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Elektronik: Tipps
2014, 2017 © Peter E. Burkhardt
Tipps rund um die Elektronik

Reparatur und Umbau

Zähler FZ1310

Eigenschaften des FZ1310

FZ1310 mit Netzteilfehler

FZ1310 mit Triggerfehler

Löttechnik

Kostengünstige Löttinktur

Mini-Lötbad für die Lötkolbenspitze

Steckbrett

Steckbrett aus den 70-iger Jahren

Steckbrett aus dem Jahre 2014

Aufbau des Steckbretts

Herstellen der Kastenteile

Zusammenlöten des Steckbrett-Kastens

Montage der Bauelemente

Zubehör, Steckelemente

Steckbrett mit Breadboard

Elektronik-Tipps: Reparatur FZ1310
2014-10 © Peter E. Burkhardt

Reparatur und Umbau

Zähler FZ1310

Eigenschaften des FZ1310

Der Zähler FZ1310 ist ein sogenannter "rechnender Frequenzzähler" aus dem Jahre 1988. In 2013 hatte mich ein günstiges Angebot überzeugt und so wurde ich Besitzer eines 1,3-GHz-Zählers mit hoher Genauigkeit. Allerdings fielen mir bei längerer Betriebsdauer unerklärliche Änderungen der Anzeige auf, die einen Gerätefehler vermuten ließen.

Technische Daten lt. Hersteller (Auszug):
Netz         220 V, 15 VA
Anzeige      7-Segment-LED, 8 Stellen Mantisse + 1 Stelle Exponent
Messgrößen   Frequenz, Zeit, Impulszähler, Tastverhältnis
Messprinzip  Periodendauer-Messung und Impuls-Zählung
Auflösung    100 ns (Messzeit max. 100 s)
Frequenz     0 bis 1300 MHz, 2 Eingänge, Abschwächer -20 dB
Zeitbasis    wahlweise intern 10 MHz ±25 ppm oder intern TXCO 10 MHz ±1 ppm
Interface    Parallel-Interface zum PC (8 Bit E/A), ext. Zeitbasis 10 MHz
Einige Eigenschaften und Funktionen
Messverfahren

Herkömmliche Zähler arbeiten mit einer festen Torzeit (z.B. 1 s), in der die Impulse gezählt und so die Frequenz ermittelt wird. Nachteil ist, dass bei niedrigen Frequenzen die Torzeit (und damit die Messzeit) groß sein muss, damit der prinzipbedingte Messfehler nicht unzulässig ansteigt.

Der FZ1310 arbeitet nach dem Prinzip der Zeitmessung. Es wird nur eine ganze Anzahl von Perioden des Eingangssignals gemessen und dazu die benötigte Zeit bestimmt. Daraus wird dann entweder die Frequenz oder die Periodendauer berechnet (je nach gewünschter Anzeige). Die Unsicherheit bei fester Torzeit, einen Impuls zuviel oder zuwenig zu zählen, entfällt damit.

Elektronik-Tipps: Reparatur FZ1310
2014-10 © Peter E. Burkhardt

Auch Zeitmessung, Tastverhältnis-Messung, Zählbetrieb (Impulse zählen) und der sogenannte Rechenbetrieb sind mit dem eingebauten Mikroprozessor relativ einfach und flexibel möglich.

Genauigkeit

Der Grundfehler (verursacht durch das Messprinzip) wird von der Auflösung der Zeitmessung bestimmt. Der Messfehler hängt also nicht mehr von der Eingangsfrequenz, sondern nur noch von dieser Auflösung ab, die beim FZ1310 aufgrund der 10-MHZ-Zeitbasis 100 ns beträgt. Dadurch ergibt sich bei einer Messzeit von 1 s immer eine Genauigkeit von 7 Anzeigestellen.

Den größeren Fehler verursacht die Genauigkeit der Zeitbasis-Quarzfrequenz. Deshalb ist zusätzlich neben einem freilaufenden Quarzgenerator (25 ppm) ein temperaturgeregelter Quarzgenerator (TCXO) mit hoher Genauigkeit eingebaut (1 ppm). Das erlaubt genaue Messungen mit maximal 6 Anzeigestellen. Für noch genauere Messungen kann eine externe 10-MHz-Zeitbasis angeschlossen werden (z.B. DCF77-Zeitbasis).

Frequenzbereich

Die Verarbeitung der möglichen Eingangsfrequenzen von Null bis zu 1,3 GHz erfolgt über verschiedene Eingangskanäle. Jeder Frequenzbereich kann somit optimal für den eigentlichen Zähler aufbereitet werden. Bereich der Messgröße und gewählter Eingangskanal müssen zueinander passen, um die optimale Genauigkeit zu erreichen.

Triggerpegeleinstellung

Wie die Praxis zeigte, bestimmt die richtige Einstellung des Triggerpegels maßgeblich eine verwertbare (und damit richtige) Anzeige des FZ1310. Bei falscher Pegeleinstellung kann es zum Springen des Anzeigewertes kommen oder es wird der vielfache Wert der gemessenen Frequenz (bzw. Zeit) angezeigt.

Der Pegel, bei dem ein Impuls als solcher erkannt wird, sollte immer ca. in der Mitte der Anstiegsflanke sein. Die richtige Poti-Einstellung wird mit einer LED angezeigt, ist aber meiner Meinung nach etwas zu grob. Wichtig ist, dass alle Trigger-Schalter (Anstiegsflanke, Verstärkung, AC/DC und Filter) entsprechend dem zu messenden Signal in der richtigen Stellung stehen.

Stromlaufplan

Basis jeder Reparatur ist ein Stromlaufplan, ohne dem fast jeder Reparaturversuch scheitern muss (abgesehen von ganz einfachen sichtbaren Fehlern).

Die Schaltungstechnik ist überschaubar, allerdings wäre ein Fehler im Bereich des herstellerspezifischen Mikroprozessors fatal.

Elektronik-Tipps: Reparatur FZ1310
2014-10 © Peter E. Burkhardt

FZ1310 mit Netzteilfehler

Der FZ1310 ist servicefreundlich. Die wenigen Abdeckplatten sind schnell entfernt.

Nach näherer Betrachtung fiel mir auf der Unterseite eine überhitzte Leiterplattenstelle auf.

Offensichtlich war der Netzgleichrichter zu heiss geworden.

Elektronik-Tipps: Reparatur FZ1310
2014-10 © Peter E. Burkhardt
Fehlerbild

Immer wenn der Zähler über Stunden in Betrieb war, war die Anzeige zunehmend instabil. Nicht die Helligkeit, sondern der angezeigte Wert veränderte sich zunehmend sprunghaft, ohne dass sich die Messgröße geändert hätte. Da außerdem bei hoher Umgebungstemperatur die Anzeigefehler zunahmen, war auf einen Gerätefehler zu schließen.

Temperaturmessung

Durch Messen der Gleichrichter-Oberflächen-Temperatur stellte ich fest, dass die Gleichrichterbrücke im Betrieb immer heiß wird. Nach längerer Einschaltzeit stieg die Temperatur auf über 70C an, und das bei offenem Gehäuse und einer Umgebungstemperatur von nur 20C.

