Interessant sind die Storchennester auf dem Turm. Übrigens, dass Erdbeben 1755 mit Epizentrum vor der portugiesischen Küste wirkte sich auch hier aus und brachte den Turm zum Einsturz.

Iglesia de la Asunción

Eingangstor mit gotischem Spitzbogen

Leider war die Kirche verschlossen. Zu gerne hätten wir in der Kühle ein paar ruhige Minuten verbracht. Es soll ein paar interessante Skulpturen geben, die aus der Gründerzeit stammen. Die Kirche ist im gotisch-mudéjarischen Stil gebaut und ausgestattet. Der islamische Einfluss ist deutlich spürbar. Das zeigt sich auch bei anderen Gebäuden im alten Stadtkern.

Das Turmdach ist mit blauweißen Kacheln belegt.

Hier wird deutlich, wie zugebautt die Kirche ist.

Iglesia de la Asunción aus dem 15. Jh., Gemälde und Bilder 16. bis 18. Jh.

Portugal und Spanien 29.9.2010: Sagres, Huévar
2019 © Peter E. Burkhardt
Ein Storch kommt selten allein

In Deutschland bleiben die Störche nur in den milden Jahreszeiten. Sie fliegen im Herbst nach Süden, aufgrund der immer milderen Winter aber oft nur bis in die Mittelmeerregion. Dort müssen sie sich Futter und Platz mit der spanischen Störchenpopulation teilen. Diese ständig in Spanien lebenden Störche kann man eigentlich zu jeder Jahreszeit beobachten.

Leider waren keine Störche zu sehen.

Auch hier, keine Menschen auf der Straße.

Mächtige, aber sehr schöne Türklopfer

Entsprechend zahlreich sind die manchmal riesigen Storchnester, die insbesondere für die alte Bausubstanz ein großes Risiko darstellen. Denn das Storchenpaar fügt jedes Jahr ein wenig mehr Holz hinzu, so dass die Nester immer dicker (höher) und damit schwerer werden. Auch der Kot ist für alte Gebäude ein Problem. Die Storchendichte hat zugenommen.

Niemand zu Hause

Palmen wie am Mittelmeer

Die Keramikkunst ist typisch für Andalusien.

Portugal und Spanien 30.9.2010: Huévar, Castell de Ferro
2019 © Peter E. Burkhardt

Do 30.9. – Huévar, Castell de Ferro, Hotel Iberico

Route 30.9.2010 (374 km)

Huévar > Sevilla > Arahai > Osuna > Estepa > Archidona > Loja > Motril > Castell de Ferro, Hotel Iberico

Nur wenige Pausen gönnten wir uns auf der Fahrt von Huévar zur Costa del Sol, der Sonnenküste südlich der spanischen Sierra Nevada. In Sevilla wollten wir uns eigentlich die Kathedrale anschauen.

Aussichtspunkt Mirador de Calahonda (36.70244, -3.41027)

Calahonda, Blick vom Mirador

Hafen von Calahonda

Doch der Verkehr war so chaotisch, die Hitze so groß und unser Verlangen auf Kultur so gering, dass ich sie links liegen ließ. Ich war froh, als wir Sevilla hinter uns hatten und fortan das schöne Andalusien genießen konnten.

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

Costa del Sol als Sprungbrett nach Trevélez

Reliefdaten © OpenStreetMap contributors

In Castell de Ferro sind wir eher zufällig gelandet.

Altstadt von Calahonda (ehemaliges Fischerdorf)

Portugal und Spanien 30.9.2010: Huévar, Castell de Ferro
2019 © Peter E. Burkhardt
Hotel Iberico in Castell de Ferro

Als ersten Fixpunkt steuerten wir Motril an, ein größerer Urlauberort an der Costa del Sol. Rückblickend war ich froh, in Nähe des Strands keinen Parkplatz zu finden. Viel zu viel Stadt, viel zu viel Trubel! Immer möglichst in Meeresnähe passierten wir Calahonda und kamen dann zum Mirador von Calahonda, von dem man einen sagenhaften Blick aufs Meer und Calahonda hat.

Turmruine Torre del Zambullón, historischer Wachturm

Meerblick, dazwischen liegt der Ort

Schmaler gehr es nicht, man kann aber sitzen.

Danach, kaum 2 Kilometer weiter, liegt plötzlich Castell de Ferro im Tal. Die in den Fels gehauene Straße führt mitten durchs Zentrum von Castell de Ferro. Der Ort gefiel uns. Der Versuch, nahe am Meer auf einem Zeltplatz mit festen Häusern eine Bleibe zu finden, scheiterte. Die Betreiberin verwies uns auf das Hotel Iberico, in dem wir uns dann für 45 Euro die Nacht einquartierten.

