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555-Zeitgeber
2010-2020 © Peter E. Burkhardt
555 als Zeitgeber

Zeitschalter

Einfache Zeitgeber

Timer 1,1s bis 110s

Timer 0,1s bis 110s, 2 Bereiche

Timer 0,1s bis 110s, 2 Bereiche, abgleichbar

Timer mit Stand-by ohne Strom

Timer 0,1s bis 110s, 2 Bereiche, Relais, Stand-by
Timer 1s bis 110s, Stand-by
Timer 1s bis 110s, Stand-by, CMOS

Präzisions-Timer

Timer 1s bis 10s, abgleichbar

Timer 1s bis 59s, 2 Bereiche, abgleichbar

Timer 0,1 min bis 10 min, 2 Bereiche, abgleichbar

Einschaltverzögerung

Einschaltverzögerung, mit Relais

Einschaltverzögerung, mit Transistor

Einschaltverzögerung, mit Relais und LED-Blinkanzeige

Einschaltverzögerung, mit Starttaste, Relais und LED-Blinkanzeige

Einschaltverzögerung, mit Relais und Einschaltung

Einschaltverzögerung, mit Relais und Abschaltung

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber
2020-01 © Peter E. Burkhardt

Zeitschalter

Einfache Zeitgeber

Die im Folgenden beschriebenen Zeitgeber arbeiten mit einer maximal möglichen Genauigkeit, die vom 555-Timer vorgegeben ist. Da aber Elkos im zeitbestimmenden RC-Glied verwendet werden, verschlechtert sich die reproduzierbare Genauigkeit der eingestellten Zeit. Elkos haben eine hohe Toleranz sowie temperaturabhängige Restströme und altern im Laufe der Zeit.

Bei kurzen Zeiten kann evtl. der Elko durch einen Folie-Kondensator ersetzt werden. Dieser ist bezüglich Stabilität der Kapazität stabiler. Dadurch ist der Hauptfehler bei einfachen Timern beseitigt.

Trotzdem bleibt bei mit Potis einstellbaren Zeitgebern das Potentiometer eine weitere Fehlerquelle. Auch Potis verändern zeit- und temperaturabhängig ihren Widerstand.

Eine weitere Fehlerquelle ist die Betriebsspannung. Prinzipbedingt führen zwar die Schaltschwellen des 555 im Zusammenspiel mit der C-Aufladung von der Betriebsspannung theoretisch zu keiner Änderung der ausgegebenen 555-MMV-Zeit. Doch eine stabilisierte Betriebsspannung ist trotzdem besser, ist aber bei einfachen Zeitschaltungen meist zu aufwendig. Bei mit Batteriespannung versorgten Geräten ist die durch die Regelschaltung höhere Stromaufnahme ebenfalls ungünstig.

Trotzdem erfüllen einfache Timer mit dem 555-Allrounder so ziemlich alle Anforderungen der Praxis, vor allem wenn es um Zeiten im Minutenbereich geht. Bei langen Zeiten (Stunden oder Tage) sind andere Schaltungsprinzipien mit zusätzlich eingesetzten digitalen ICs erforderlich.

Start-/Stopp-Taste und Zeitvorwahl mit Poti

Fast alle einfachen Zeitgeber haben zumindest eine Starttaste, die meisten aber auch eine Stopp-Taste, mit der die gestartete Zeit vorzeitig abgebrochen werden kann. Wie lange die Zeit und damit irgendein zeitlich zu definierender Vorgang dauern soll, ist ebenfalls bei fast allen Zeitgebern einstellbar, meist mit einem Poti oder Schalter.

Timer 1,1s bis 110s

Der Zeitgeber entspricht weitgehend der Grundschaltung für einen 555-MMV. Eine Besonderheit ist die Differenzierung des Startsignals. Prellen der Start-Taste und die Länge des Tastendruckes haben keine Auswirkung auf die mit dem Poti eingestellte Zeit.

Schaltungsbeschreibung
Zeitvorwahl mit dem Poti VR1

Rechnerisch (Formel siehe Bild) lassen sich mit VR1 Zeiten zwischen 1,1 und 110 Sekunden einstellen. In der Praxis weichen die Werte natürlich davon mehr oder weniger ab. Schuld sind die Toleranzen des Potis und vor allem des zeitbestimmenden Elkos C1. Der Poti-Knopf kann mit einer geeichten Skala versehen werden, so dass sich die Zeiten bequem vorwählen lassen.

Der Widerstand R1 begrenzt die minimal einstellbare Zeit. R1 verhindert außerdem einen Kurzschluss von +Ub über den 555-internen Entladetransistor Qdis nach Masse, wenn das Poti auf VR1-a (kleineste Zeit) steht. Der Minimalwert für R1 sollte 1 kOhm sein.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber
2020-01 © Peter E. Burkhardt
Start mit der Taste S1

Das Netzwerk R2, C2, R3 und D1 sorgt für eine vom Startsignal unbeeinflusste Ausgabe der MMV-Zeit Tm. Koppelkondensator C2 mit R3 differenzieren die mit S1 erzeugte fallende Flanke von Us1. Der kurze Impuls nach GND triggert den 555, so dass damit die MMV-Zeit beginnen kann. Der Ua-Ausgang des 555 geht auf H.

Widerstand R2 sorgt für definierte Pegel an C2 bei nicht gedrückter Taste. Diode D1 schneidet die über der Betriebsspannung +Ub auftretende Spannungsspitze ab, wenn S1 geöffnet wird. So wird der 555-Triggereingang vor Überspannung geschützt.

Alternativ kann S1 auch durch einen Transistor Qx ersetzt werden, wenn der Start von einer vorgelagerten Schaltung aus erfolgen soll. Auch in diesem Fall spielt die Länge des Startimpulses keine Rolle, da der 555 flankengesteuert getriggert wird.

Stopp mit der Taste S2

Normalerweise liegt der 555-Reset-Eingang Pin 4 über R4 an +Ub. Das bedeutet, Reset ist inaktiv, also nicht wirksam. Wird S2 gedrückt, erhält der Reset-Eingang GND-Potential. Das 555-interne FF wird rückgesetzt. Das bedeutet, das Ua-Potential wird auch bei laufendem Ausgangsimpuls Tm sofort L. Die gestartete Zeit wird also sofort beendet. Ein neuer Start ist dann nur wieder mit S1 möglich, wenn S2 wieder offen ist.

Das Prellen der Stopp-Taste hat keine negativen Auswirkungen, da ein einmal rückgesetztes FF rückgesetzt bleibt. Auch die Länge des Tastendruckes ist beliebig.

Anzeige des aktiven MMV-Zustands mit LED1

Läuft die Zeit Tm, leuchtet auch LED1. Für die 555-Zeitgeberfunktion ist LED1 nicht erforderlich, ist aber immer dann sinnvoll, wenn kein anderes Signal (z.B. ein Buzzer) die aktive Zeit signalisiert.

Der LED-Vorwiderstand R5 muss abhängig von +Ub und vom gewünschten (bzw. zulässigem) LED-Strom festgelegt werden.

Ersatz des bipolaren 555 durch den CMOS-555 ist möglich

Ohne Schaltungsänderung ist der CMOS-555 (z.B. ILC555 oder TS555C) eisetzbar. Der Stütz-Elko C01 darf dann kleiner sein oder kann evtl. ganz entfallen. Die Betriebsspannung darf dann auch bei nur 3 V liegen. Manche CMOS-555 laufen sogar noch bei nur 2 V (exemplar- und herstellerabhängig).

Fazit

Die einfache Timer-Schaltung ist im Kurzzeitbereich zuverlässig einsetzbar. Der Betriebsspannungsbereich des 555 kann voll genutzt werden. Die Beschaltung am 555-Ausgang hängt von der Anwendung ab.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber
2020-01 © Peter E. Burkhardt

Timer 0,1s bis 110s, 2 Bereiche

Diese Schaltung arbeitet ebenfalls mit einem Zeitbereich bis 110 Sekunden, der aber mit einem Schalter auf zwei Bereiche aufgeteilt ist. Damit lassen sich die Zeiten mit dem Potentiometer besonders im unteren Bereich genauer einstellen.

Der Zeitgeber entspricht weitgehend der Grundschaltung für einen 555-MMV. Eine Besonderheit ist die Differenzierung des Startsignals. Prellen der Start-Taste und die Länge des Tastendruckes haben keine Auswirkung auf die mit dem Poti eingestellte Zeit.

Die Ausgabe der Zeit erfolt über ein kleines Relais, mit dem sich beliebige Verbraucher potentialfrei schalten lassen.

Schaltungsbeschreibung
Zeitvorwahl mit dem Poti VR1 und dem Schalter S3

Rechnerisch (Formel siehe Bild) lassen sich mit VR1 Zeiten zwischen 0,1 und 110 Sekunden einstellen. Der Bereich a umfasst 0,1 s bis 11 s, der Bereich b überstreicht 1 s bis 110 s. In der Praxis weichen die Werte natürlich davon mehr oder weniger ab. Schuld sind die Toleranzen des Potis und vor allem des zeitbestimmenden Elkos C1. Der Poti-Knopf kann mit zwei geeichten Skalen versehen werden, so dass sich die Zeiten bequem vorwählen lassen. Es sind getrennte Bereichsskalen erforderlich, weil die Toleranz der Elkos so groß ist, dass bei einer Skala höchstens Prozentangaben sinnvoll wären.

Der Widerstand R1 begrenzt die minimal einstellbare Zeit. R1 verhindert außerdem einen Kurzschluss von +Ub über den 555-internen Entladetransistor Qdis nach Masse, wenn das Poti auf VR1-a (kleineste Zeit) steht. Der Minimalwert für R1 sollte 1 kOhm sein.