Damit war klar, dass die Brücke ausgetauscht werden musste.

Ersatz der Diodenbrücke durch einzelne Dioden

Mangels vorhandenem gleichen Diodenbaustein habe ich hoch belastbare Einzeldioden eingebaut.

Die statische Prüfung des alten Gleichrichters ergab keinen Fehler. Alle 4 Einzeldioden zeigten normales Durchlass- und Sperrverhalten.

Reparaturergebnis

Natürlich war klar, dass die Überlastung der originalen Diodenbrücke eine Ursache haben musste. Allerdings habe ich keinen weiteren Fehler gefunden, selbst die Strommessung hinter dem Gleichrichter ergab, dass keine erhöhte Stromaufnahme des Geräts vorlag.

Selbst tagelanger Dauerlauf bei geschlossenem Gehäuse und heißen Sommertemperaturen führte nicht zu dem alten Anzeigefehler.

Fazit

Reparatur gelungen, aber ohne die wirkliche Ursache zu kennen. Vermutlich war doch die Diodenbrücke die Fehlerursache. Es kann ja sein, dass bei Belastung eine der Dioden ausfällt (hochohmig oder nicht mehr sperrfähig) und dadurch die Temperatur ansteigt. Das könnte dann Auswirkungen auf den Pegel und die Welligkeit der Versorgungsspannung (+5V-Schiene) haben und entsprechende Funktionsfehler der ICs bewirken.

Hinzu kommt, dass die Diodenbrücke entsprechend der Daten meiner Meinung nach ziemlich knapp bemessen war.

Elektronik-Tipps: Reparatur FZ1310, Triggerpegel-Poti
2016-03 © Peter E. Burkhardt

FZ1310 mit Triggerfehler

Die richtige Triggerpegel-Einstellung des FZ1310 bestimmt maßgebend, ob eine verwertbare (richtige) Anzeige erfolgt. Ist die Einstellung falsch, kann es auch zum Springen des Anzeigewertes kommen.

Fehlerbild

Der Einstellbereich für den Triggerpegel, in dem eine richtige Anzeige erfolgt, ist sehr klein gemessen am gesamten 270-Drehwinkel des Triggerpegel-Potis. Nur wenige Grad genügten und die Anzeige war nicht auswertbar. Hatte man dann den richtigen Punkt für eine stabile Anzeige getroffen, sprang nach einiger Zeit der Anzeigewert dann doch wieder hin und her, obwohl sich die Messfrequenz nicht geändert hatte. Ein zügiges Arbeiten mit dem FZ1310 war nicht mehr möglich.

Fehlerursache

Da entsprechend Stromlaufplan der Triggerpegel mit einer Gleichspannung referenziert wird, die mit dem Triggerpegel-Poti P1 einstellbar ist, vermutete ich einen Fehler dieses Potis. Beim Drehen war zu spüren, dass es kein Drahtpoti sondern ein Schichtpoti war. Diese Potis werden durch häufige Benutzung fehlerhaft. Das Kratzen eines Lautstärke-Stellers aus früheren Zeiten ist der Beleg dafür. Außerdem fördert die häufige Suche des Triggerpunktes an einer Stelle der Poti-Schleifbahn den Verschleiß des Potis zusätzlich.

Lösung des Problems

Es kam also nur der Ersatz des Potis in Frage, und zwar gleich mit einem stabilen 10-Gang-Draht-Poti. Dieses Poti war noch aus DDR-Zeiten in der Bastelkiste vorrätig. Die folgenden Bilder zeigen alles Wesentliche.

Austausch des Triggerpegel-Potis

Nach dem Abbau der beiden Blechgehäuse-Schalen wird die Bedien- und Anzeigeplatine erst zugänglich, wenn die vordere Bedienblende (Abdeckplatte) entfernt ist. Zuvor muss natürlich der Triggerpegel-Einstellknopf abgezogen werden. Dieser wurde später durch einen passenden Drehknopf für die 6mm-Achse des neuen Potis ersetzt.

Das alte originale Triggerpegel-Poti ist von vorn auf die Leiterplatte gelötet und hat durch seine flache Bauform Platz zwischen Bedien-/Anzeigeplatine und der Abdeckplatte. Das neue Poti wurde (wie üblich) von hinten durch die Leiterplatte gesteckt und verschraubt. Deshalb war es nötig, die Aufnahme-Bohrung auf 12 mm zu erweitern.

Elektronik-Tipps: Reparatur FZ1310, Triggerpegel-Poti
2016-03 © Peter E. Burkhardt

Ebenso mussten einige Leiterzüge entfernt werden, da sonst über das Poti-Metallgehäuse Kurzschlüsse aufgetreten wären. Die einzelnen Leiterzüge wurden natürlich nicht wirklich entfernt, sondern an geeigneter Stelle mit einem kleinen Fräser durchtrennt und somit unwirksam gemacht. Die ursprüngliche Leiterzugführung wurde durch flexible Drähte ersetzt. Auch das neue Poti und ein Widerstand wurden über flexible Brücken angeschlossen.

Noch im demontierten Zustand erfolgte ein Funktionstest. Das neue Poti hatte einen Wert von 5 kΩ. Es ergab sich am Schleifer ein geringfügig höherer Maximalwert (>2 V). Das ist aber hinnehmbar, da ja jetzt ein Drehwinkel von 3600 zur Verfügung steht.

Reparaturergebnis

Der Triggerpegel lässt sich jetzt wesentlich feinfühliger einstellen. Das ursprüngliche Springen der Anzeige tritt nicht mehr auf. Ein 10-Gang-Drahtpoti wäre schon bei der Fertigung des Counters die richtige Lösung gewesen. Natürlich gibt es Kostenvorgaben, die eingehalten werden müssen. Allerdings sind mechanisch betätigte Bedienelemente nach wie vor ziemlich fehleranfällig, vor allem wenn wie hier minderwertige Potis zum Einsatz kommen.

Elektronik-Tipps: Löttechnik
2014-01 © Peter E. Burkhardt

Löttechnik

Kostengünstige Löttinktur

Für den Hobby-Elektroniker ist Kolophonium (Kiefernharz) als Löt-Flussmittel unentbehrlich. Es enthält nur organische Säuren und richtet selbst bei längerer Einwirkung z.B. auf Leiterplatten keinen Schaden an. Im Gegenteil, eine getrocknete Kolophonium-Schicht schützt die Leiterplatte (Cu) und Lötstellen vor Korrosion.

Allerdings reicht die Flussmittel-Seele des Lötdrahtes (z.B. im 1,0 mm Sn60/Pb40 2,5% FLUX) beim Löten oft nicht aus. Um vor allem bei leicht oxydierten Oberflächen (z.B. ältere verzinnte Bauelement-Anschlussdrähte, Cu-Flächen mit leichter Oxydschicht usw.) eine saubere Lötverbindung herzustellen, muss zusätzlich Flussmittel aufgebracht werden. Geeignet ist Löthonig (in der Tube, DANY Bienenwohl GmbH Munich) oder auch Löttinktur.