Das Hotel Iberico steht protzig da, ist es aber nicht.

Der Parkplatz im Hof ist sehr angenehm.

"Schön ist es, auf der Welt zu sein..." (sagt der Igel zu ...)

Portugal und Spanien 30.9.2010: Huévar, Castell de Ferro
2019 © Peter E. Burkhardt
Hotelumgebung

Die Zufahrt zum Iberico ist etwas umständlich. Man muss durch eine Brücke auf die andere Seite der Hauptstraße gelangen. Das Hotel ist gewissermaßen durch die Straße und den Ort Castell de Ferro vom Meer getrennt. Hinter dem Hotel in nördlicher Richtung breiten sich viele Folienzelte aus, so wie sie massenhaft auch in der Gegend von Almeria zu finden sind.

Hinter dem Hotel gibt es einen Tennisplatz.

Auch ein flacher Kinder-Pool ist da.

Castell de Ferro, die Eisenburg (ein Rest?)

Die Nähere Umgebung des Hotels ist akzeptabel. So sind z.B. ein Spielplatz, ein flacher Pool und ein Tennisplatz vorhanden. Leider war alles schon wegen der aktuellen Nachsaison außer Betrieb. Im Winter scheint hier absolut nichts los zu sein. Übrigens, der große Campingplatz nahe des Strandes war deshalb auch schon teilweise geschlossen.

So etwas wächst in Sachsen nicht.

Palmen mit Früchten (keine Ahnung wie sie heißen)

Ein wirklich schöner Anblick

Portugal und Spanien 30.9.2010: Huévar, Castell de Ferro
2019 © Peter E. Burkhardt
Uferpromenade Castell de Ferro

Wir hatten noch genügend Zeit, uns im Ort umzusehen. Vor allem interessierte uns natürlich der Strand. Trotz oder gerade wegen des Kieselstrands gefiel er uns. Man kann mit Schuhen laufen, ohne mit Sand kämpfen zu müssen. Auch die Sachen bleiben sandfrei und es knirscht nicht zwischen den Zähnen, wenn man sich bei Wind am Wasser sonnt und erholt.

Uferpromenade von Castell de Ferro

Castell de Ferro ist nach Motril der größte Ort.

Häuser und Berge beschatten den Strand.

Die Uferpromenade lädt, wie soll es anders sein, zum Promenieren ein. Die strandnahen Häuser sind in Motril nicht allzu hoch. Trotzdem lag am Abend der Strand schon teilweise im Schatten. Man merkte, dass Nachsaison ist, von Urlaubergetümmel keine Spur. Die Angler hatten Ruhe, auf einen Fisch zu warten. Gegenüber der Bucht brannte die Sonne noch auf die Foliedächer.

Die Saison ist zu Ende, die Motoren sind abgebaut.

Kein Badegast stört beim Angeln.

Sie saßen jeden Abend hier.

Portugal und Spanien 30.9.2010: Huévar, Castell de Ferro
2019 © Peter E. Burkhardt

Die terrassenförmig angelegten Gemüsezelte sind in dieser Gegend, d.h. an den südlichen Hängen der Sierra Nevada, allgegenwärtig. Nicht umsonst heißt die Küste Costa del Sol. Hier wird zum großen Teil produziert, was später auf dem deutschen Gemüsetisch landet. Allerdings sollten wir Tage später mitbekommen, unter welchen Bedingungen die Menschen leben und arbeiten.

An diesen Hängen steigt immer warme Meeresluft auf.

Plastikzelte wo auch immer es geht.

Ende September Blüten dank Tropical Costa.

Nach unserem Rundgang landeten wir noch im kleinen örtlichen Dia-Supermarkt. Das Wichtigste war vorhanden. Wie immer hatten wir ohne Frühstück gebucht. Gegen 18.30 Uhr streifte mein Blick vom Balkon aus schon wieder über das recht weit entfernte Meer. Ein Sorge kam auf. Die riesigen LKWs fuhren gefühlt fast durch's Zimmer. Ich dachte, hoffentlich wird's ruhiger.

Einkauf im Dia-Supermarkt. Nicht groß, aber ausreichend.

Der Schwerlastverkehr brummt direkt am Hotel vorbei.

Erst die Makroaufnahme zeigt die wirkliche Schönheit.

Portugal und Spanien 1.10. und 2.10.2010: Castell de Ferro
2019 © Peter E. Burkhardt

Fr 1.10. – Castell de Ferro und Umgebung

Am Morgen des Freitag belohnte uns der strahlend blaue Himmel für das zeitige Aufstehen. Schon nach 5 Uhr donnerten die LKWs wieder durchs Tal, mit hoher Geschwindigkeit trotz Beschränkung. Wir wussten, lange würden wir nicht bleiben. Direkt vor dem Hotel, auf der kleinen Zubringerstraße, warteten ein paar Gemüsearbeiter auf den täglichen Transport zur Arbeit.