Start mit der Taste S1

Das Netzwerk R2, C2, R3 und D1 sorgt für eine vom Startsignal unbeeinflusste Ausgabe der MMV-Zeit Tm. Koppelkondensator C2 mit R3 differenzieren die mit S1 erzeugte fallende Flanke von Us1. Der kurze Impuls nach GND triggert den 555, so dass damit die MMV-Zeit beginnen kann. Der Ua-Ausgang des 555 geht auf H.

Widerstand R2 sorgt für definierte Pegel an C2 bei nicht gedrückter Taste. Diode D1 schneidet die über der Betriebsspannung +Ub auftretende Spannungsspitze ab, wenn S1 geöffnet wird. So wird der 555-Triggereingang vor Überspannung geschützt.

Alternativ kann S1 auch durch einen Transistor Qx ersetzt werden, wenn der Start von einer vorgelagerten Schaltung aus erfolgen soll. Auch in diesem Fall spielt die Länge des Startimpulses keine Rolle, da der 555 flankengesteuert getriggert wird.

Stopp mit der Taste S2

Normalerweise liegt der 555-Reset-Eingang Pin 4 über R4 an +Ub. Das bedeutet, Reset ist inaktiv, also nicht wirksam. Wird S2 gedrückt, erhält der Reset-Eingang GND-Potential. Das 555-interne FF wird rückgesetzt. Das bedeutet, das Ua-Potential wird auch bei laufendem Ausgangsimpuls Tm sofort L. Die gestartete Zeit wird also sofort beendet. Ein neuer Start ist dann nur wieder mit S1 möglich, wenn S2 wieder offen ist.

Das Prellen der Stopp-Taste hat keine negativen Auswirkungen, da ein einmal rückgesetztes FF rückgesetzt bleibt. Auch die Länge des Tastendruckes ist beliebig.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber
2020-01 © Peter E. Burkhardt
Anzeige des aktiven MMV-Zustands mit LED1

Läuft die Zeit Tm, leuchtet auch LED1. Für die 555-Zeitgeberfunktion ist LED1 nicht erforderlich, ist aber immer dann sinnvoll, wenn kein anderes Signal (z.B. ein Buzzer) die aktive Zeit signalisiert.

Der LED-Vorwiderstand R5 muss abhängig von +Ub und vom gewünschten (bzw. zulässigem) LED-Strom festgelegt werden.

Ausgabe des Zeitimpulses mit Relais K1

Mittels Relais K1 können potentialfrei für die Dauer des Zeitintervalls Tm beliebige Verbraucher an- oder abgeschaltet werden, je nachdem welche Schaltfunktion gewünscht ist. Das Relais und seine Kontaktbestückung richtet sich sowieso nach den Erfordernissen.

Zu beachten ist die Relais-Spulenspannung. Für andere Spannungen als die +Ub für den 555 kann das Relais auch von einer fremden Spannung, z.B. für ein 24V-Relais, gespeist werden. Der Relaistreiber mit Transistor Q1 ermöglicht das. Wäre das Relais direkt am 555-Ausgang Pin 3 angeschlossen, wäre keine separate Relais-Spannungsversorgung möglich.

Zu beachten sind außerdem für den Relaistreiber Q1 die nötige Spannungsfestigkeit und der maximale Spulenstrom. Unter Umständen muss ein stärkerer Transistor eingesetzt werden, z.B. ein BD139 (80 V, 1,5 A).

Ersatz des bipolaren 555 durch den CMOS-555 ist möglich

Ohne Schaltungsänderung ist der CMOS-555 (z.B. ILC555 oder TS555C) eisetzbar. Der Stütz-Elko C01 darf dann kleiner sein. Die Betriebsspannung darf dann auch bei nur 3 V liegen. Manche CMOS-555 laufen sogar noch bei nur 2 V (exemplar- und herstellerabhängig). Zwingend ist aber dann die Versorgung des Relais aus einer separaten Spannungsquelle.

Fazit

Die einfache Timer-Schaltung ist im Kurzzeitbereich zuverlässig einsetzbar. Der Betriebsspannungsbereich des 555 kann voll genutzt werden. Die Aufteilung in zwei Einstellbereiche ist vor allem im unteren Zeitbereich vorteilhaft. Die Beschaltung am 555-Ausgang mit einem Relais bietet universelle, auch potentialunabhängige, Anwendungsmöglichkeiten.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber
2020-01 © Peter E. Burkhardt

Timer 0,1s bis 110s, 2 Bereiche, abgleichbar

Diese Schaltung arbeitet mit einem Zeitbereich bis 110 Sekunden, der mit einem Schalter auf zwei Bereiche aufgeteilt ist. Damit lassen sich die Zeiten mit dem Potentiometer besonders im unteren Bereich genauer einstellen. Vorteilhaft ist der getrennt mögliche Abgleich für beide Bereiche, so dass eine Skala des Zeitpotentiometers einfacher beschriftet werden kann.

Der Zeitgeber entspricht weitgehend der Grundschaltung für einen 555-MMV. Eine Besonderheit ist die Differenzierung des Startsignals. Prellen der Start-Taste und die Länge des Tastendruckes haben keine Auswirkung auf die mit dem Poti eingestellte Zeit.

Die Ausgabe der Zeit erfolt über ein kleines Relais, mit dem sich beliebige Verbraucher potentialfrei schalten lassen.

Schaltungsbeschreibung
Zeitvorwahl mit dem Poti VR1 und dem Schalter S3

Rechnerisch (Formel siehe Bild) lassen sich mit VR1 Zeiten zwischen 0,1 und 110 Sekunden einstellen. Der Bereich a umfasst 0,1 s bis 10 s, der Bereich b überstreicht 1 s bis 100 s. Für den Poti-Knopf reicht eine einzige geeichte Skala aus, da die Zeitinvervalle durch Abgleich deckungsgleich gemacht werden können.

Der Widerstand R1 begrenzt die minimal einstellbare Zeit. R1 verhindert außerdem einen Kurzschluss von +Ub über den 555-internen Entladetransistor Qdis nach Masse, wenn das Poti auf VR1-a (kleineste Zeit) steht. Der Minimalwert für R1 sollte 1 kOhm sein.

Abgleich der Zeitbereiche über den 555-Control-Anschluss mit S3

Zum Ausgleich der Elko-Toleranzen C1a und C1b sind zwei Spannungsteiler vorhanden, die über den 555-Control-Anschluss Pin 5 die 555-Schwellwerte verschieben, so dass sich bei entsprechendem Abgleich die Endwerte 10 s und 100 s einstellen lassen. Damit werden die Teilstriche einer Skala für das Zeit-Poti deckungsgleich.

Die Spannungsteiler hängen an der 555-Versorgungsspannung, die in diesem Falle stabilisiert sein sollte. Die Einstellung erfolgt mit den Potis VR7 und VR8, die Umschaltung zusammen mit dem Schalter S3. S3 muss deshalb mindestens 2 getrennte Umschalter haben. Der Einstellbereich ist durch Widerstände eingeschränkt, da insbesondere beim bipolaren 555 am oberen und unteren Ende von +Ub sowieso Grenzen gesetzt sind. Für die Einstellung reichen normale Trimm-Potis aus, vorteilhaft sind natürlich Spindel-Trimmer.

Start mit der Taste S1

Das Netzwerk R2, C2, R3 und D1 sorgt für eine vom Startsignal unbeeinflusste Ausgabe der MMV-Zeit Tm. Koppelkondensator C2 mit R3 differenzieren die mit S1 erzeugte fallende Flanke von Us1. Der kurze Impuls nach GND triggert den 555, so dass damit die MMV-Zeit beginnen kann. Der Ua-Ausgang des 555 geht auf H.

Widerstand R2 sorgt für definierte Pegel an C2 bei nicht gedrückter Taste. Diode D1 schneidet die über der Betriebsspannung +Ub auftretende Spannungsspitze ab, wenn S1 geöffnet wird. So wird der 555-Triggereingang vor Überspannung geschützt.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber
2020-01 © Peter E. Burkhardt

Alternativ kann S1 auch durch einen Transistor Qx ersetzt werden, wenn der Start von einer vorgelagerten Schaltung aus erfolgen soll. Auch in diesem Fall spielt die Länge des Startimpulses keine Rolle, da der 555 flankengesteuert getriggert wird.

Stopp mit der Taste S2

Normalerweise liegt der 555-Reset-Eingang Pin 4 über R4 an +Ub. Das bedeutet, Reset ist inaktiv, also nicht wirksam. Wird S2 gedrückt, erhält der Reset-Eingang GND-Potential. Das 555-interne FF wird rückgesetzt. Das bedeutet, das Ua-Potential wird auch bei laufendem Ausgangsimpuls Tm sofort L. Die gestartete Zeit wird also sofort beendet. Ein neuer Start ist dann nur wieder mit S1 möglich, wenn S2 wieder offen ist.

Das Prellen der Stopp-Taste hat keine negativen Auswirkungen, da ein einmal rückgesetztes FF rückgesetzt bleibt. Auch die Länge des Tastendruckes ist beliebig.

Anzeige des aktiven MMV-Zustands mit LED1

Läuft die Zeit Tm, leuchtet auch LED1. Für die 555-Zeitgeberfunktion ist LED1 nicht erforderlich, ist aber immer dann sinnvoll, wenn kein anderes Signal (z.B. ein Buzzer) die aktive Zeit signalisiert.

Der LED-Vorwiderstand R5 muss abhängig von +Ub und vom gewünschten (bzw. zulässigem) LED-Strom festgelegt werden.

Ausgabe des Zeitimpulses mit Relais K1

Mittels Relais K1 können potentialfrei für die Dauer des Zeitintervalls Tm beliebige Verbraucher an- oder abgeschaltet werden, je nachdem welche Schaltfunktion gewünscht ist. Das Relais und seine Kontaktbestückung richtet sich sowieso nach den Erfordernissen.