Meine Erfahrungen mit Löthonig sind sehr positiv, allerdings ist mir der Preis zu hoch. Außerdem ist das großflächige Aufbringen (z.B. mit einem Pinsel) aufgrund der honigartigen Konsistenz nicht möglich. Der kostengünstige Ausweg ist eine selbst hergestellte Löttinktur.

Löttinktur, selbst hergestellt

Als Zutaten benötigt man nur festes oder pulverförmiges Kolophonium sowie ein geeignetes Lösungsmittel.

Kolophonium

Festes Kolophonium in der Dose vom Elektronik-Fachmarkt (Bastlerbedarf) ist nicht billig. Außerdem habe ich den Eindruck, dass das jetzt verfügbare Elektronik-Kolophonium nicht so gut wirkt wie älteres Kolophonium (z.B. aus DDR-Zeiten). Mir wurde vom Fachverkäufer erklärt, dies hängt mit jetzt stärkeren Auflagen bezüglich Gesundheitsschutz (beim Löten) zusammen.

Eine Alternative ist Brühpech, das aus gemahlenem Kiefernharz besteht und meines Wissens keine Zusätze enthält. Brühpech in der 500g-Packung (siehe Bild) ist unschlagbar preisgünstig. Es wird auch Brühharz, Saupech oder Metzgerharz genannt und ist im Fachgeschäft für Metzgereibedarf erhältlich. Vom Produzent vorgesehenes Anwendungsgebiet ist das Entfernen von Borsten und Federn (Schlachtvieh).

Dieses pulverförmige Kolophonium kann in einer Blechdose geschmolzen werden. Dazu reichen wenige Minuten auf der Herdplatte. Doch Vorsicht: Bei zu hoher Temperatur verbrennt das Harz und wird unbrauchbar. Nur soweit erhitzen, bis der Schmelzpunkt erreicht wird! Nach Abkühlung erhält man festes Kolophonium, wie es Elektronikgeschäfte verkaufen. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Die Wirkung entspricht dem festen Kolophonium aus vergangener Zeit.

Zur Herstellung der Löttinktur kann das Kolophonium-Pulver (Brühpech) ohne weitere Behandlung direkt verwendet werden.

Elektronik-Tipps: Löttechnik, Löttinktur
2014-01 © Peter E. Burkhardt
Lösungsmittel

Verschiedene Versuche waren nötig, um das optimale Lösungsmittel zu finden. Brennspiritus stinkt und kann Essigsäure enthalten, die sich bezüglich Korrosion negativ auswirkt. Reiner Alkohol (mindestens 98 % ist nötig) ist schwierig zu bekommen und in Apotheken mit Apotheker-Preisen zu bezahlen.

Eine gute und sehr preisgünstige Alternative ist Isopropylalkohol (IPA, Propan-2-ol, Isopropanol). Diese Flüssigkeit hat eine ausgezeichnete Fettlöslichkeit und wird in vielen Bereichen (u.a. auch in der Medizin) als Reinigungs- und Lösungsmittel verwendet. Reiner Isopropylalkohol (mindestens 99,7 %) enthält max. 0,1 % Wasser und nur 0,002 % Essigsäure. Dieses Lösungsmittel eignet sich sehr gut als Kolophonium-Lösungsmittel, da es schnell und rückstandsfrei verdunstet. Der typische Desinfektions-Geruch verfliegt bei offenem Fenster ebenfalls schnell. Allerdings ist das Lösungsmittel leicht entzündlich und wirkt reizend (kein direkter Augenkontakt!).

Für die Löttinktur muss reines IPA verwendet werden. Mischungen mit Wasser (z.B. 70 % IPA, 30 % Wasser) sind ungeeignet. In einem Fachgeschäft für Lacke und Farben (Großhandel) kostete die Flasche (1 Liter) nur ca. 3,50 EURO (in 2014). Im Bild ist die speziell abgefüllte Flasche zu sehen. Meist wird IPA in 5-Liter-Gebinden gehandelt.

Mischungsverhältnis der Löttinktur

Je nach Anwendung kann das Mischungsverhältnis variiert werden. Für normales Auftragen mit dem Pinsel beim Löten verwende ich ca. 4 Teile IPA auf 1 Teil Kolophonium. Ist die Mischung zu dünn, wirkt das wenige Kolophonium nicht genügend. Ist die Mischung zu dick, bleiben zu viel Rückstände auf der Leiterplatte.

Schierigkeiten beim Mischen gibt es nicht. Das pulverisierte Kolophonium löst sich im IPA relativ schnell, besonders wenn man mit Schütteln der Flasche nachhilft. Das Bild zeigt die Lötflasche (z.B. kleine Medikamenten-Flasche mit Sicherheitsverschluss). Zur Aufbewahrung ist der originale Sicherheitsverschluss aufgeschraubt. So kann sich die Tinktur nicht verflüchtigen.

Pinsel in der Lötflasche

Beim Löten verwende ich einen zweiten Sicherheits-Schraubverschluss mit entferntem Gewinde. In die Kappe wird ein passendes Loch gebohrt, damit der Pinsel (Kunstmalerbedarf) straff eingesteckt werden kann. Die Borsten des Pinsels sollten etwa bis zur Hälfte in die Löttinktur tauchen. So kann beim Löten der Pinsel mit Kappe immer wieder auf die Flasche gesteckt werden, um Verdunstung und Geruch zu minimieren.

Elektronik-Tipps: Löttechnik, Isopropylalkohol zur Reinigung
2014-01 © Peter E. Burkhardt
Anwendung des Isopropylalkohols (IPA) zum Reinigen
Reinigung vor dem Bestücken der Leiterplatte

Gelochte Universal-Leiterplatten sind meist ohne weitere Behandlung gut lötfähig und müssen deshalb in der Regel nicht gereinigt werden.

Wurde die Leiterplatte bearbeitet (gefräst, gebohrt) oder ist sie aus anderen Gründen verschmutzt (fettig, oxydiert, lange gelagert), sollte eine gründliche Reinigung mit IPA erfolgen. Dazu eignet sich eine Farbschale vom Baumarkt (käuflich einzeln oder zusammen mit Farbroller als Set). IPA wird in die Schale gegeben. Dann die Platine über die Schale halten und mit einem Flachpinsel reinigen. So kann überschüssiges IPA in die Schale laufen. Auch eine Vollwaschung der noch unbestückten Platine ist möglich.

Danach Platine trocknen lassen. Durch eine Wärmequelle (behelfsweise z.B. Heizkörper der Zentralheizung) kann die Trockenzeit verkürzt werden. Eine zu lange Trockenzeit begünstigt die neue Bildung einer Cu-Oxyd-Schicht, noch bevor die Leiterseite versiegelt ist.

Achtung: Feuergefahr, wenn die Trocknung mit zusätzlicher Wärmequelle erfolgt. Raum gut belüften!

Ist die nun saubere Platine trocken, müssen alle Cu-Flächen sofort mit Löttinktur versiegelt werden (siehe weiter unten).