Blick am zeitigen Morgen auf die LKWs

Werkstatt direkt neben der N340

Für heute hatten wir uns vorgenommen, den weiteren Küstenstreifen Richtung Almería zu erkunden, vor allem die Verhältnisse am Meer inklusive Übernachtungsmöglichkeiten. Am Ortsausgang von Castell de Ferro zweigt eine ziemlich schmale Straße ab, die direkt am Meer entlangführt. Diese alte Carretera de Almería nennt sich jetzt N340a (früher N340). Sie wird offensichtlich nicht mehr so richtig instand gehalten, wahrscheinlich nur noch für Anlieger. Am Ende standen wir vor einem durch Erdrutsch verschütteten Straßenabschnitt und mussten nach Castell de Ferro zurückfahren.

Neugierig geworden, bogen wir an der Unterführung links ab, um einen Blick in das Meer der Plastikhäuser zu werfen. Irgendwie kam es uns unheimlich vor. Wir fühlten, wie wir beobachtet wurden. Weiter vorn stand eine Gruppe farbiger "Gärtner". Zwei hatten ein Spritzgerät auf dem Rücken. Wie gesagt, unsere Anwesenheit schien hier nicht willkommen zu sein.

Die Straße kommt von Motril und führt nach Almería.

Atalaya La Estancia, Leuchtturm mit Aussichtsplattform

An der alten Uferstraße, der N340a

Portugal und Spanien 1.10. und 2.10.2010: Castell de Ferro
2019 © Peter E. Burkhardt
Costa Tropical, La Mamola

Die neue Fernverbindung N340 ist gut ausgebaut und verläuft weit oberhalb der Steilhänge. Uns interessierten die direkt am Meer liegenden Orte, die aber von der N340 aus gut erreichbar sind. Von Castillo de Ferro aus führt die N340 zuerst an Casarones (36.739708, -3.30876) vorbei. Gleich danach kommt Castillo de Baños, das auch nur ein kleines Fischernest ist.

Auch von hier kommt unser Gemüse!

La Mamola Promenade

La Mamola Promenade

In darauffolgenden La Mamola haben wir uns etwas umgesehen. Der Ort ist ansprechend. Es gibt auch Pensionen direkt an der Uferstraße. Viele kleine Läden und ein Supermarkt sind auch vorhanden. Zu dem hier herrschenden subtropischen Klima muss ich nichts sagen. Selbst im Winter ist es warm. Vom Süden her staut sich die afrikanische Luft vor der Sierra Nevada.

La Mamola (36.74527, -3.28126)

Pension AMAT, direkt am Meer (Bildmitte)

Mamola-Strand, auch hier Kieselsteine, 1,5 km lang

Portugal und Spanien 1.10. und 2.10.2010: Castell de Ferro
2019 © Peter E. Burkhardt
Costa Tropical, Melicena

Kurz nach Mamola folgt Los Yesos (36.75123, -3.26614) mit einer mauerbewehrten Uferstraße. Nur ganz am Ende hört das befestigte Steinufer auf, und es gibt ein Stück Kieselstrand von ca. 80 Metern, an dem man ins Wasser kann. Hier ist also kein Badeurlaub angesagt. Das von den Bergen bis ins Meer hinein steil abfallende Gelände lässt nur manchmal einen Strand zu.

Torre de Melicena. Ein Weg führt hinauf.

Blick zurück Richtung Castell de Ferro

Ein Mann am Strand, ganz ohne Sand.

Der nächste Ort Melicena ist wieder ein recht schöner Urlaubsort. Hier gibt es sogar ein Highlight, den Felsen "Punta y Peñón de San Patricio". Er markiert das östliche Ende von Melicena. In diesem Ort würde ich Urlaub machen, vorausgesetzt natürlich, man hat eine Unterkunft direkt am Strand mit Blick aufs Meer. Bis heute (2019) war ich noch nicht wieder dort.

Melicena-Uferstraße (36.75228, -3.23810)

Hinten das Wahrzeichen von Melicena

Punta y Peñón de San Patricio (36.75028, -3.23372)

Portugal und Spanien 1.10. und 2.10.2010: Castell de Ferro
2019 © Peter E. Burkhardt

Sa 2.10. – Am Strand von Castell de Ferro

Nach dem gestrigen Ausflug an der Costa Tropical, die ihren Namen verdient, denn die Temperaturen sind im Sommer wirklich hoch und im Winter angenehm warm, haben wir heute einen Strandtag in Castell de Ferro eingeschoben. Wegen des Krachs an der stark befahrenen Straße war für den nächsten Tag unsere Weiterfahrt nach Trevélez geplant.