Zu beachten ist die Relais-Spulenspannung. Für andere Spannungen als die +Ub für den 555 kann das Relais auch von einer fremden Spannung, z.B. für ein 24V-Relais, gespeist werden. Der Relaistreiber mit Transistor Q1 ermöglicht das. Wäre das Relais direkt am 555-Ausgang Pin 3 angeschlossen, wäre keine separate Relais-Spannungsversorgung möglich.

Zu beachten sind außerdem für den Relaistreiber Q1 die nötige Spannungsfestigkeit und der maximale Spulenstrom. Unter Umständen muss ein stärkerer Transistor eingesetzt werden, z.B. ein BD139 (80 V, 1,5 A).

Ersatz des bipolaren 555 durch den CMOS-555 ist möglich

Ohne Schaltungsänderung ist der CMOS-555 (z.B. ILC555 oder TS555C) eisetzbar. Der Stütz-Elko C01 darf dann kleiner sein. Die Betriebsspannung darf dann auch bei nur 3 V liegen. Manche CMOS-555 laufen sogar noch bei nur 2 V (exemplar- und herstellerabhängig). Zwingend ist aber dann die Versorgung des Relais aus einer separaten Spannungsquelle.

Fazit

Die einfache Timer-Schaltung ist im Kurzzeitbereich zuverlässig einsetzbar, wobei durch Abgleich die Elko-Toleranzen ausgeglichen werden können. Der Betriebsspannungsbereich des 555 kann voll genutzt werden. Die Aufteilung in zwei Einstellbereiche ist vor allem im unteren Zeitbereich vorteilhaft. Die Beschaltung am 555-Ausgang mit einem Relais bietet universelle, auch potentialunabhängige, Anwendungsmöglichkeiten.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber mit Stand-by
2020-01 © Peter E. Burkhardt

Timer mit Stand-by ohne Strom

Der normale (bipolare) 555 hat mit rund 3 mA (2 bis 15 mA lt. Datenblatt) einen Stromverbrauch, der insbesondere in Schaltungen mit Batterie störend ist. Dieser ständig fließende Ruhestrom, auch wenn die Schaltung nicht aktiv ist, lässt sich für die inaktive Phase automatisch abschalten.

Diese Abschaltung kann relativ einfach mit Relais, aber auch kontaktlos mit reiner Elektronik erfolgen. Im Folgenden sind mehrere Möglichkeiten aufgeführt.

Timer 0,1s bis 110s, 2 Bereiche, Relais, Stand-by

Diese Schaltung arbeitet mit einem Zeitbereich bis 110 Sekunden, der mit einem Schalter auf zwei Bereiche aufgeteilt ist. Damit lassen sich die Zeiten mit dem Potentiometer besonders im unteren Bereich genauer einstellen. Vorteilhaft ist der getrennt mögliche Abgleich für beide Bereiche, so dass eine Skala des Zeitpotentiometers einfacher beschriftet werden kann.

Der Zeitgeber entspricht weitgehend der Grundschaltung für einen 555-MMV. Eine Besonderheit ist die Differenzierung des Startsignals. Prellen der Start-Taste und die Länge des Tastendruckes haben keine Auswirkung auf die mit dem Poti eingestellte Zeit.

Die Ausgabe der Zeit erfolgt über ein kleines Relais, mit dem sich beliebige Verbraucher potentialfrei schalten lassen. Das Relais übernimmt aber zusätzlich die Aufgabe, die ganze Schaltung in der inaktiven Zeit, also wenn die MMV-Zeit nicht läuft, abzuschalten. Dadurch fließt in der Schaltung im off-state kein Ruhestrom.

Schaltungsbeschreibung
Zeitvorwahl mit dem Poti VR1 und dem Schalter S3

Rechnerisch (Formel siehe Bild) lassen sich mit VR1 Zeiten zwischen 0,1 und 110 Sekunden einstellen. Der Bereich a umfasst 0,1 s bis 10 s, der Bereich b überstreicht 1 s bis 100 s. Für den Poti-Knopf reicht eine einzige geeichte Skala aus, da die Zeitinvervalle durch Abgleich deckungsgleich gemacht werden können.

Der Widerstand R1 begrenzt die minimal einstellbare Zeit. R1 verhindert außerdem einen Kurzschluss von +Ub über den 555-internen Entladetransistor Qdis nach Masse, wenn das Poti auf VR1-a (kleineste Zeit) steht. Der Minimalwert für R1 sollte 1 kOhm sein.

Abgleich der Zeitbereiche über den 555-Control-Anschluss mit S3

Zum Ausgleich der Elko-Toleranzen C1a und C1b sind zwei Spannungsteiler vorhanden, die über den 555-Control-Anschluss Pin 5 die 555-Schwellwerte verschieben, so dass sich bei entsprechendem Abgleich die Endwerte 10 s und 100 s einstellen lassen. Damit werden die Teilstriche einer Skala für das Zeit-Poti deckungsgleich.

Die Spannungsteiler hängen an der 555-Versorgungsspannung, die in diesem Falle stabilisiert sein sollte. Die Einstellung erfolgt mit den Potis VR7 und VR8, die Umschaltung zusammen mit dem Schalter S3. S3 muss deshalb mindestens 2 getrennte Umschalter haben. Der Einstellbereich ist durch Widerstände eingeschränkt, da insbesondere beim bipolaren 555 am oberen und unteren Ende von +Ub sowieso Grenzen gesetzt sind. Für die Einstellung reichen normale Trimm-Potis aus, vorteilhaft sind natürlich Spindel-Trimmer.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber mit Stand-by
2020-01 © Peter E. Burkhardt
Start mit der Taste S1

Der Start mit Taste S1 geschieht hier durch Überbrücken eines normalerweise offenen Relais-Kontakts (NO = Normally Open). Über diesen Kontakt ist die Betriebsspannung +Ub geschleift. Im inaktiven Zustand (Relais abgefallen, Zeit Tm nicht aktiv) ist deshalb +Ub abgeschaltet und die ganze Schaltung stromlos.

Wird nun also S1 gedrückt, erhält die Schaltung Strom und verhält sich so, als würde sie direkt mit +Ub verbunden sein. Den eigentlichen Start des 555 erledigt dann die RC-Kombination R2-C3, die gewissermaßen die Starttaste in herkömmlichen Schaltungen ersetzt. Sobald der 555-Ausgangsimpuls erscheint (Ua wird H) zieht über den Treiber Q1 das Relais an.

Nun kann die Taste S1 losgelassen werden, da sich jetzt die Schaltung über den Relaiskontakt selbst hält. Die Schaltung befindet sich jetzt im aktiven Zustand (on-state).

Start des Timers mit Zuschalten der Betriebsspannung +Ub

Erhält die Schaltung die Spannung +Ub (wie beschrieben zuerst über die Taste S1 parallel zum Relaiskontakt), sorgt Kondensator C3 für einen negativen Impuls, der sich über C2 differenziert zum 555-Trigger-Eingang Pin 2 überträgt. Das Netzwerk R2, C2, R3 und D1 sorgt für eine vom Startsignal unbeeinflusste Ausgabe der MMV-Zeit Tm. Koppelkondensator C2 mit R3 sorgen für die Übertragung des gegenüber +Ub verspäteten Spannungsanstieges. Die Spannung UTr eilt also der Betriebsspannung +Ub nach und triggert somit den 555, so dass damit die MMV-Zeit beginnen kann. Der Ua-Ausgang des 555 geht auf H.

Diode D1 schneidet die über der Betriebsspannung +Ub auftretende Spannungsspitze ab beim Zuschalten von +Ub1. So wird der 555-Triggereingang vor Überspannung geschützt.

Stopp mit der Taste S2

Normalerweise liegt der 555-Reset-Eingang Pin 4 über R4 an +Ub. Das bedeutet, Reset ist inaktiv, also nicht wirksam. Wird S2 gedrückt, erhält der Reset-Eingang GND-Potential. Das 555-interne FF wird rückgesetzt. Das bedeutet, das Ua-Potential wird auch bei laufendem Ausgangsimpuls Tm sofort L. Die gestartete Zeit wird also sofort beendet. Das Relais K1 fällt ab und unterbricht die Zufuhr der Betriebsspannung +Ub. Ein neuer Start ist dann nur wieder mit S1 möglich.

Das Prellen der Stopp-Taste hat keine negativen Auswirkungen, da ein einmal rückgesetztes FF rückgesetzt bleibt. Auch die Länge des Tastendruckes ist beliebig. Sofort beim ersten FF-Rücksetzen wird die Schaltung wegen des Relais stromlos.

Anzeige des aktiven MMV-Zustands mit LED1

Läuft die Zeit Tm, leuchtet auch LED1. Für die 555-Zeitgeberfunktion ist LED1 nicht erforderlich, ist aber immer dann sinnvoll, wenn kein anderes Signal (z.B. ein Buzzer) die aktive Zeit signalisiert.

Der LED-Vorwiderstand R5 muss abhängig von +Ub und vom gewünschten (bzw. zulässigem) LED-Strom festgelegt werden.

Ausgabe des Zeitimpulses mit Relais K1

Mittels Relais K1 können potentialfrei für die Dauer des Zeitintervalls Tm beliebige Verbraucher an- oder abgeschaltet werden, je nachdem welche Schaltfunktion gewünscht ist. Das in der Schaltung gezeigte Relais K1 hat dazu einen zweiten Kontaktsatz, da ein separater Schließer für die automatische Zu- bzw. Abschaltung der Betriebsspannung +Ub bnötigt wird. Das Relais und seine Kontaktbestückung richtet sich sowieso nach den Erfordernissen.

Zu beachten ist die Relais-Spulenspannung. Für andere Spannungen als die +Ub für den 555 kann das Relais auch von einer fremden Spannung, z.B. für ein 24V-Relais, gespeist werden. Der Relaistreiber mit Transistor Q1 ermöglicht das. Wäre das Relais direkt am 555-Ausgang Pin 3 angeschlossen, wäre keine separate Relais-Spannungsversorgung möglich.