Reinigung nach dem Bestücken der Leiterplatte

Stören die Kolophonium-Reste nach dem Löten, kann die Leiterseite mit IPA abgewaschen werden. Dazu eignet sich wieder eine Farbschale. IPA wird in die Schale gegeben. Dann die Platine über die Schale halten und schräg von unten mit einem Flachpinsel reinigen. So kann überschüssiges IPA in die Schale laufen.

Auf der Bauelementeseite bin ich vorsichtig. Ob alle Bauelemente IPA vertragen, ist mir nicht bekannt. Hermetisch verschlossene Bauelemente (R, C, ICs) dürften von IPA nicht beschädigt werden. Sind aber z.B. Relais auf der Leiterplatte, kann das Eindringen von IPA zusammen mit Kolophonium-Resten zu Problemen führen. Eine Vollwaschung der Leiterplatte ist deshalb nicht zu empfehlen.

Die Reinigung doppelseitiger und SMD-bestückter Leiterplatten ist mit IPA auch möglich, allerdings sollte dies ebenfalls nur mit dem Pinsel erfolgen.

Nach der Reinigung die Platine trocknen lassen und anschließend die Leiterseite sofort mit Löttinktur versiegeln.

Anwendung der Löttinktur zur Versiegelung

Neben dem eigentlichen Löten ist die gleiche 4:1-Mischung auch zum Versiegeln einer Leiterplatte vor und nach dem Löten geeignet. Dazu wird die Leiterplatte auf der Leiterseite großflächig mittels Pinsel eingestrichen. Damit die Tinktur nicht auf die Bauelementeseite läuft (z.B. durch unbestückte Löcher), sollte die Leiterplatte wenigstens senkrecht gehalten werden. Noch besser ist das Bepinseln schräg von unten.

Die sich nach dem Trocknen ergebende Kolophonium-Schutzschicht verhindert nicht nur die Korrosion, sondern ist auch die ideale Voraussetzung für nachträgliche Lötvorgänge. Erscheint die Kolophonium-Schicht zu dick, kann der Kolophonium-Anteil verringert werden (6:1 ist ausreichend).

Hinweis: Die Kolophonium-Versiegelung ist für viele Jahre ausreichend. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass sich nach längerer Zeit (z.B. 10 Jahre) unter ungünstigen Umwelteinflüssen eine Cu-Oxyd-Schicht bildet. Die Gefahr ist aber wegen des nahezu säurefreiem IPA sehr gering. Für Elektronik im Außenbereich ist Leiterplatten-Lack aus der Sprühdose die bessere Wahl.

Elektronik-Tipps: Löttechnik, Mini-Lötbad
2014-01 © Peter E. Burkhardt

Mini-Lötbad für die Lötkolbenspitze

Grundsätzliches

Löten auf Leiterplatten sollte man nur mit Lötstation. Die Temperaturregelung der Dauer-Lötkolbenspitze sorgt für ständige Lötbereitschaft, ohne dass der Lötkolben überhitzt. Bei richtiger Temperatureinstellung (ca. 210 bis 240 C) und kurzer Lötzeit (2 bis 3 Sekunden) sind keine Bauelemente-Schäden zu befürchten.

Allerdings oxydiert in den Lötpausen auch eine Dauer-Lötkolbenspitze, so dass von Zeit zu Zeit die Reinigung und das Verzinnen der Spitze erforderlich ist.

Lötkolbenspitze im Zinnbad

Das Verzinnen der Lötkolbenspitze geschieht entweder nur mit FLUX-Lötdraht oder in einer kleinen Zinnkugel unter Zugabe von Kolophonium. Warum also die Spitze nicht gleich in ein Zinnbad stecken!

Eine geeignete Vorrichtung zeigt das Bild:

Alle Teile sind vom Baumarkt, das 3-mm-Bodenblech war gerade vorhanden. Das Cu-Distanzrohr wurde nur verwendet, da das Cu-Endstück nicht die gewünschte Größe hatte. In den Lötpausen steckt die Lötkolbenspitze ca. 5 mm im Zinnbad. Da kein Sauerstoff an die Spitze gelangt, kann sie auch nicht oxydieren.

Die Lötkolbentemperatur wird wie gewohnt eingestellt. Die Aufwärmzeit ist durch das viele Metall (Zinn und Haltevorrichtung) länger als in der Lötstation. Nach Erwärmung kann aber zügig gelötet werden, da das Bad in den Lötpausen immer wieder aufgeheizt wird.

Achtung Brandgefahr: Die Haltevorrichtung erhitzt sich im Laufe der Zeit. Das Bodenblech muss deshalb gegen die Unterlage thermisch isoliert sein. Kippsicher aufstellen!

Eine Reinigung und/oder Neubefüllung des (kalten!) Zinnbades ist leicht möglich, da sich die Muffe abschrauben lässt. Einen vorzeitigen Verschleiß der Spitze konnte ich nicht beobachten.

Verbesserung des Lötbads (Nachtrag am 03.06.2016)

Es hatte sich gezeigt, dass das Zinnbad nicht schnell genug und vor allem nicht richtig von der eingetauchten Lötkolbenspitze erwärmt wurde. Die Wärmeabgabe (d.h. Abkühlung) über die Metallteile ist zu groß. Dadurch war das Zinnbad nicht flüssig genug.

Lösung des Problems

Zur Erhöhung der Zinnbad-Heizleistung wurden unter den Messing-Sockel (siehe Bild) einige Widerstände mit Keramikgehäuse montiert, die bei 12V-Versorgung etwa 20 Watt Wärmeleistung ergeben. Die Widerstände sind direkt an die 12V-Wicklung eines kleinen Ringtrafos angeschlossen. Die Verwendung von Wechselspannung bringt hier keine Nachteile.

Natürlich ist das nur eine provisorische Lösung, die sich aber hervorragend bewährt hat. Jetzt ist das Zinnbad innerhalb weniger Minuten aufgeheizt und der Lötkolben kann benutzt werden.

Achtung Brandgefahr: Die Heiz- und Haltevorrichtung erhitzt sich jetzt noch mehr und noch schneller. Das Bodenblech muss deshalb unbedingt auf einer wärmedämmenden und hitzesicheren Unterlage stehen.

Elektronik-Tipps: Steckbrett
2017 © Peter E. Burkhardt

Steckbrett

Für die eigene Schaltungsentwicklung, für das Testen fertiger Schaltungen und auch für praktische Versuche zum Verstehen elektronischer Wirkprinzipien gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im HF-Bereich ist das direkte Auflöten der Bauelemente auf Cu-kaschiertes Halbzeug eine günstige Methode, um den HF-technischen Forderungen gerecht zu werden (kurze Leitungen, breite Masseflächen usw.).

Bei Frequenzen bis einige hundert Kilohertz ist das Steckbrett vorteilhaft, um schnell die Funktion einer Schaltung zu testen, Bauelemente auszutauschen und grundsätzliche Messungen vorzunehmen.