Am Strand von Castell de Ferro

Viel Kies und keine Leute. So lieben wir es.

Das Castell de Ferro in Castell de Ferro.

Der Strand ist bekiest, gut, um die Mahlzeiten am Wasser einzunehmen. Unser Campingkocher und die nötigen anderen Utensilien mussten wir nicht schleppen, da im hinteren Bereich genügend Parkraum vorhanden war. Das dort nur Anlieger hin dürfen, bemerkte ich erst abends bei der Rückfahrt. Der Tag war angenehm, fast menschenleer und hitzefrei bei leichter Brise.

Ruhige See und warmes Wasser, ideal um zu schwimmen.

Das Essen ist fertig! Der Tisch war auch schon gedeckt.

Letzter Abend im Iberico

Portugal und Spanien 3.10.2010: Castell de Ferro, Trevélez
2019 © Peter E. Burkhardt

So 3.10. – Castell de Ferro, Trevélez

Route 3.10.2010 (67 km)

Castell de Ferro > GR-5206 Los Carlos > GR-5206 Rubite > A-4131 > A348 Torvizcón A348 > GR413 > GR481 Trevélez (Pension David Disney, Calle Cuesta 11, 18417 Trevélez, )

((wird fortgesetzt))
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Portugal und Spanien 4.10.2010: Trévelez, Torreperogil
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Mo 4.10. – Trévelez, Cuevas del Campo, Torreperogil

Route 4.10.2010 (231 km)

Trévelez > Ugíjar > Guadix > Gor > Cuevas del Campo > Huesa > Quesada > Peal de Becerro > Torreperogil, Hostal Casablanca

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Portugal und Spanien 5.10.2010: Torreperogil, Miami Playa
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Di 5.10. – Torreperogil, Requena, Miami Playa

Route 5.10.2010 (595 km)

Torreperogil > Albacete > Requena > València > Castello de la Plana > Amposta > Miami Playa, Pension Mayer

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Portugal und Spanien 6.10.-13.10.2010: Urlaub in Miami Playa
2019 © Peter E. Burkhardt

Mi 6.10. bis Mi 13.10. – Urlaub in Miami Playa

Do 7.10. – Montroig del Camp

 

Portugal und Spanien 6.10.-13.10.2010: Urlaub in Miami Playa
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Sa 10.10. – Bergdorf Siurana

 

Portugal und Spanien 13.10.2010: Miami Playa, Montpellier
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Mi 13.10. – Miami Playa, Montpellier

Route 13.10.2010 (513 km)

Miami Playa > Tarragona > Manresa > Vic > Olot > Figueres > Le Boulou > Perpignan > Narbonne > Béziers > Montpellier, F1-Hotel

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Portugal und Spanien 14.10.2010: Montpellier, Todtmoos
2019 © Peter E. Burkhardt

Do 14.10. – Montpellier, Todtmoos

Route 14.10.2010 (590 km)

Montpellier > A7/E15 Montélimar > A7/E15 Valence > A7/E15 Lyon > A432-A42/E611-A40/E21 Genf > A1/E62 Lausanne A9 > A1 Bern > A2-A3-A861-B34 > Wehr > Hintertodtmoos, Gästehaus Mattenhof

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Portugal und Spanien 15.10.2010: Todtmoos, Pforzheim
2019 © Peter E. Burkhardt

Fr 15.10. – Todtmoos, Pforzheim

Route 15.10.2010 (215 km)

Hintertodtmoos > Freiburg > A5 Offenburg > Rastatt > A5-A8 Pforzheim

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Portugal und Spanien 17.10.2010: Pforzheim, Erding
2019 © Peter E. Burkhardt

So 17.10. – Pforzheim, Erding

Route 17.10.2010 (317 km)

Pforzheim > A8 Leonberg > A8 Augsburg > A8-A99 München > A92 Erding

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Portugal und Spanien 18.10.-21.10.2010: Erding
2019 © Peter E. Burkhardt

Mo 18.10. bis Do 21.10. – Erding

Di 19.10. – Am Weiher in Erding

 

Portugal und Spanien 21.10.2010: Erding, Weiden, Chemnitz
2019 © Peter E. Burkhardt

Do 21.10. – Erding, Weiden, Chemnitz

Route 21.10.2010 (382 km)

Erding > A92 Regensburg > Weiden > A93-A72 Chemnitz

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((wird fortgesetzt))

 

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