Zu beachten sind außerdem für den Relaistreiber Q1 die nötige Spannungsfestigkeit und der maximale Spulenstrom. Unter Umständen muss ein stärkerer Transistor eingesetzt werden, z.B. ein BD139 (80 V, 1,5 A).

Ersatz des bipolaren 555 durch den CMOS-555 ist möglich

Ohne Schaltungsänderung ist der CMOS-555 (z.B. ILC555 oder TS555C) eisetzbar. Der Stütz-Elko C01 darf dann kleiner sein. Die Betriebsspannung darf dann auch bei nur 3 V liegen. Manche CMOS-555 laufen sogar noch bei nur 2 V (exemplar- und herstellerabhängig). Zwingend ist aber dann die Versorgung des Relais aus einer separaten Spannungsquelle.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber mit Stand-by
2020-01 © Peter E. Burkhardt
Fazit

Die einfache Timer-Schaltung ist im Kurzzeitbereich zuverlässig einsetzbar, wobei durch Abgleich die Elko-Toleranzen ausgeglichen werden können. Der Betriebsspannungsbereich des 555 kann voll genutzt werden. Die Aufteilung in zwei Einstellbereiche ist vor allem im unteren Zeitbereich vorteilhaft. Die Beschaltung am 555-Ausgang mit einem Relais bietet universelle, auch potentialunabhängige, Anwendungsmöglichkeiten.

Der wichtigste Vorteil ist aber die Abschaltung der Betriebsspannung im inaktiven Zustand, d.h. wenn die Zeit nicht läuft. Da z.B. bei einer Überwachung der inaktive Stand-by-Betrieb in der allermeisten Zeit vorherrscht, ist die Stromersparnis durch die Abschaltung beträchtlich. Es fließt kein Strom. Die Schaltung ist sogar für Batterieversorgung geeignet, wenn die Relaisspule wenig Strom braucht. Wird das Gerät dann relativ selten eingeschaltet, hält die Batterie entsprechend lange.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber mit Stand-by
2020-01 © Peter E. Burkhardt
Timer 1s bis 110s, Stand-by

Der Zeitgeber ist einstellbar von 1 s bis 110 s und entspricht weitgehend der Grundschaltung für einen 555-MMV. Eine Besonderheit ist die Differenzierung des Startsignals. Prellen der Start-Taste und die Länge des Tastendruckes haben keine Auswirkung auf die mit dem Poti eingestellte Zeit.

Zusätzlich enthält die Schaltung aber eine mit Transistoren realisierte Steuerung mit der Aufgabe, die ganze Schaltung in der inaktiven Zeit, also wenn die MMV-Zeit nicht läuft, abzuschalten. Dadurch fließt in der Schaltung im off-state nur ein kleiner Ruhestrom im Mikroampere-Bereich.

Die Ausgabe des Zeitimpulses erfolgt über einen Transistor, der das Zeitsignal relativ niederohmig zur Verfügung stellt.

Schaltungsbeschreibung
Zeitvorwahl mit dem Poti VR1

Rechnerisch (Formel siehe Bild) lassen sich mit VR1 Zeiten zwischen 1,1 und 110 Sekunden einstellen. In der Praxis weichen die Werte natürlich davon mehr oder weniger ab. Schuld sind die Toleranzen des Potis und vor allem des zeitbestimmenden Elkos C1. Der Poti-Knopf kann mit einer geeichten Skala versehen werden, so dass sich die Zeiten bequem vorwählen lassen.

Der Widerstand R1 begrenzt die minimal einstellbare Zeit. R1 verhindert außerdem einen Kurzschluss von +Ub über den 555-internen Entladetransistor Qdis nach Masse, wenn das Poti auf VR1-a (kleineste Zeit) steht. Der Minimalwert für R1 sollte 1 kOhm sein.

Start mit der Taste S1

Das Netzwerk R2, C2, R3 und D1 führt nicht direkt auf den 555-Trigger-Eingang, sondern auf den Transistor Q1. Das Netzwerk sorgt für eine vom Startsignal unbeeinflusste Ausgabe der MMV-Zeit Tm. Koppelkondensator C2 mit R3 differenzieren die mit S1 erzeugte fallende Flanke von Us1. Der kurze Impuls nach GND steuert den Transistor Q1 durch. In der Folge steuert auch Q2 durch und liefert so die Betriebsspannung +Ub1 für den 555.

Alternativ kann S1 auch durch einen Transistor Qx ersetzt werden, wenn der Start von einer vorgelagerten Schaltung aus erfolgen soll. Auch in diesem Fall spielt die Länge des Startimpulses keine Rolle, da Transistor Q1 flankengesteuert wird.

Start des Timers mit Zuschalten der Betriebsspannung +Ub1

Erhält die Schaltung die Spannung +Ub1 (wie beschrieben über den Transistor Q2, der mit +Ub verbunden ist), sorgt Kondensator C3 für das Verzögern des Anstiegs der Spannung am 555-Triggereingang gegenüber des Anstiegs der Spannung +Ub1. Dadurch wird gewährleistet, dass der 555 triggert.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber mit Stand-by
2020-01 © Peter E. Burkhardt

Es hatte sich gezeigt, dass die Betriebsspannung +Ub1 einen gewissen Vorlauf haben muss, damit der 555 gewissermaßen eingeschaltet hat und funktioniert, bevor die Triggerfunktion zum Tragen kommen kann. Das war besonders beim bipolaren 555 der Fall. Der CMOS-555 ist da nicht so empfindlich, vielleicht weil die CMOS-Strukturen schneller sind und auch weniger Strom brauchen. Jedenfalls konnte der verzögernde Kondensator C3 ganz weggelassen werden, Diode D2 war dann natürlich auch nicht erforderlich. Der CMOS-555 erhielt also gleichzeitig mit der Betriebsspannung +Ub1 auch über Widerstand R6 seine Triggerspannung. In der Schaltung sind sicherheitshalber C3 und D2 vorhanden, egal, welche 555-Variante benutzt wird.

Nachdem nun der 555 durch +Ub1 betriebsbereit ist, beginnt wie beim als MMMV geschalteten 555 üblich, mit der steigenden Flanke am Trigger-Eingang Pin 2 auch die Aufladung des zeitbestimmenden Kondensators C1. Die MMV-Zeit Tm beginnt, der Ua-Ausgang des 555 geht auf H.

Rückkopplung vom 555-Ausgang auf den Transistor Q2

Damit der 555 weiterhin mit +Ub1 versorgt wird, auch wenn der Startimpuls der Taste S1 nicht mehr wirksam ist, gibt es die Rückkopplung vom 555-Ausgang über den Negator Q3. Der Tm-Impuls steuert den Transistor Q3 durch. Dieser zieht das Potential am Knoten R4-R5 auf GND. Deshalb erhält nun Transistor Q2 über R5 Basisstrom, der ja vom Startimpuls aus schon durchgesteuert war.

Nun kann der Startimpuls wegfallen, d.h. der Start-Trigger-Impuls UTr kann wieder H werden und den Transistor Q1 sperren. Q2 bleibt also durchgesteuert (latched) und liefert für die Tm-Dauer die Betriebsspannung +Ub1 für den 555.

Dies alles braucht natürlich seine Zeit. Es sei erinnert, der 555 erhielt über Q2 seine Betriebsspannung +Ub1, der Elko C04 wurde geladen, der 555 wurde getriggert, der Tm-Impuls wurde vom 555 ausgegeben und Transistor Q3 wurde durchgesteuert, um den Q2-Basisstrom zu liefern. Erst jetzt kann sich die Schaltung im On-state-Zustand halten.

Ist der differenzierte Startimpuls UTr zu kurz, reicht die durchgesteuerte Zeit von Q1 nicht aus, damit die beschriebene Rückkopplung wirken kann. Deshalb ist der Kondensator C2 relativ groß.

Nach dem Ende der MMV-Zeit, d.h. der Tm-Impuls geht auf L, wirkt die Rückkopplung über Q3 nicht mehr und Q2 sperrt. Der 555 ist jetzt ohne Betriebsspannung +Ub1 und damit abgetrennt (off-state).

Stopp mit der Taste S2

Die Taste S2 wirkt ebenfalls auf den Rückkopplungstransistor Q3. Wird S2 gedrückt, erhält Q3 keinen Basisstrom mehr und sperrt. Damit sperrt aber auch Q2 und schaltet +Ub1 ab. Ein neuer Start ist dann nur wieder mit S1 möglich.

Anzeige des aktiven MMV-Zustands mit LED1

Läuft die Zeit Tm, leuchtet auch LED1. Diese LED ist aber nicht am 555-Ausgang angeschlossen, sondern an +Ub1. Das bedeutet, LED1 signalisiert indirekt das Vorhandensein des Tm-Impulses. Für die 555-Zeitgeberfunktion ist LED1 nicht erforderlich, ist aber immer dann sinnvoll, wenn kein anderes Signal (z.B. ein Buzzer) die aktive Zeit signalisiert.

Der LED-Vorwiderstand R12 muss abhängig von +Ub und vom gewünschten (bzw. zulässigem) LED-Strom festgelegt werden.

Ausgabe des Zeitimpulses mit Transistor Q4

Am Kollektor von Q4 kann der negierte Zeitimpuls Tm relativ niederohmig abgenommen werden. Falls nötig, kann die Schaltstufe Q4 auch als Open-Collektor-Stufe realisiert werden. R11 wird dann nicht benötigt bzw. extern angeordnet.