Im Folgenden ist ein Steckbrett beschrieben, das auf Sub-D-Buchsenleisten und selbstgefertigten Drahtbrücken mit vergoldeten 1mm-Stiften basiert. Dazu gehört ein Sortiment an Bauelementen, die ebenfalls mittels der 1mm-Stifte steckbar gemacht wurden.

Es handelt sich also nicht um die seit vielen Jahren angebotenen fertigen Breadboards, sondern um ein eigenes System, das schon über 40 Jahre bei mir verwendet wird. Es hat sich aufgrund des sehr sicheren und relativ hoch belastbaren Stecksystems bestens bewährt.

Steckbrett aus den 70-iger Jahren

Begonnen hatte alles mit Berufsausbildung und Studium. Die Laborschnüre und große Versuchsaufbauten mit industriellen Geräten waren in Schule und Uni üblich, aber als Vorbild für die eigene Bastelkammer ungeeignet. Die anfängliche Lösung, einfach eine Schaltung freitragend zusammenzulöten war ebenfalls auf Dauer zu umständlich.

In dieser Zeit entstand ein kleines Steckbrett auf Basis von 1mm-Buchsenleisten und den dazu gehörigen 1mm-Stiften.

Aufbau des Steckbretts

Mechanische Grundlage ist eine Euro-Lochraster-Platine 100x160 aus glasfaserverstärktem 1,5mm-Material mit verzinnten Lötaugen. Darauf sind damals übliche Buchsenleisten aus der Rechentechnik montiert, deren Anschlüsse zu 3er- und 4er-Gruppen verlötet sind. Diese Kontaktgruppen bilden in der Versuchsschaltung jeweils einen Knoten.

In der Mitte sind IC-Fassungen mit vergoldeten Federkontakten montiert. Jeder Kontakt ist mit je einem Knoten verbunden. Diese IC-Fassungen eignen sich nicht nur für Standard-ICs mit 7,5mm-Reihenabstand, sondern auch für Kleinleistungstransistoren.

Die Telefonbuchsen am Rand dienen der Verbindung zur Stromversorgung und/oder zu anderen Geräten.

Die Sub-D-Buchsenleisten am oberen und unteren Rand wurden später hinzugefügt. Die Kontakte sind zu größeren Gruppen zusammengefasst. Über sie erfolgt die Spannungsversorgung (+Ub und Masse).

Der 5V-Festspannungsregler (siehe rechts im Bild) wurde auch später hinzugefügt, um neben der von außen zugeführten Haupt-Versorgungsspannung (meist 12 V) gleichzeitig eine weitere Spannungsquelle für digitale ICs zu haben.

Die Kontaktgruppen der Stromversorgung sind über breite Weißblechstreifen HF-tauglich miteinander verbunden. Elkos und Keramik-Kondensatoren dienen der Entkopplung. Dadurch waren Testaufbauten im MHz-Bereich möglich, ohne die Funktion der Schaltung wesentlich zu beeinträchtigen.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 70-iger Jahre
2017 © Peter E. Burkhardt
Zubehör

Zum Steckbrett gehören noch selbst gefertigte flexible Drahtbrücken unterschiedlicher Länge und Farbe, an die beidseitig vergoldete 1mm-Stifte gelötet sind.

Außerdem wurden die wichtigsten Bauelemente (Widerstände, Kondensatoren, Potis, große Leistungstransistoren (z.b. KU605 auf Kühlblech) usw. mit Stiften versehen. Meist können die Stifte direkt an die Massivdrähte des Bauelements gelötet werden oder der Anschluss erfolgt über flexible Anschlussdrähte mit Steckerstift.

Die Steckerstifte wurden aus den entsprechenden Steckerleisten gewonnen. Vorteilhaft sind Stifte mit Lötkelch für Drähte, Steckerleisten mit z.B. abgewinkeltem Leiterplattenanschluss eignen sich weniger.

Fazit

Das Stecksystem hat sich vor allem wegen der Robustheit der Verbindungstechnik bewährt. Beweis ist die lange Haltbarkeit. Allerdings ist ein gewisser Aufwand nötig, um Steckbrett und Zubehör anzufertigen.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014
2017 © Peter E. Burkhardt

Steckbrett aus dem Jahre 2014

Das alte Steckbrett ist inzwischen zu klein, es wird aber von mir immer noch genutzt. Das neue Steckbrett ist kein einfaches Brett mehr, sondern ein ganzer Kasten mit wesentlich erweiterten Möglichkeiten beim Aufbau der Schaltungen.

Die folgende Beschreibung ist keine Bauanleitung. Maßzeichnungen und Verdrahtungsplan können aber von mir per Anforderung über E-Mail bereitgestellt werden. Ich will lediglich zeigen, wie das Steckbrett realisiert wurde.

Ob sich der Aufwand lohnt, ist stark von den eigenen Bastelgewohnheiten abhängig. Selbstverständlich sind heutige Breadboards fertig verfügbar und die Bauelemente müssen oft nicht speziell vorbereitet werden. Die Robustheit meines 1mm-Systems bewährt sich aber auch weiterhin parallel zu den Direkt-Steck-Möglichkeiten eines Breadboards. Am Schluss dieser Beschreibung zeige ich eine Verbundlösung zwischen beiden Systemen.

Aufbau des Steckbretts

Der grundsätzliche Aufbau ergibt sich aus den verwendeten Bauelementen:
50-polige Buchsenleisten

Die 50-poligen Buchsenleisten bilden die Basis des Stecksystems. Sie waren mir als Industrie-Steckverbindungssystem in hochwertiger (hartvergoldet) Ausführung kostengünstig zugänglich. Aus dem Vorrat der zugehörigen ebenfalls 50-poligen Steckerleisten werden laufend (nach Bedarf) die Steckerstifte gewonnen, um Drahtbrücken zu fertigen oder Bauelemente steckbar zu machen.

IC-Fassungen mit 7,5 mm Reihenabstand

Diese 16-poligen IC-Fassungen in Standardgröße wurden stirnseitig so abgeschliffen, dass sich aneinandergereit 28-polige Fassungen ergeben. Es ergeben sich so genügend Kontakte, die mit den Knoten der parallel montierten 50-poligen Buchsenleisten verbunden sind. Die kleinen IC-Fassungen besitzen Kontakte mit seitlich kontaktierendem vergoldeten Federblech und sind deshalb sehr sicher beim Stecken. Es können auch etwas stärkere Anschlussbeinchen gesteckt werden, z.B. kleine Transistoren. Sogenannte Präzisionsfassungen, wie sie der Elektronikhandel anbietet, sind für diesen Zweck nicht geeignet. Auch Billig-Fassungen (meist ziemlich windiges Kontaktsystem für wenige Steckzyklen) scheiden für die hohe Beanspruchung auf einem Steckbrett aus.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014
2017 © Peter E. Burkhardt
Stromversorgung

Da herkömmliche Laborleitungen zum Stromversorgungsgerät viel zu unhandlich und vor allem platzraubend sind, habe ich verschiedene benötigte Spannungen am Gerät zusammengefasst und über einen 9-poligen Sub-D-Stecker mit dem Steckbrett verbunden.