Die Schaltstufe Q4 ist vorhanden, da in der gezeigten Anordnung der 555-Ausgang nur wenig belastet werden darf. Widerstand R9 sorgt für den hochohmigen Abschluss.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber mit Stand-by
2020-01 © Peter E. Burkhardt
Kondensator C04

Der Elko C04 sollte nicht größer als angegeben sein. Zum Stützen eines bipolaren 555 reicht er aus. Ist C04 zu groß, wird die Wiederbereitschaftszeit für den nächsten Start mit Taste S1 verlängert.

Schaltstufe Transistor Q5

Dieser Transistor wurde eingefügt, um nach Beenden der Zeit Tm und dem damit verbundenen Abschalten der Spannung +Ub1 die Ub1-Schiene schnell auf Null zu bringen. C04 wird schnell entladen. Das gewährleistet eine kurze Wiederbereitschaftszeit und sicheres 555-Triggern beim nächsten Start. Immer wenn Q5 sperrt ist Q2 leitend.

Damit die Schaltstufe mit Transistor Q5 richtig funktioniert, muss Q5 seinen Basisstrom von +Ub erhalten, also von der nicht abgeschalteten Betriebsspannung. Das hat zur Folge, dass der Ruhestrom im abgeschalteten Betrieb (off-state) um eben diesen Basisstrom erhöht ist.

Soll dieser Basisstrom um den Faktor 10 vermindert werden, kann für Q5 auch ein npn-Darlington-Transistor (z.B. MPSA13) eingesetzt werden. Der Basiswiderstand R9 kann dann 10x größer sein.

Wenn allerdings nicht damit zu rechnen ist, dass die Starttaste kurz hintereinander bedient wird, d.h. dass die Wiederbereitschaftszeit länger sein darf, kann die Schaltstufe mit Transistor Q5 auch ganz entfallen. Ersatzlos gestrichen sind dann Q5, R9 und R10.

Ersatz des bipolaren 555 durch den CMOS-555 ist möglich

Ohne Schaltungsänderung ist der CMOS-555 (z.B. ILC555 oder TS555C) eisetzbar. Der Stütz-Elko C04 könnte dann ganz entfallen oder weiter verkleinert werden. Die Betriebsspannung darf dann auch bei nur 3 V liegen. Manche CMOS-555 laufen sogar noch bei nur 2 V (exemplar- und herstellerabhängig).

Fazit

Die einfache Timer-Schaltung ist im Kurzzeitbereich zuverlässig einsetzbar. Der Betriebsspannungsbereich des 555 kann voll genutzt werden. Der Zeitimpuls Tm steht negiert über eine Transistorstufe zur Verfügung, da der 555-Ausgang wegen der Rückkopplung zur Betriebsspannungsabschaltung hochohmig abgeschlossen sein muss.

Der wichtigste Vorteil ist aber die Abschaltung der Betriebsspannung im inaktiven Zustand, d.h. wenn die Zeit nicht läuft. Da z.B. bei einer Überwachung der inaktive Stand-by-Betrieb in der allermeisten Zeit vorherrscht, ist die Stromersparnis durch die Abschaltung beträchtlich, allerdings nur beim bipolaren 555. Der Ruhestrom im inaktiven Zustand beträgt nur wenige Mikroampere.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber mit Stand-by
2020-01 © Peter E. Burkhardt
Timer 1s bis 110s, Stand-by, CMOS

Diese Schaltung reduziert den doch erheblichen Aufwand der vorigen Schaltung mit Transistorsteuerung zur Abschaltung der 555-Betriebsspannung. Die Steuerung zur Ub-Abschaltung ist mit einem CMOS-NAND realisiert, der Triggereingänge hat. Dadurch vereinfacht sich die Schaltung und die Betriebssicherheit wird erhöht.

Der Zeitgeber ist einstellbar von 1 s bis 110 s und entspricht weitgehend der Grundschaltung für einen 555-MMV. Eine Besonderheit ist die Differenzierung des Startsignals. Prellen der Start-Taste und die Länge des Tastendruckes haben keine Auswirkung auf die mit dem Poti eingestellte Zeit.

Die Ausgabe des Zeitimpulses erfolgt über ein freies Gatter des 4-fach-NAND ICs.

Schaltungsbeschreibung
Zeitvorwahl mit dem Poti VR1

Rechnerisch (Formel siehe Bild) lassen sich mit VR1 Zeiten zwischen 1,1 und 110 Sekunden einstellen. In der Praxis weichen die Werte natürlich davon mehr oder weniger ab. Schuld sind die Toleranzen des Potis und vor allem des zeitbestimmenden Elkos C1. Der Poti-Knopf kann mit einer geeichten Skala versehen werden, so dass sich die Zeiten bequem vorwählen lassen.

Der Widerstand R1 begrenzt die minimal einstellbare Zeit. R1 verhindert außerdem einen Kurzschluss von +Ub über den 555-internen Entladetransistor Qdis nach Masse, wenn das Poti auf VR1-a (kleineste Zeit) steht. Der Minimalwert für R1 sollte 1 kOhm sein.

Start mit der Taste S1

Das Netzwerk R2, C2, R3 und D1 führt nicht direkt auf den 555-Trigger-Eingang, sondern auf das Gatter IC2:1. Das Netzwerk sorgt für eine vom Startsignal unbeeinflusste Ausgabe der MMV-Zeit Tm. Koppelkondensator C2 mit R3 differenzieren die mit S1 erzeugte fallende Flanke von Us1. Der kurze Impuls nach GND liefert an Gatter IC2:1 ein L, das zum Ausgang des Gatters nach H durchgreift (normale NAND-Funktion). In der Folge ergibt sich am Gatterausgang IC2:2 ein L, mit dem letztlich Transistor Q1 durchgesteuert wird. Q1 schaltet so die Betriebsspannung +Ub als +Ub1 an den 555.

Alternativ kann S1 auch durch einen Transistor Qx ersetzt werden, wenn der Start von einer vorgelagerten Schaltung aus erfolgen soll. Auch in diesem Fall spielt die Länge des Startimpulses keine Rolle, da das Gatter IC2:1 flankengesteuert wird.

Start des Timers mit Zuschalten der Betriebsspannung +Ub1

Erhält die Schaltung die Spannung +Ub1 (wie beschrieben über den Transistor Q1, der mit +Ub verbunden ist), sorgt Kondensator C3 für das Verzögern des Anstiegs der Spannung am 555-Triggereingang gegenüber des Anstiegs der Spannung +Ub1. Dadurch wird gewährleistet, dass der 555 triggert.

Es hatte sich gezeigt, dass die Betriebsspannung +Ub1 einen gewissen Vorlauf haben muss, damit der 555 gewissermaßen eingeschaltet hat und funktioniert, bevor die Triggerfunktion zum Tragen kommen kann. Das war besonders beim bipolaren 555 der Fall. Der CMOS-555 ist da nicht so empfindlich, vielleicht weil die CMOS-Strukturen schneller sind und auch weniger Strom brauchen. Jedenfalls konnte der verzögernde Kondensator C3 ganz weggelassen werden, Diode D2 war dann natürlich auch nicht erforderlich. Der CMOS-555 erhielt also gleichzeitig mit der Betriebsspannung +Ub1 auch über Widerstand R6 seine Triggerspannung. In der Schaltung sind sicherheitshalber C3 und D2 vorhanden, egal, welche 555-Variante benutzt wird.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber mit Stand-by
2020-01 © Peter E. Burkhardt

Nachdem nun der 555 durch +Ub1 betriebsbereit ist, beginnt wie beim als MMMV geschalteten 555 üblich, mit der steigenden Flanke am Trigger-Eingang Pin 2 auch die Aufladung des zeitbestimmenden Kondensators C1. Die MMV-Zeit Tm beginnt, der Ua-Ausgang des 555 geht auf H.

(Bild-Wiederholung)

Rückkopplung vom 555-Ausgang auf den Transistor Q1

Damit der 555 weiterhin mit +Ub1 versorgt wird, auch wenn der Startimpuls der Taste S1 nicht mehr wirksam ist, gibt es die Rückkopplung vom 555-Ausgang über die Gatter IC2:3, IC2:1 und IC2:2. Der Tm-Impuls steuert letztlich den Transistor Q1 durch, der ja vom Startimpuls aus schon durchgesteuert war.

Nun kann der Startimpuls wegfallen, d.h. der Start-Trigger-Impuls UTr kann wieder H werden. Q1 bleibt also durchgesteuert (latched) und liefert für die Tm-Dauer die Betriebsspannung +Ub1 für den 555.

Geht der Tm-Impuls auf L (Ende der MMV-Zeit), wirkt die Rückkopplung über die 3 Gatter nicht mehr und Q1 sperrt. Der 555 ist jetzt abgetrennt (off-state).

Dies alles braucht natürlich seine Zeit. Es sei erinnert, der 555 erhielt über Q1 seine Betriebsspannung +Ub1, der Elko C04 wurde geladen, der 555 wurde getriggert, der Tm-Impuls wurde vom 555 ausgegeben und die Gatter IC2:3, :1 und :2 wurden geschaltet, um den Q1-Basisstrom zu liefern. Erst jetzt kann sich die Schaltung im On-state-Zustand halten.

Ist der differenzierte Startimpuls UTr zu kurz, reicht die Zeit des L-Potentials am Gattereingang IC2:1 Pin 1 nicht aus, damit die beschriebene Rückkopplung wirken kann. Deshalb ist der Kondensator C2 relativ groß.

Nach dem Ende der MMV-Zeit, d.h. der Tm-Impuls am 555-Ausgang Pin 3 geht auf L, wirkt die Rückkopplung über die 3 Gatter nicht mehr und Q1 sperrt. Der 555 ist jetzt ohne Betriebsspannung +Ub1 und damit abgetrennt (off-state).