Darüber hinaus existieren an der linken Seite aber auch Bananenbuchsen und Schraubklemmen, über die Verbindungen zur Außenwelt (aus Sicht des Steckbretts) hergestellt werden können. Diese sind zusätzlich über Kippschalter abschaltbar, so dass beim Umstecken der Versuchsschaltung nicht das ganze Stromversorgungsgerät abgeschaltet werden muss.

Manchmal haben diese Stromversorgungsgeräte zwar separate Schalter für jede einzelne Spannung, was aber auch nicht so richtig weiterhilft. Denn am Steckbrett sollen möglichst alle Spannungen und möglichst gleichzeitig verschwinden bzw. wieder zuschaltbar sein. Das gelingt hundertprozentig allerdings mit den Kippschaltern des Steckbretts auch nicht, denn es wären Relais zur Kontakterweiterung nötig. Das ist z.B. eine sinnvolle Ergänzung zum Steckbrett. Platz für die Ralais ist vorhanden, man braucht dann nur eine ständig anliegende Relais-Spannung.

Herstellen der Kastenteile

Bei größeren mechanischen Projekten ist es unabdingbar, vorbereitend möglichst alle Bauelemente, die Auswirkungen auf die mechanische Gestaltung haben könnten, in die Planung einzubeziehen. Das heißt, gute Maßzeichnungen sind nötig, um später meist schlecht zu realisierende Nacharbeiten zu vermeiden. Der Gesamtumfang muss endgültig festgelegt sein, auch wenn erfahrungsgemäß oft hier und da eine Erweiterung wünschenswert ist.

Natürlich muss auch der Stromlaufplan (oder zusätzlich ein Verdrahtungsplan) endgültig vorliegen, damit später bei der Verdrahtung alles glatt läuft.

Zuschneiden des Cu-kaschierten Materials

Hier soll keine grundsätzliche Anleitung zur Bearbeitung von Leiterplattenmaterial erfolgen. Ein paar wichtige Hinweise will ich aber geben.

Anreißen

Das Anreißen erfolgt vor dem Zuschnitt auf der Cu-Seite zweckmäßigerweise mit Stahlnadel und Stahllineal. Die Reißlinien sollten nicht zu tief sein, damit nach dem Schneiden noch sichtbare Linien sich beim späteren Reinigen der Cu-Schicht wieder restlos entfernen lassen.

Schneiden

Glasfaserverstärktes 1,5mm-Material ist zwar mechanisch stabil fast wie ALU- oder Stahlblech, lässt sich aber wesentlich besser bearbeiten, vor allem mit Mitteln des Hobbyisten. Gegenüber einfachem gepressten Hartpapier-Leiterplattenmaterial, dass sich leicht anritzen und brechen lässt, muss Glasfasermaterial möglichst gesägt werden. Allerdings sind die dazu nötigen Maschinen (z.B. kleine Handkreissägen) meist nicht vorhanden.

Der beim Sägen, Feilen und Schleifen entstehende feinste Glasfasterstaub ist aber sehr gesundheitsschädlich. Auf eine Atemschutzmaske, wie sie die Heimwerkerläden anbieten, sollte nicht verzichtet werden, auch wenn das Tragen unangenehm ist.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014
2017 © Peter E. Burkhardt

Eine einfachere Methode, die zudem weniger Glasfaserstaub erzeugt, ist das Schneiden entweder mit einer guten Handhebelschere (wie sie auch für Bleche verwendet wird) oder mit einer einfachen Handblechschere. Die Handblechschere sollte lange Schneidkanten haben, von guter Qualität sein und wenig Grat an den Platten erzeugen.

Meine Methode ist das Schneiden mit der auf die Werkbank geschraubten Handhebelschere, mit der sich saubere Schnitte erzeugen lassen. Das Schneiden kann ziemlich maßhaltig erfolgen, Die Kanten müssen nur wenig mit einer großen Schlichtfeile nachgearbeitet und gratfrei gemacht werden.

Bohren

Die wenigen Löcher sind schnell gebohrt. Zu beachten ist, dass bei Glasfasermaterial die Standzeit minderwertiger Bohrer sehr gering ist. Es hat sich bewährt, etwas mehr Geld auszugeben und für harte Werkstoffe geeignete Bohrer zu kaufen. Bohrlöcher müssen unbedingt angerissen und angekörnt sein, um das Verlaufen des Bohrers zu vermeiden. Große Löcher bohrt man mit 2mm-Bohrer vor und mit speziell angeschliffenem Metallbohrer fertig. Der Spezialanschliff (ähnlich sogenannte Holzbohrer) ergibt schöne wirklich runde Löcher und vermindert die Unfallgefahr beim Bohren.

Reinigen, zum Löten vorbereiten

Vor dem Zusammenlöten sollten die Teile wie folgt behandelt werden:

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014
2017 © Peter E. Burkhardt

Zusammenlöten des Steckbrett-Kastens

Beim Zusammenlöten der einzelnen Cu-Streifen kommt es darauf an, die ersten beiden Seitenteile präzise im rechten Winkel zu verbinden. Das muss auf einer ebenen Unterlage mit Hilfe eines Winkels erfolgen (im Bild ein Holzwinkel). Die Cu-Streifen werden nur punktuell verlötet. Eine nachträgliche Korrektur ist kaum möglich, deshalb muss man von Anfang an präzise die Teile zueinander ausrichten.

Das Löten selbst erfordert einen Lötkolben mit ca. 40 W. Die Leistung einer Lötstation reicht dafür meist nicht aus. Allerdings darf der Lötkolben auch nicht zu heiß sein, bzw. man sollte nur kurz an einem Punkt löten. Andernfalls kann es zum Ablösen der Cu-Schicht kommen, was sich dann durch hässliche helle Flecken bemerkbar macht, die von der Glasfaserseite aus zu sehen sind.

Nachdem die 4 Seitenteile zu einem offenen Kasten verlötet wurden, ist nochmals die Rechtwinkligkeit zu prüfen und ggf. zu korrigieren. Erst dann erfolgt das Verlöten der oberen Streifen. Damit auch dies erfolgreich ist, sollten einige große Buchsenleisten probeweise montiert werden.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014
2017 © Peter E. Burkhardt

Montage der Bauelemente

Vorverdrahtung

Vor der Montage der Buchsenleisten sollten diese so weit wie möglich vorher verdrahtet werden. So kommt man besser an die doch recht eng stehenden Lötkelche heran. Besonders bei den Leisten am Rand ist zwischen Cu-Seitenteil und Buchsenleisten-Anschlussreihe sehr wenig Platz. Zum Verdrahten innerhalb des Kastens ist blanker versilberter Cu-Draht mit 0,4 bis 0,5 mm Durchmesser die beste Wahl.

Montage und Verdrahtung

Hat man 2,5mm-Schrauben, ist dies günstiger, da sich so noch geringe Bohr-Ungenauigkeiten durch Verrücken der Buchsenleisten ausgleichen lassen. Aber es geht auch mit 3mm-Schrauben, notfalls muss man mit einer kleinen Rundfeile die Befestigungslöcher nacharbeiten.

Einige Buchsenleisten bleiben vorerst unverdrahtet, z.B. die hinteren Stromversorgungsanschlüsse. Überhaupt trägt das offene Kasten-Konzept dazu bei, nachträglich leicht Verdrahtungsänderungen durchführen zu können. Selbst der nachträgliche Einbau von Buchsenleisten oder auch Potis bzw. Schalter an den Seitenwänden ist möglich, wenn man sorgfältig zu Werke geht.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014
2017 © Peter E. Burkhardt
Abdeckungen und IC-Fassungen

Auf der Oberseite wurden zwischen den Buchsenleisten Abdeckstreifen aus Lochraster-Leiterplattenmaterial montiert. Die Befestigung erfolgte einfach durch blanke Drahtstücke (siehe Bild). Die Streifen nehmen auch die IC-Fassungen auf. Auch hier ist es zweckmäßig, die IC-Fassungen schon vorher auf den Streifen zu verlöten.

Ist alles montiert, kann fertig verdrahtet werden.

Kennzeichnung

Der Verdrahtungsplan sollte so einfach wie möglich sein, d.h. die sich ergebende Kontaktzuordnung zu einem Verdrahtungsknoten sollte sich durch die mechanische Anordnung erschließen. Im Bild ist zu sehen, wie die einzelnen Knoten einfach mit Filzstift markiert sind. Diese Kennzeichnung reicht für die Praxis aus, vor allem wenn man das Steckbrett selbst gebaut hat.

Dort wo auf den Buchsenleisten keine Kennzeichnung vorgenommen wurde und auch nicht erforderlich ist, sind die Kontakte einer Buchsenleisten-Längsreihe miteinander verbunden.

Die 9-poligen Sub-D-Buchsen rechts neben den Schwenkhebelfassungen waren erforderlich, da sich auf den 50-poligen Buchsenleisten nur 11 Kontaktgruppen (Knoten) unterbringen lassen, die Schwenkhebelfassungen aber 12 Kontakte auf einer Seite haben. Die kleinen Buchsenleisten erweitern also um einen Knoten auf jeder Seite. Die Fassungen wurden ohne Blechgehäuse montiert, da kein Platz für eine Schraubbefestigung ist.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014
2017 © Peter E. Burkhardt

Zubehör, Steckelemente

Der Aufwand zur Erstellung der steckbaren Brücken, Widerstände, Kondensatoren usw. erscheint hoch. Aber da das Steck-System sich seit über 40 Jahren nicht geändert hat, waren schon viele Steckelemente vorhanden und werden auch heute noch benutzt. Übrigens Abnutzungsspuren an den goldenen Steckstiften sind kaum sichtbar.

Weiterhin ist es ja so, dass das Sortiment ständig erweitert wird. Sobald beim Aufbau einer Schaltung definitiv etwas fehlt, wird es mit Stiften versehen und ist so auch zukünftig verfügbar.

Brücken

Für die steckbaren Brücken wird flexibler verzinnter Draht, wie er in vielen Elektronik-Geräten anfällt, verwendet. Der Drahtquerschnitt ist so gewählt, dass sich einerseits eine bestimmte Flexibilität der fertigen Brücke ergibt, dass aber andererseits der Draht nicht zu dünn ist und damit wenig gut handhabbar wird.

Brücken mit beidseitigen Steckstiften werden in verschiedenen Längen benötigt. Eine Brücke sollte beim Versuchsaufbau nur so lang sein, wie unbedingt nötig. Auch die Isolierfarbe sollte unterschiedlich sein und entsprechend der Funktion in der Versuchsschaltung eingesetzt werden. Beispiele sind blaue Brücken für Masse, rote Brücken für die Betriebsspannung, gelbe Brücken für Signalleitungen usw.

Steckstifte

Wie bereits erwähnt werden die vergoldeten 1mm-Stifte aus 50-poligen Sub-D-Steckerleisten gewonnen. Diese Steckerleisten haben zum Hand-Löten geeignete Kelche. Über jeder Lötverbindung ist ein kleiner passender Isolierschlauch geschoben, der zwischen Draht und Stift eine zusätzliche mechanische Stabilisierung bewirkt. Es ergibt sich durch diesen Knickschutz eine bruchfeste Verbindung, die jahrelang hält.

Bei Bauelementen mit starren Anschlüssen (z.B. Widerstände) wird kein Isolierschlauch benötigt.

Widerstände, Kondensatoren, LEDs usw.

Bauelemente mit 2 Anschlüssen sind über relativ lange Drahtenden mit den Stiften versehen. Durch die etwa 2 cm langen Drahtenden mit relativ großem Biegeradius am z.B. Widerstand ist ein passender Steckplatz auf dem Steckbrett schnell gefunden, da sich die Drahtenden leicht verbiegen lassen, ohne dass man sie dauerhaft justieren muss. Die Abstände der Buchsenleisten auf dem Steckbrett sind entsprechend gewählt. Durch die Vielzahl der Steckmöglichkeiten ist genügend Flexibilität gegeben, um eine günstige Anordnung beim Schaltungsaufbau zu finden.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014
2017 © Peter E. Burkhardt
Adapterleitungen

Es gibt auch Fälle, wo Verbindungen zu anderen mehrpoligen Bauelementen oder zu anderen Stecksystemen hergestellt werden müssen. Dazu sind entsprechende Adapterleitungen erforderlich. Einige davon zeigen die Bilder. Besonders günstig sind mehrpolige Steckbuchsen, wie sie zur Stromversorgung verwendet werden (PC-Platinen u.a.), Sie haben Kontaktzungen, die unterschiedliche Drahtdicken aufnehmen können und dabei mechanisch nicht überlastet werden. So können problemlos z.B. Leistungstransistoren gesteckt werden.

Es gibt ein Messleitungssystem mit 2mm-Steckern. Für diese Verbindungen (z.B. für den Anschluss eines Multimeters) eignen sich die 4-poligen Stromversorgungsstecker der PC-Netzteile. Man kann eine 4-polige Buchse komplett nutzen oder auch die umschließende Plastik weglassen und eine Einzelbuchse zur Stabilisierung nach dem Anlöten des Drahtes mit Isolierschlauch überziehen (sieh Bild).

Steckbare Teilschaltungen

Oft werden Teilschaltungen immer wieder benötigt. Das sind z.B. Greatzbrücken mit zugehörigem Lade-C und Kontroll-LED oder auch Zusammenstellungen von niederohmigen Shunts zur Strommessung. Bei Shunts habe ich neben den Hauptstromleitungen zusätzliche Sensorleitungen angelötet, so dass der Einfluss der Strom-Zuleitungen eliminiert ist.