Stopp mit der Taste S2

Die Taste S2 wirkt auf das Gatter IC2:2 und letztlich ebenfalls auf den Transistor Q1. Wird S2 gedrückt, erhält greift das L-Potential Us2 am Gatter IC2:2 durch nach H, d.h. am Gatterausgang ist nahezu das Potential von +Ub. Q1 erhält keinen Basisstrom mehr und sperrt. Q1 schaltet +Ub1 ab. Ein neuer Start ist dann nur wieder mit S1 möglich.

Anzeige des aktiven MMV-Zustands mit LED1

Läuft die Zeit Tm, leuchtet auch LED1. Diese LED ist aber nicht am 555-Ausgang angeschlossen, sondern an +Ub1. Das bedeutet, LED1 signalisiert indirekt das Vorhandensein des Tm-Impulses. Für die 555-Zeitgeberfunktion ist LED1 nicht erforderlich, ist aber immer dann sinnvoll, wenn kein anderes Signal (z.B. ein Buzzer) die aktive Zeit signalisiert.

Der LED-Vorwiderstand R8 muss abhängig von +Ub und vom gewünschten (bzw. zulässigem) LED-Strom festgelegt werden. Der eingetragene Wert von 560 Ohm hat sich für 5 V Betriebsspannung bei einer kleinen 3mm-LED bewährt.

Ausgabe des Zeitimpulses mit Gatter IC2:4

Da im IC noch ein Gatter frei war, habe ich den mit diesem Gatter negierten Zeitimpuls Tm nach außen geführt (/Ua). Selbstverständlich sind auch andere Ausgänge, z.B. mit einer Transistorstufe, realisierbar. Man muss nur auf die begrenzte Belastungsfähigkeit des CMOS-555 achten.

Zeitschalter, Einfache Zeitgeber mit Stand-by
2020-01 © Peter E. Burkhardt
Kondensator C04

Der Elko C04 sollte nicht größer als angegeben sein. Zum Stützen eines bipolaren 555 reicht er aus. Ist C04 zu groß, wird die Wiederbereitschaftszeit für den nächsten Start mit Taste S1 verlängert.

Schaltstufe Transistor Q5

Dieser Transistor wurde eingefügt, um nach Beenden der Zeit Tm und dem damit verbundenen Abschalten der Spannung +Ub1 die Ub1-Schiene schnell auf Null zu bringen. C04 wird schnell entladen. Das gewährleistet eine kurze Wiederbereitschaftszeit und sicheres 555-Triggern beim nächsten Start. Immer wenn Q2 sperrt ist Q1 leitend.

Damit die Schaltstufe mit Transistor Q2 richtig funktioniert, muss Q2 seinen Basisstrom von +Ub erhalten, also von der nicht abgeschalteten Betriebsspannung. Das hat zur Folge, dass der Ruhestrom im abgeschalteten Betrieb (off-state) um eben diesen Basisstrom erhöht ist.

Soll dieser Basisstrom um den Faktor 10 vermindert werden, kann für Q2 auch ein npn-Darlington-Transistor (z.B. MPSA13) eingesetzt werden. Der Basiswiderstand R9 kann dann 10x größer sein.

Wenn allerdings nicht damit zu rechnen ist, dass die Starttaste kurz hintereinander bedient wird, d.h. dass die Wiederbereitschaftszeit länger sein darf, kann die Schaltstufe mit Transistor Q2 auch ganz entfallen. Ersatzlos gestrichen sind dann Q2, R9 und R10.

Ersatz des CMOS-555 durch den bipolaren 555 ist möglich

Ohne Schaltungsänderung ist der CMOS-555 gegen einen bipolaren 555 (z.B. LM555N) austauschbar. Die Betriebsspannung sollte dann ebenfalls im Bereich 4,5 bis 6 V liegen, um den eingesetzten CMOS-NAND nicht zu gefährden.

Fazit

Die einfache Timer-Schaltung ist im Kurzzeitbereich zuverlässig einsetzbar. Der Zeitimpuls Tm steht negiert über ein Gatter des 4-fach-NANDs zur Verfügung.

Der wichtigste Vorteil ist aber die Abschaltung der Betriebsspannung im inaktiven Zustand, d.h. wenn die Zeit nicht läuft. Da z.B. bei einer Überwachung der inaktive Stand-by-Betrieb in der allermeisten Zeit vorherrscht, ist die Stromersparnis durch die Abschaltung beträchtlich, allerdings nur beim bipolaren 555. Der CMOS-555 verbraucht sowieso fast keinen Strom, wenn er nichts zu tun hat. Der Ruhestrom im inaktiven Zustand beträgt bei der ganzen Schaltung nur wenige Mikroampere.

Wenn aber an der +Ub1-Schiene noch andere Schaltungsteile mit einem signifikanten Stromverbrauch hängen, ist auch beim Einsatz des CMOS-555 die Abschaltung in der beschriebenen Weise sinnvoll.

Zeitschalter, Präzisions-Timer
2013-05 © Peter E. Burkhardt

Präzisions-Timer

Allgemeine Anforderungen an 555-Präzisions-Timer

Mit dem 555 lassen sich mit wenig Aufwand einfache Zeitschalter realisieren. Die guten 555-Eigenschaften sind allerdings nur nutzbar, wenn auch die zeitbestimmenden externen Bauelemente (R und C) von hoher Qualität und langzeitstabil sind.

Soll die Zeit einstellbar sein (bei Zeitschaltern oft der Fall), sind für die Reproduzierbarkeit dieser Einstellung mehrere Maßnahmen erforderlich. Der zeitbestimmende Kondensator sollte langzeitstabil sein, einen geringen TK und wenig Reststrom haben. Ein Elko ist für präzise Zeitschalter ungeeignet. Die Zeitvorwahl mit Poti und entsprechender Beschriftung ist zwar einfach, aber nicht genau wiederholbar. Nur mit einem guten Stufenschalter sind die Zeiten reproduzierbar einstellbar. Voraussetzung ist, dass die zeitbestimmenden Widerstände stimmen (Toleranz 0,1 %, Metallschicht).

Eine weitere Forderung für die genaue Zeitvorwahl ist der Grundabgleich der RC-Zeitkonstante, um die Werte-Toleranz vom zeitbestimmenden Kondensator auszugleichen.

Für den Zeit-Start werden oft Taster verwendet. Es ist nicht auszuschließen, dass ein Taster länger als die eingestellte Zeit gedrückt wird. Um dennoch eine einwandfreie Triggerung ohne Zeitverlängerung zu gewährleisten, sollte nur ein kurzer Triggerimpuls am 555-Trigger-Eingang Pin 2 wirksam werden.

Gemeinsame Eigenschaften der folgenden Schaltungen

Im Folgenden sind einige Timer-Schaltungen beschrieben, die diese erhöhten Anforderungen erfüllen. Alle Timer haben folgende Eigenschaften:

Timer-Ausgang

Der zeitlich bestimmte Ausgangsimpuls steht am 555-Ausgang zur Verfügung. Eine LED zeigt den H-Zustand an. Weitere Ausgangsbeschaltungen sind nicht angegeben und je nach Anwendungsbereich zu ergänzen (z.B. Relais, Treiber, Leistungsstufen).

Zeitschalter, Präzisions-Timer
2013-05 © Peter E. Burkhardt

Timer 1s bis 10s, abgleichbar

Eigenschaften
Schaltungsbeschreibung
Prinzip

Der 555-Timer IC1 arbeitet als MMV (monostabiler Multivibrator). Die Zeitvorwahl erfolgt mit dem Stufenschalter S1, der Zeitstart mit Taster S3 (wahlweise Q1). Während die Zeit läuft, leuchtet LED D2. Zum vorzeitigen Abbruch der gestarteten Zeit dient Stop-Taster S4. Mit Trimm-Poti VR5 erfolgt einmalig die genaue Zeit-Grundeinstellung.

Zeit-Abgleich mit VR5

Der Abgleich erfolgt in S1-1s-Schalterstellung auf genau 1 Sekunde mit einem Zähler (Betriebsart Periodendauer). Behelfsmäßig kann auch in S1-10s-Schalterstellung auf 10 s mit einer Uhr (möglichst Stopp-Uhr) abgeglichen werden. Allerdings gehen dann alle Bereichswiderstände R11 bis R20 mit in die Messung ein.

Betriebsspannung Ub

Da die Summe der Widerstände R11 bis R20 schon 10 MΩ beträgt, sollte +Ub wenigstens 12 V betragen. Threshold-Eingang Pin 6 benötigt auch Strom und verursacht dadurch einen geringen Fehler. Bei geringerer Ub würde dieser Fehler zu groß.

Alternativ können die Widerstände um den Faktor 10 verringert werden (siehe Bild), allerdings ist dann ein 10-fach größerer Kondensator C1 nötig. Da kein Elko verwendet wird, sollte der C1-Wert aber nicht zu groß sein. Mit kleineren Widerständen kann auch +Ub kleiner sein, der Pin-6-Eingangsstrom wirkt sich dann nicht so negativ aus.

Zeitschalter, Präzisions-Timer
2013-05 © Peter E. Burkhardt

Timer 1s bis 59s, 2 Bereiche, abgleichbar

Eigenschaften
Schaltungsbeschreibung
Prinzip

Der 555-Timer IC1 arbeitet als MMV (monostabiler Multivibrator). Die Zeitvorwahl erfolgt grob mit dem Stufenschalter S2 (Auflösung 10 s) und fein mit dem Stufenschalter S1 (Auflösung 1 s), der Zeitstart mit Taster S3 (wahlweise Q1). Während die Zeit läuft, leuchtet LED D2. Zum vorzeitigen Abbruch der gestarteten Zeit dient Stop-Taster S4. Mit Trimm-Poti VR5 erfolgt einmalig die genaue Zeit-Grundeinstellung.