Diese Teilschaltungen werden auch je nach Bedarf erstellt und sind dann immer wieder hilfreich beim schnellen Aufbau einer Versuchsschaltung.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014
2017 © Peter E. Burkhardt
Zubehörsortimente

Entsprechend den geschilderten steckbaren Bauelementearten existiert ein Ordnungssystem mit wichtigen Eigenschaften:

Fazit

Das Steckbrett hat sich bewährt, das beweisen die vielen Jahre der Nutzung. Vor allem das robuste 1mm-Stecksystem ist ein großer Vorteil. Allerdings ist ein gewisser Aufwand für das steckbare Zubehör nötig. Es hat sich bei dem Steckbrett von 2014 noch keine einzige Kontaktunsicherheit wegen einer defekten Buchsenleiste ergeben. Sollte dies einmal sein, kann die betreffende Buchsenleiste leicht ausgetauscht werden.

Zwingend bei der Benutzung des Steckbretts ist allerdings, nur die passenden 1mm-Steckstifte zu verwenden. Bauelemente mit abweichenden Drahtdicken aus Bequemlichkeit direkt in die Buchsenleisten zu stecken, würde die Lebensdauer der Buchsenleisten erheblich verkürzen.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014, mit Breadboard
2017 © Peter E. Burkhardt

Steckbrett mit Breadboard

Das bewährte Steckbrett habe ich so erweitert, dass seitlich ein Breadboard auswechselbar angedockt werden kann. So können die Vorteile beider Systeme genutzt werden.

Vorteile des Breadboards
Vorteile des Steckbretts
Steckbrett mit austauschbarem Breadboard

Die Vorteile beider Systeme wurden zusammengeführt und zu einem universellen Testplatz für gesteckte Versuchsschaltungen gemacht. Werden Breadboards der gleichen Größe verwendet, lässt es sich jederzeit austauschen, d.h. mechanisch mit dem Steckbrett verbinden.

Adapter zum Steckbrett

Beim Schaltungsaufbau kann man je nach Belieben manche Teile auf dem Steckbrett, andere Teile auf dem Breadboard anordnen. Für die Verbindung zwischen beiden Stecksystemen sind allerdings spezielle Adapter nötig.

Adapter können einerseits einfache flexible Drahtbrücken sein, die auf einer Seite den 1mm-Stecker haben, auf der anderen Seite einen vergoldeten Steckstift mit max. 0,4 mm Stärke. Diese Stifte lassen sich aus langen Wickelanschlusspfosten gewinnen. Diese sind wegen der Wickeltechnik etwas kantig und ziemlich steif, und natürlich vergoldet.

Zusätzlich sind Mehrfachadapter empfehlenswert. Ich habe dazu 9-polige Sub-D-Buchsen mit Wickelpfosten versehen. Die gesamte Sub-D-Buchse wird in das Breadboard gesteckt. Die Verbindung zum Steckbrett geschieht dann über normale 1mm-Brücken aus dem Steckbrettsortiment.

Brücken für das Breadboard, Haltbarkeit

Die Kontakte eines Breadboards halten meiner Erfahrung nach nur lange, wenn ausschließlich dünne massive Drähte zum Stecken verwendet werden. Optimal ist ein Duchmesser von 0,4 bis 0,5 mm. Bauelemente mit dickeren Anschlussdrähten sollte man niemals benutzen. Die Klemmkraft der Steckkontakte ist zwar hoch, aber sie ermüden beim mehrmaligen Stecken auch schnell und die Kontaktsicherheit lässt dann nach. Bleibt man bei dünnen Drähten, tritt dieser Effekt sehr viel später auf.

Elektronik-Tipps: Steckbrett 2014, mit Breadboard
2017 © Peter E. Burkhardt

Bewährt haben sich Bandleitungen für Klemmkontaktierung, wie sie oft zur Verbindung zwischen den Leiterplatten verwendet werden (z.B. DVD-Spieler, Audio-Geräte). Die Bänder lassen sich vereinzeln, der Draht ist ca. 0,4 mm dick, oft verschiedenfarbig, verzinnt und relativ steif. Quelle ist Elektronikschrott, so dass diese guten Eigenschaften auch noch kostenlos zu haben sind.

Frequenzverhalten des Breadboards

Zwischen zwei 5-poligen Kontaktreihen herrscht eine Kapazität von ca. 10 pF. Das ist zu berücksichtigen, wenn Schaltungen bei höheren Frequenzen funktionieren sollen. Zwei Leitungen, die nicht miteinander koppeln dürfen, sollten also nicht unmittelbar benachbart gesteckt werden. Zur Entkopplung kann dann z.B. eine dazwischenliegende Kontaktreihe auf das Massepotential (GND) gelegt werden.

Kurze Brücken sind HF-technisch günstig, vor allem weil die dünnen Drähte eine recht hohe Eigeninduktivität besitzen. Die Induktivität einer Kontaktreihe ist niedriger, da die Stanzteile eine größere Oberfläche besitzen. Kurze Brücken sind auch wegen der besseren Übersichtlichkeit empfehlenswert. Es ist kein Problem, beim Verdrahten schnell eine gerade nicht vorhandene Brücke herzustellen.

Grundsätzlich sollten die langen Kontaktreihen an den Breitseiten des Breadboards für die Versorgungsspannugen reserviert bleiben. Durch mehrfaches Abblocken mit 100nF-Cs wird die Versorgung auch für höhere Frequenzen niederohmig, so wie das auch bei der fertigen Leiterplatte der Fall ist.

Breadboard-Vorrat

Zwar nicht nötig, aber bequem ist es, wenn eine einmal laufende Schaltung nicht wieder abgebaut wird, sondern für die spätere Verwendung samt Breadboard aufgehoben wird.

Im Bild sind zum Beispiel 3 Präzisions-Opamps OP07 zu sehen, deren Offset mittels Festwiderständen (langzeitstabil!) abgeglichen ist. Die Stromersorgung und Entkoppel-Cs sind auch verdrahtet. So dient dieser Schaltungsteil dazu, schnell eine Schaltung mit Opamps zu testen. Meist müssen nur wenige Verbindungen und Widerstände hinzugefügt werden und schon ist man am Ziel.

Liegen mehrere solcher Breadboards mit bestimmten Standardschaltungen im Bastler-Lager, kann man sich das wiederholte Zusammenstecken gleicher oder ähnlicher Schaltungen sparen (z.B. Generatoren, Verstärker, Schaltungen mit dem vielgeliebten 555 usw.).

Fazit

Die Praxis zeigt, das langjährige Steckbrett zusammen mit dem austauschbaren Breadboard ist eine sehr gute Lösung. Zwar sind beim Testen von HF-Schaltungen (mehr als 20 bis 30 MHz) bestimmte Grenzen gesetzt, aber die meisten kleineren Schaltungen und Teilschaltungen arbeiten sowieso bei relativ niedrigen Frequenzen.

Außerdem kann man auch HF-Schaltungen auf einer kleinen Platine (Ugly-Technik auf Cu-kaschiertem Material) zusammenlöten und dann in die Testschaltung auf dem Breadboard oder 1mm-Steckbrett integrieren. Damit realisierte Testaufbauten erfüllen fast alle Anforderungen zum Testen der Schaltungsfunktion.

 

© Peter E. Burkhardt