Zeit-Abgleich mit VR5

Der Abgleich erfolgt in S2-0s-Schalterstellung und S1-1s-Schalterstellung auf genau 1 Sekunde mit einem Zähler (Betriebsart Periodendauer). Behelfsmäßig kann auch in S2-50s-Schalterstellung und S1-9s-Schalterstellung auf 59 s mit einer Uhr (möglichst Stopp-Uhr) abgeglichen werden. Allerdings gehen dann alle Bereichswiderstände mit in die Messung ein.

Betriebsspannung Ub

Die Summe aller Bereichs-Widerstände bei 59s-Einstellung beträgt 5,9 MΩ. Eine +Ub von minimal 4,5 V ist zwar möglich, zur Fehler-Minimierung sollten es aber 12 V sein.

Zeitschalter, Präzisions-Timer
2013-05 © Peter E. Burkhardt

Timer 0,1 min bis 10 min, 2 Bereiche, abgleichbar

Eigenschaften
Schaltungsbeschreibung
Prinzip

Der 555-Timer IC1 arbeitet als MMV (monostabiler Multivibrator). Die Zeitvorwahl erfolgt grob mit dem Bereichsschalter S2 (2-stellig) und fein mit dem Stufenschalter S1 (10-stellig), der Zeitstart mit Taster S3 (wahlweise Q1). Während die Zeit läuft, leuchtet LED D2. Zum vorzeitigen Abbruch der gestarteten Zeit dient Stop-Taster S4. Mit Trimm-Poti VR51 erfolgt einmalig die genaue Zeit-Grundeinstellung für den 0,1-Minuten-Bereich, mit dem Trimm-Poti VR52 für den 1-Minuten-Bereich. Der getrennte Bereichsabgleich ist nötig, um die Toleranz des jeweiligen Kondensators (C1 bzw. C2) auszugleichen.

Zeit-Abgleich mit VR51, S2 auf x0,1 min

Der Abgleich erfolgt in S1-1-Schalterstellung auf genau 6 Sekunden mit einem Zähler (Betriebsart Periodendauer). Behelfsmäßig kann auch in S1-10-Schalterstellung auf 60 s mit einer Uhr (möglichst Stopp-Uhr) abgeglichen werden. Allerdings gehen dann alle Bereichswiderstände R11 bis R20 mit in die Messung ein.

Zeit-Abgleich mit VR52, S2 auf x1 min

Der Abgleich erfolgt in S1-1-Schalterstellung auf genau 60 Sekunden mit einem Zähler (Betriebsart Periodendauer). Behelfsmäßig kann auch in S1-10-Schalterstellung auf 10 min mit einer Uhr abgeglichen werden. Allerdings gehen dann alle Bereichswiderstände R11 bis R20 mit in die Messung ein.

Betriebsspannung Ub

Da die Summe der Widerstände R11 bis R20 schon 9,1 MΩ beträgt, sollte +Ub wenigstens 12 V betragen. Threshold-Eingang Pin 6 benötigt auch Strom und verursacht dadurch einen geringen Fehler. Bei geringerer Ub würde dieser Fehler zu groß. Für den Minuten-Bereich ist allerdings ein großer C2 erforderlich, der kein Al-Elko sein sollte und unter Umständen nicht zur Verfügung steht. Für C2 ist auch ein Tantal-Elko einsetzbar, der je nach Technologie einen geringeren Reststrom hat.

Alternativ können die Widerstände um den Faktor 10 verringert werden (siehe Bild), allerdings sind dann 10-fach größere Kondensatoren C1 und C2 nötig. Werden Elkos eingesetzt, sollten diese geringen Reststrom haben und auch möglichst beim Nennwert liegen (10 %). Mit den kleineren Widerständen kann auch +Ub kleiner sein, der Pin-6-Eingangsstrom wirkt sich dann nicht so negativ aus. Allerdings kann der Fehler durch die Elkos diesen Vorteil wieder zunichte machen.

Fazit

Auch mit nur einem bipolaren 555 lassen sich präzise Timer realisieren, wenn einige Dinge bei der Schaltungsauslegung beachtet werden. Alternativ kann der 555 um einen Teiler-IC erweitert werden, um lange Zeiten zu erreichen. Oder es wird der CMOS-555 eingesetzt, der höhere zeitbestimmende Widerstände bei geringem Fehler erlaubt.

Einschaltverzögerung
2010-03 © Peter E. Burkhardt

Einschaltverzögerung

Anwendung

Einschaltverzögerungen werden benötigt, um nach dem Zuschalten der Versorgungsspannung einen Vorgang mit zeitlicher Verzögerung auszulösen.

Einschaltverzögerung, mit Relais

Prinzip

Mit Zuschalten der Betriebsspannung beginnt eine Verzögerungszeit. Erst nach deren Ablauf schaltet ein Relais die angeschlossene Last ein. Das Relais kann nach +Ub oder GND geschaltet sein.

Wirkungsweise

IC1 arbeitet als MMV, sobald +Ub anliegt (S1). Ua ist H und LED D2 ist AUS. Die Einschaltverzögerung beginnt.

- Relais mit Schließer (oben): Relais K1 bleibt AUS, Schließer K1.1 bleibt offen.

- Relais mit Öffner (unten): Relais K1 zieht an, Öffner K1.1 öffnet.

Nach Ablauf der Einschaltverzögerung wird Ua = L und LED D2 ist EIN.

- Relais mit Schließer (oben): Relais K1 zieht an, Schließer K1.1 schließt.

- Relais mit Öffner (unten): Relais K1 fällt ab, Öffner K1.1 schließt.

Einschaltverzögerung
2010-03 © Peter E. Burkhardt

Einschaltverzögerung, mit Transistor

Prinzip

Mit Zuschalten der Betriebsspannung beginnt eine Verzögerungszeit. Erst nach deren Ablauf schaltet ein Transistortreiber die angeschlossene Last ein. Die Last kann an GND oder +Ub liegen.

Wirkungsweise

IC1 arbeitet als MMV, sobald +Ub anliegt (S1). Ua ist H und LED D2 ist AUS. Die Einschaltverzögerung beginnt.

- Last an GND (oben): Q1 bleibt AUS, Last RL führt keinen Strom.

- Last an +Ub (unten): Q2 steuert durch, Q3 sperrt, Last RL führt keinen Strom.

Nach Ablauf der Einschaltverzögerung wird Ua = L und LED D2 ist EIN.

- Last an GND (oben): Q1 steuert durch, Last RL führt Strom.

- Last an +Ub (unten): Q2 sperrt, Q3 steuert durch, Last RL führt Strom.

Beide Varianten (oben/unten) haben die gleiche Wirkung, aber RL kann wahlweise an GND oder +Ub liegen.

Einschaltverzögerung
2010-03 © Peter E. Burkhardt

Einschaltverzögerung, mit Relais und LED-Blinkanzeige

Prinzip

Mit Zuschalten der Betriebsspannung beginnt eine Verzögerungszeit. Diese Zeit wird mit der blinkenden LED D2 signalisiert. Erst nach Ablauf der Verzögerungszeit schaltet ein Relais die angeschlossene Last ein. Diesen Zustand zeigt die LED mit Dauerlicht an.

Schaltungsteile

IC1 arbeitet als MMV, R1 und C1 bestimmen die Verzögerungszeit. IC2 arbeitet als AMV und liefert Blinkimpulse für LED D2 während der Verzögerungszeit. R3, R4 und C2 bestimmen die Blinkfrequenz. Relais K1 schaltet eine externe Last nach Ablauf der Verzögerungszeit ein.

Wirkungsweise

IC1 arbeitet als MMV, sobald +Ub anliegt (S1). Die Einschaltverzögerung beginnt. Ua ist H, Relais K1 bleibt AUS, Schließer K1.1 bleibt offen. Aber auch IC2-Reset-Eingang 4 ist H, deshalb kann IC2 als AMV arbeiten. LED D2 blinkt mit der Frequenz des AMV.

Nach Ablauf der Einschaltverzögerung wird Ua = L. Relais K1 zieht an, Schließer K1.1 schließt. Aber nun liegt an IC2-Reset-Eingang 4 ein L und IC2 wird rückgesetzt. IC2 kann nicht mehr als AMV arbeiten, sein Ausgang 3 führt dauernd L und LED D2 leuchtet dauernd.

Vorteil

Die blinkende LED während der Einschaltverzögerung warnt vor dem baldigen Einschalten. Gleichzeitig dient sie als Betriebsanzeige nach dem Einschalten.

Einschaltverzögerung
2010-03 © Peter E. Burkhardt

Einschaltverzögerung, mit Starttaste, Relais und LED-Blinkanzeige

Prinzip

Mit Zuschalten der Betriebsspannung oder wahlweise mit Taste S3 beginnt eine Verzögerungszeit. Diese Zeit wird mit der blinkenden LED D5 signalisiert. Erst nach Ablauf der Verzögerungszeit schaltet ein Relais die angeschlossene Last ein. Diesen Zustand zeigt die LED D4 mit Dauerlicht an.

Schaltungsteile

IC1 arbeitet als MMV, R1 und C1 bestimmen die Verzögerungszeit. IC2 arbeitet als AMV und liefert Blinkimpulse für LED D5 während der Verzögerungszeit. Ra, Rb und C2 bestimmen die Blinkfrequenz. Relais K1 schaltet eine externe Last nach Ablauf der Verzögerungszeit ein. Diesen Zustand meldet LED D4.

Wirkungsweise

Wird Schalter S1 betätigt, entsteht ein Einschaltsprung von +Ub. Dieser Sprung wird mit R3-C3 integriert, so dass am IC1-Triggereingang kurzzeitig noch L anliegt, während die Betriebsspannung schon so hoch ist, dass die 555 arbeiten. IC1 triggert und die MMV-Zeit T (Einschaltverzögerung) beginnt.

Ua ist H, LED D4 bleibt dunkel, Relais K1 bleibt AUS, Schließer K1.1-NO bleibt offen. Aber auch IC2-Reset-Eingang 4 ist H, deshalb kann IC2 als AMV arbeiten. LED D5 blinkt mit der Frequenz des AMV. Dabei ist der erste Hell-Impuls der LED D5 (H-Zeit an IC2-3) AMV-typisch etwas länger als die folgenden Hell-Impulse.

Nach Ablauf der Einschaltverzögerung wird Ua = L. LED D4 leuchtet, Relais K1 zieht an, Schließer K1.1-NO schließt. Aber nun liegt an IC2-Reset-Eingang 4 ein L und IC2 wird rückgesetzt. IC2 kann nicht mehr als AMV arbeiten, sein Ausgang 3 führt dauernd L und LED D5 ist dunkel.

Das Triggern des MMV (und damit das Auslösen der Verzögerungszeit) kann auch mit Taste S3 während des Betriebes erfolgen. Eine neue Verzögerungszeit kann mit S3 erst nach Ablauf der gerade laufenden Zeit ausgelöst werden. Die Verzögerungszeit ist also nicht nachtriggerbar.

Vorteil

Sowohl Zuschalten der Betriebsspannung als auch S3-Betätigung lösen die Verzögerungszeit aus. Die Anzeige der Verzögerung (blinkend) und die Betriebsanzeige (dauernd nach Verzögerung) erfolgt mit getrennten LEDs.

Einschaltverzögerung
2010-03 © Peter E. Burkhardt

Einschaltverzögerung, mit Relais und Einschaltung

Prinzip

Mit Zuschalten der Betriebsspannung beginnt eine Verzögerungszeit. Während dieser Zeit ist ein Relais aktiv. Erst nach Ablauf der Verzögerungszeit fällt das Relais ab. Der Zustand 'Relais abgefallen' wird mit der LED D2 angezeigt.

Wird während der Verzögerungszeit Taste S2 gedrückt, fällt das Relais nicht ab, sondern bleibt dauernd aktiv. Diese S2-Betätigung (Verzögerungszeit dauernd) wird außerdem in einem FF gespeichert und mit LED D3 angezeigt.

Wird nach Ablauf der Verzögerungszeit Taste S2 gedrückt, wird das Relais sofort aktiv und bleibt dauernd aktiv. Diese S2-Aktivierung des Relais wird ebenfalls in einem FF gespeichert und mit LED D3 angezeigt.

Schaltungsteile

IC1 arbeitet als MMV, R1 und C1 bestimmen die Verzögerungszeit T. IC2 arbeitet als statisches FF und wird durch +Ub über R2-C2 gesetzt, durch S2 rückgesetzt. Relais K1 ist während der Verzögerungszeit aktiv und fällt danach ab. K1 wird auch aktiv, wenn das IC2-FF mit S2 rückgesetzt wird.

Wirkungsweise, ohne S2

IC1 arbeitet als MMV, sobald +Ub anliegt (S1). Die Einschaltverzögerung T beginnt. Ua1 ist H, Relais K1 ist aktiv. Mit +Ub wird aber auch das IC2-FF gesetzt. Das Setzen erfolgt mittels R2 und C2 über den IC2-Trigger-Eingang. Der IC2-Threshold-Eingang liegt über R5 und R6 auf GND, deshalb bleibt das IC2-FF gesetzt. LEDs D2 und D3 sind aus, wenn die Verzögerungszeit läuft.

Nach Ablauf der Einschaltverzögerung wird Ua1 = L. Relais K1 fällt ab. LED D2 leuchtet, wenn K1 inaktiv ist. Am Zustand des IC2-FF ändert sich nichts, es ist weiterhin gesetzt, LED D3 leuchtet nicht.

Wirkungsweise, S2 während der Verzögerungszeit

Während der Verzögerungszeit T ist Ua1 = H, das Relais K1 ist aktiv, die LEDs D2 und D3 sind dunkel, das IC2-FF ist gesetzt.

Wird Taste S2 betätigt, sorgt +Ub für eine Anhebung der Spannung am IC2-Threshold-Eingang Pin 6 und IC2 schaltet am Ausgang auf Ua2 = L. Das IC2-FF ist jetzt rückgesetzt und speichert damit, dass S2 betätigt wurde. LED D3 leuchtet.

Gleichzeitig wird aber mit dem IC2-Entladetransistor Pin 7 die Kondensator-Spannung Uc1 dauerhaft auf GND gezogen. Dadurch ist C1 entladen, die Verzögerungszeit kann nicht ablaufen, der IC1-Ausgang Ua1 bleibt dauerhaft auf H. K1 bleibt also aktiv. LED D2 bleibt dunkel.

Wirkungsweise, S2 nach der Verzögerungszeit T

Nach T ist Ua1 = L, das Relais K1 ist abgefallen, die LED D2 leuchtet, das IC2-FF ist noch gesetzt.

Wird Taste S2 betätigt, schaltet IC2 am Ausgang auf Ua2 = L. Das IC2-FF ist jetzt rückgesetzt und speichert damit, dass S2 betätigt wurde. LED D3 leuchtet.

Gleichzeitig wird aber mit dem IC2-Entladetransistor Pin 7 die Kondensator-Spannung Uc1 dauerhaft auf GND gezogen. Das bedeutet Triggern von IC1, Ua1 wird H und bleibt dauerhaft auf H. K1 wird ebenfalls aktiv. LED D2 bleibt dunkel.

Wirkungsweise, Zusammenfassung

- Mit +Ub EIN läuft die Verzögerungszeit an, danach ist K1 inaktiv (abgefallen), D2 leuchtet.

- S2 in oder nach der Verzögerungszeit setzt K1 sofort dauerhaft aktiv (angezogen), D3 leuchtet.

- Wird K1 gegen +Ub geschaltet, ist die Wirkung aktiv/inaktiv für K1 entgegengesetzt.

Einschaltverzögerung
2010-03 © Peter E. Burkhardt

Einschaltverzögerung, mit Relais und Abschaltung

Prinzip

Mit Zuschalten der Betriebsspannung beginnt eine Verzögerungszeit. Während dieser Zeit ist ein Relais inaktiv. Erst nach Ablauf der Verzögerungszeit zieht das Relais an. Der Zustand 'Relais angezogen' wird mit der LED D2 angezeigt.

Wird während der Verzögerungszeit Taste S2 gedrückt, bleibt das Relais dauernd inaktiv. Diese S2-Betätigung (Verzögerungszeit dauernd) wird außerdem in einem FF gespeichert und mit LED D3 angezeigt.

Wird nach Ablauf der Verzögerungszeit Taste S2 gedrückt, ändert sich nichts. K1 bleibt angezogen, LED D3 bleibt dunkel.

Schaltungsteile

IC1 arbeitet als MMV, R1 und C1 bestimmen die Verzögerungszeit T. IC2 arbeitet als statisches FF und wird durch +Ub über R2-C2 gesetzt, durch S2 während T rückgesetzt. Relais K1 ist während der Verzögerungszeit inaktiv und zieht danach an. K1 bleibt immer inaktiv, wenn das IC2-FF mit S2 rückgesetzt wird.

Wirkungsweise, ohne S2

IC1 arbeitet als MMV, sobald +Ub anliegt (S1). Die Einschaltverzögerung T beginnt. Ua1 ist H, Relais K1 ist inaktiv. Mit +Ub wird aber auch das IC2-FF gesetzt. Das Setzen erfolgt mittels R2 und C2 über den IC2-Trigger-Eingang. Der IC2-Threshold-Eingang liegt über R5 und R6 auf GND, deshalb bleibt das IC2-FF gesetzt. LEDs D2 und D3 sind aus, wenn die Verzögerungszeit läuft.

Nach Ablauf der Einschaltverzögerung wird Ua1 = L. Relais K1 zieht an. LED D2 leuchtet, wenn K1 aktiv ist. Am Zustand des IC2-FF ändert sich nichts, es ist weiterhin gesetzt, LED D3 leuchtet nicht.

Wirkungsweise, S2 während der Verzögerungszeit

Während der Verzögerungszeit T ist Ua1 = H, das Relais K1 ist inaktiv, die LEDs D2 und D3 sind dunkel, das IC2-FF ist gesetzt.

Wird Taste S2 betätigt, sorgt Ua1 = H für eine Anhebung der Spannung am IC2-Threshold-Eingang Pin 6 und IC2 schaltet am Ausgang auf Ua2 = L. Das IC2-FF ist jetzt rückgesetzt und speichert damit, dass S2 betätigt wurde. LED D3 leuchtet.

Gleichzeitig wird aber mit dem IC2-Entladetransistor Pin 7 die Kondensator-Spannung Uc1 dauerhaft auf GND gezogen. Dadurch ist C1 entladen, die Verzögerungszeit kann nicht ablaufen, der IC1-Ausgang Ua1 bleibt dauerhaft auf H. K1 bleibt also inaktiv. LED D2 bleibt dunkel.

Wirkungsweise, S2 nach der Verzögerungszeit T

Nach T ist Ua1 = L, das Relais K1 ist angezogen, die LED D2 leuchtet, das IC2-FF ist nicht gesetzt.

Wird Taste S2 betätigt, ändert sich am Zustand des IC2-FF nichts, da Ua2 = L ist. LED D3 bleibt dunkel.

Der IC2-Entladetransistor bleibt gesperrt, der IC1-MMV wird nicht beeinflusst. LED D2 leuchtet weiter.

Wirkungsweise, Zusammenfassung

Mit +Ub EIN läuft die Verzögerungszeit an, danach ist K1 aktiv (angezogen), D2 leuchtet. S2 in der Verzögerungszeit setzt K1 sofort dauerhaft inaktiv (abgefallen), D3 leuchtet. S2 nach der Verzögerungszeit hat keine Wirkung. Wird K1 gegen GND geschaltet, ist die Wirkung aktiv/inaktiv für K1 entgegengesetzt.

 

© Peter E. Burkhardt